Daffneys Tod: WWE-Ikone macht sich Vorwürfe

Legende Mick Foley würdigt die verstorbene Daffney in einem bewegenden Facebook-Post. Er erinnert an einen Vorfall, der ihn plagt - und eine besonders anrührende Geste Daffneys.
Daffney (l.) war bei TNA verbunden mit Mick Foley (r.) und Stevie Richards
Daffney (l.) war bei TNA verbunden mit Mick Foley (r.) und Stevie Richards
© Impact Wrestling (TNA)
Legende Mick Foley würdigt die verstorbene Daffney in einem bewegenden Facebook-Post. Er erinnert an einen Vorfall, der ihn plagt - und eine besonders anrührende Geste Daffneys.

Ihre aktive Karriere war über zehn Jahre vorbei - und hinterlässt eine schmerzhafte Lücke in der Welt, die sie geprägt hat.

Zahlreiche Freundinnen und Freunde aus der Wrestling-Community zeigen sich über den Tod der erst 46-jährigen Shannon Spruill alias Daffney und stellen dabei ihre Qualitäten als Performerin ebenso heraus wie ihre als Mensch.

Unter den Trauernden ist WWE-Legende Mick Foley, der Daffney in einem längeren Post bei Facebook ausführlich würdigt und dabei auch eine wenig bekannte, besonders anrührende Episode von Daffneys Karriere in den Vordergrund rückt.

Foley - der erst kürzlich den Tod seines Trainers Dominic DeNucci betrauern musste - gibt in dem bewegenden und bedrückenden Text auch zu, dass ihn ein schlechtes Gewissen plagt, weil er an einem negativen Wendepunkt in Daffneys Leben beteiligt war.

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Mick Foley war an negativem Wendepunkt Daffneys beteiligt

Es war ein Match Foleys gegen den maskierten Abyss bei der Liga TNA 2009, in dem Daffney von Foleys Kontrahent durch einen mit Stacheldraht präparierten Tisch geworden wurde und sich dabei neben einem gebrochenen Arm eine schwere Gehirnerschütterung zuzog. Daffney war damals in der TNA-Storywelt mit Foley und dem als bösen Psychiater auftretenden „Dr. Stevie“ (Stevie Richards) verbunden.

Er sei „froh“, dass er die von ihm hoch geachtete Daffney damals an seiner Seite gehabt hätte, schrieb Foley, der selbst für halsbrecherische und gefährliche Stunts bekannt war, im Ring sogar ein Ohr verlor. Was ihn jedoch plagt: „Sie war nach diesem Kampf nie mehr dieselbe und es tut mir so leid, dass ich an etwas beteiligt war, das das Ende ihrer Ringkarriere verursacht und womöglich auch ihre psychischen Probleme verschlimmert hat, mit denen sie bis zu ihrem Tod gekämpft hat.“

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Daffney sei „ein frischer Wind, ein Original mit einem einzigartigen Look und Persönlichkeit, die ihrer Zeit voraus war“. Sie hätte die Rolle der unberechenbaren „Scream Queen“ so gut gespielt, „dass wir es wohl versäumt haben zu erkennen, dass sie auch nur ein Mensch war“.

Foley erinnert an besondere Geste für früh verstorbene Freundin

Schon zu Daffneys Lebzeiten hatte Foley auf eine besondere Geste aufmerksam gemacht, die ihn über die Maßen beeindruckt hatte.

Daffney erfüllte einer vom Schicksal hart getroffenen Freundin den Herzenswunsch, mit ihr in den Ring zu steigen: Vicky Lyons, die bleibende und schwerwiegende Schäden dadurch erlitten hatte, dass sie als vierjähriges Kind unter lange ungeklärten Umständen von einem Auto umgefahren worden war - ihr Fall wurde auch in einer Folge der bekannten True-Crime-Serie „Medical Detectives“ thematisiert.

Die 2011 mit nur 34 Jahren anscheinend an den Langzeitfolgen des Unfalls verstorbene Lyons war großer Wrestling-Fan und wollte nach sechs Jahre langem Training unbedingt ein Match bestreiten. Daffney hatte sich dafür zur Verfügung gestellt.

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Foley sah den Kampf und empfand ihn wegen seiner besonderen Geschichte als „inspirierend“, gar als „Wunder“: Als der 56-Jährige darauf aufmerksam geworden war, trat er in Kontakt mit Daffney und lud sie zu einem seiner Auftritte ein, wo er das Match vor den Augen der weinenden Daffney hervorhob als „eines der schönsten Dinge, die ich je in meinem Leben gesehen habe“. Foley, der inzwischen auch als Roman- und Kinderbuchautor bekannt ist, tourt regelmäßig für Lesungen und andere Events durch die USA.

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Hoffnung auf Bewusstseinswandel bei Depression

Aufgrund der persönlichen Verbindung ist Foley zusätzlich bedrückt, dass sich die unter einer bipolaren Störung leidende Daffney nun das Leben genommen hat - und zuvor in einem Abschiedsvideo die Empfindung geäußert hatte „ganz allein“ zu sein: „Ich weiß, dass Daffney einige wirklich gute Freunde hatte, Menschen, denen sie wirklich etwas bedeutet hat. Sie hätten ihr Bestes getan, um ihr zu helfen, wenn sie gewusst hätten, wie schlecht es ihr wirklich ging.“

Foley - der wie viele andere vergeblich versucht hatte, Daffney nach Veröffentlichung des Videos noch zu erreichen und von ihrem Entschluss abzubringen - hofft, dass Daffneys Tod das Bewusstsein für das Thema Depression und psychische Gesundheit schärft. Er erinnert auch an den Suizid der früheren WWE-Wrestlerin Ashley Massaro vor zwei Jahren: „Die Frauen von WWE haben sich danach getroffen und sich versprochen füreinander da zu sein und sich zu unterstützen, sollte eine von ihnen ähnliche Probleme bekommen.“

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Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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Foleys abschließende Würdigung Daffneys: „Du warst eine so wichtige Figur im Wrestling, deiner Zeit voraus, hast der Branche mehr gegeben, als sie dir gegeben hat, hast andere Frauen inspiriert, die anders aussehen und ihnen den Weg geebnet. Du warst mehr als eine Wrestlerin, du hast Wunder geschehen lassen.“

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