Deutschlands Sprint-Ass Gina Lückenkemper hat über die harten letzten Wettkampf-Wochen gesprochen und offenbart, wie anstrengend dabei besonders die Europameisterschaft in Birmingham war.
Gina Lückenkemper enthüllt im TV: "Hat mir komplett den Stecker gezogen"
Lückenkemper lässt tief blicken
Nach ihrem starken zweiten Platz über die 100 m (11,22 Sekunden) beim ISTAF 2026 in Berlin sagte Lückenkemper in der ARD: „Es ist total schön. Aber auf der anderen Seite ist es auch einfach unfassbar schwer: Birmingham hat mir komplett den Stecker gezogen. Einfach emotional. Bei so einer kompletten Meisterschaftswoche sind wir mit den Kurzsprinterinnen von Anfang bis Ende dauerhaft im Einsatz.“
Deutsches Staffel-Drama bei der EM in Birmingham
Bei der EM in Birmingham hatte Lückenkemper mit der Frauen-Staffel über 4×100 m das Finale dramatisch verpasst. Sophia Junk erreichte mit dem Stab Schlussläuferin Lückenkemper wegen einer Verletzung nicht mehr, die deutsche Staffel kam nicht ins Ziel. „Das war ja wirklich von einem Auf und Ab geprägt. Das ist schon nicht zu unterschätzen, was das mit einem mental veranstaltet. Von daher: Hier heute nochmal zwei Rennen abzuliefern war echt hart“, sagte Lückenkemper nun.
Am Sonntag lief es für Lückenkemper im Staffel-Wettbewerb deutlich besser. In der 4×100 m Mixed-Staffel holte sie gemeinsam mit Marvin Schulte, Rebekka Haase und Lucas Ansah-Peprah in 40,99 Sekunden den Sieg.
Bei den World Athletics Ultimate Championship in Budapest (11. bis 13. September 2026) wird Lückenkemper allerdings nicht mit der Mixed-Staffel an den Start gehen, ebenso wie ihre gute Freundin Haase. „Ja, den Höhepunkt gibt es. Aber bei der 4×100 m Mixed bei den Ultimate World Championship werden Bekki und ich nicht mit am Start sein. Wir haben noch ein paar andere Termine“, sagte Lückenkemper.
ISTAF Berlin: Dockery siegt vor Lückenkemper
Über die 100 m musste sich Lückenkemper am Sonntag lediglich der Jamaikanerin Sabrina Dockery geschlagen geben (11,13 Sekunden).
„Die Stimmung hier ist ja immer einmalig genial gut. Das ist auch mit der Grund, weshalb man sich dann auch nochmal irgendwie zusammenreißt und sagt: Komm! Das ziehen wir hier noch durch. Es ist einfach eine Herzensangelegenheit. Wir haben nicht so irre viele hochkarätige Leichtathletik-Meetings in Deutschland. Und die Meetings, die wir haben, die sollte man supporten“, schloss die 29-Jährige.
Für Lückenkemper war es ein erfolgreiches Wochenende. Nach holprigem Saisonstart biss sich eine Zecke – „das Haustier, das niemand haben will“ – bei der Sprinterin fest und brachte ihr Nervensystem durcheinander. Lange kämpfte Lückenkemper mit den Folgen des Zeckenbisses – nun scheint sie wieder zu alter Stärke gefunden zu haben.