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Mercedes zeigt Unterboden-Trick

Mercedes zeigt Unterboden-Trick

Lange hält sich Mercedes beim Thema Unterboden bedeckt, doch nach den ersten Testtagen sind die Details klar. Lewis Hamilton und Bottas kommen in Fahrt.
Mercedes hat mit dem W12 das neue Auto für die Formel-1-Saison 2021 vorgestellt. Lewis Hamilton will mit dem Boliden alleiniger Fahrer-Rekordweltmeister vor Michael Schumacher werden.
Bianca Garloff
Bianca Garloff
von Bianca Garloff

Die Geheimniskrämerei ist vorbei! (NEWS: Alles zur Formel 1)

Bei den Testfahrten in Bahrain müssen die Formel-1-Teams derzeit zwar nicht alle, aber immerhin einige Karten aufdecken. Dabei schauen Fans und Spione gespannt auf einen ganz bestimmten Bereich: Der Unterboden könnte 2021 zum Entscheider über Sieg und Niederlage werden. 

Grund: Die neuen Regeln verlangen einen dreieckigen Einschnitt vor den Hinterrädern. Zusammen mit anderen Anpassungen soll das etwa zehn Prozent Abtrieb kosten und die Autos so einbremsen.

Logisches Ziel der Teams: Diesen Verlust begrenzen. Wer das am besten schafft, hat einen Vorteil. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Formel 1: Regel-Einschnitt könnte Mercedes härter treffen

Mercedes um Rekordweltmeister Lewis Hamilton wollte seinen neuen Unterboden bei der virtuellen Präsentation deshalb noch nicht zeigen und ließ das auch jeden wissen.

Technikchef James Allison sagte dazu kryptisch: "Im Bereich des Unterbodens haben wir eine aerodynamische Idee, die wir aber der Welt und damit der Konkurrenz noch nicht zeigen wollen, damit sie die Idee nicht einfach klauen."

Auch ein Grund: Der aerodynamische Regel-Einschnitt könnte Mercedes härter treffen als beispielsweise Red Bull. Teamchef Toto Wolff erklärte: "Mit einem weniger angestellten Auto hat dieses Rausschneiden des Unterbodens einen größeren Impact als für Autos, die mit viel Anstellwinkel fahren." 

Zumal: Mercedes ist im Heck seit jeher wenig angestellt, Red Bull traditionell sehr stark.

Mercedes' British driver Lewis Hamilton wins the Turkish Formula One Grand Prix at the Intercity Istanbul Park circuit in Istanbul on November 15, 2020. (Photo by TOLGA BOZOGLU / POOL / AFP) (Photo by TOLGA BOZOGLU/POOL/AFP via Getty Images)
ISTANBUL, TURKEY - NOVEMBER 15: Race winner Lewis Hamilton of Great Britain and Mercedes GP celebrates winning a 7th F1 World Drivers Championship on the podium during the F1 Grand Prix of Turkey at Intercity Istanbul Park on November 15, 2020 in Istanbul, Turkey. (Photo by Tolga Bozoglu - Pool/Getty Images)
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Mercedes überrascht mit innovativer Neuerung

Doch jetzt ist die Katze aus dem Sack, bei den gegenwärtigen Testtagen in Bahrain das Versteckspiel zu Ende. Auf Fotos ist der neue Unterboden gut zu erkennen – und tatsächlich überrascht er mit einer innovativen Neuerung. 

Der schwarze Silberpfeil präsentierte sich im vorderen Bereich des Unterbodens mit einem wellenförmigen Profil an der Außenkante.

Im Bereich vor den Hinterrädern wölbt sich der Unterboden leicht nach oben. Außerdem sind diverse Luftleitelemente darauf platziert.

Effekt dabei: Die Oberfläche des Unterbodens wird vergrößert, der Luftstrom dichtet ihn nach außen hin ab. (Rennkalender der Formel 1 2021)

Mercedes: Anpressdruck wird erhöht

Das wiederum erhöht den Anpressdruck, der unter dem Auto generiert wird. Die Finnen indes beruhigen die Luft vor den Hinterrädern und lenken sie daran vorbei.

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Mercedes hat sich dabei von allen Teams die größte Mühe gegeben. Aston Martin brachte ebenfalls ein Wellenprofil an die Strecke, wenn auch nicht so ausgefeilt.

Red Bull und McLaren zeigen sich im Bereich des Unterbodens noch konservativ. Ferrari hat diverse horizontale und vertikale Elemente auf den Unterboden gebaut.

Erste Testtage für Mercedes mit Luft nach oben

Trotzdem lief gerade der erste Testtag für Mercedes noch nicht zufriedenstellend. Chefingenieur Andrew Shovlin gab hinterher zu Protokoll: "Das war ein schwieriger Auftakt für uns. Durch Valtteri Bottas' Getriebeproblem haben wir mehr oder weniger den gesamten Vormittag verloren." 

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Und weiter: "Nachdem wir mehr zum Fahren kamen, wurde uns klar, dass unser Auto nicht im richtigen Balancefenster war. Während wir uns im Laufe des Tages steigern konnten, sind wir noch nicht damit zufrieden, wie sich das Auto verhält."

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Shovlin resümierte: "Es ist eindeutig, dass wir noch Arbeit vor uns haben. Wir fahren unserem Testprogramm ein Stück hinterher und müssen noch etwas Balance und mehr Speed finden." 

Was immerhin am zweiten Tag gelang: Hamilton kam auf gute 58 Runden, Probleme gab es aber noch immer: Der W12 rutschte erneut stark, landete im Kiesbett und musste per Kran geborgen werden.

Erst am Nachmittag absolvierte Bottas die erste wirklich starke Session für die Titelverteidiger: Der Finne war Tagesschnellster und kam dabei auf ordentliche 57 Runden.