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Mercedes belehrt Hamilton eines Besseren

Mercedes belehrt Hamilton eines Besseren

Beim Türkei-GP sind sich Lewis Hamilton und Mercedes uneinig über die richtige Strategie. Dies bleibt auch nach dem Rennen so. Mick Schumacher hat Pech - und blickt trotzdem optimistisch nach vorne. Die Stimmen.
Der Titelkampf in der Formel 1 zwischen Hamilton und Verstappen spitzt sich zu. Marc Surer äußert sich zur Favoriten-Frage.
. SPORT1
von SPORT1
am 10. Okt

Mercedes feiert dank Valtteri Bottas den Sieg beim Großen Preis der Türkei. Das bestimmende Thema danach ist dennoch Teamkollege Lewis Hamilton, der seine WM-Führung an Max Verstappen verloren hat. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Zwar war damit aufgrund der Startplatzstrafe zu rechnen - doch der Weltmeister hatte sich bereits auf Rang 3 vorgekämpft, ehe es zu einer Stopp-Diskussion mit Mercedes kam. Auch nach dem Rennen sind sich Fahrer und Team uneinig, was besser gewesen wäre.

Während sich Fernando Alonso bei Mick Schumacher für die Kollision entschuldigt, blickt der Haas-Pilot optimistisch in die Zukunft. Sebastian Vettel erklärt derweil, wie es zu seiner folgenschweren Fehleinschätzung gekommen war.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in der Türkei von Sky, aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Valtteri Bottas (Mercedes), Sieger:

„Es war eines der besten Rennen, die ich je gefahren bin. Abgesehen von einem Ausrutscher hatte ich alles unter Kontrolle. Das Auto fühlt sich unter allen Bedingungen gut an. Ich war sehr zuversichtlich und hatte großes Selbstvertrauen, obwohl es nicht einfach war, unter diesen Bedingungen die richtige Strategie zu wählen. Ich bin froh, dass für mich alles glatt gelaufen ist.“

... über die schwierigen Bedingungen: „Es gibt nur eine trockene Linie. Es braucht daher nicht viel und man fliegt von der Strecke. Man muss die ganze Zeit über sehr fokussiert sein. Es war ein schwieriges Rennen, welches sich aber wie ein verdienter Sieg anfühlt.“

Max Verstappen (Red Bull), Platz 2:

„Wir mussten wegen der rutschigen Strecke die ganze Zeit auf die Reifen achten und konnten nicht richtig angreifen. Valtteri hatte wohl mehr Pace - oder er hat sich besser um die Reifen gekümmert als wir. Wir sind glücklich mit dem zweiten Platz, denn unter diesen Bedingungen kann leicht ein Fehler passieren und man fällt weiter zurück.“

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... über den WM-Titelkampf: „Es war jetzt schon die ganze Saison über sehr knapp und ich bin mir sicher, dass es auch in Austin ein harter Kampf werden wird. Wir versuchen, uns immer zu verbessern und schauen dann am Ende, wo wir stehen. Bisher war es aber eine gute Saison.“ (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Sergio Perez (Red Bull), Platz 3:

„Es war ein sehr intensives Rennen für mich – mit den Kämpfen gegen Lewis und Charles. Es war eines dieser Rennen, in denen man geduldig sein und durchgehend auf die Reifen achten muss. Es war ziemlich schwierig, sie richtig zu managen.“

... über die Bedeutung des Podestplatzes: „Dieses Podium ist ganz besonders für mich. Wir hätten schon in den vergangenen zwei oder drei Rennen auf dem Podium sein sollen. Aber wir hatten so viel Pech.“ (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 5:

„Es hat sich gut angefühlt, auf dem dritten Platz zu sein. Ich sagte mir, halt das fest. Von Startplatz 11 ist das ein gutes Ergebnis. Jetzt ist es schlechter geworden, aber es könnte noch schlimmer sein.“

… über die Option, ohne einen Stopp durchzufahren: „Ich vermute es. Nach allem, was ich gehört habe, hat Ocon es geschafft. Also hätten sie wohl halten können. Ich weiß nicht, ob ich die Position gehalten hätte, wenn ich draußen geblieben wäre. Aber ich wäre dieses Risiko gerne eingegangen.“ (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

… über die umstrittene Stopp-Entscheidung: „Die Reifen sind so wichtig. Wenn man nicht weiß, wie lange sie halten, ist man besorgt. Ich war auch nicht so schnell am Ende und hatte ein paar Probleme. Aber mir wurde gesagt, meine Pace wäre nicht schlecht. Im Nachhinein hätte ich wohl draußen bleiben oder viel früher in die Box kommen sollen. Durch das späte Reinkommen bin ich durch die ganze Phase am Ende durch, als ich sehr viel rumgerutscht bin. Letzten Endes sehr frustrierend, aber so ist es nun mal.“

Mercedes' British driver Lewis Hamilton wins the Turkish Formula One Grand Prix at the Intercity Istanbul Park circuit in Istanbul on November 15, 2020. (Photo by TOLGA BOZOGLU / POOL / AFP) (Photo by TOLGA BOZOGLU/POOL/AFP via Getty Images)
ISTANBUL, TURKEY - NOVEMBER 15: Race winner Lewis Hamilton of Great Britain and Mercedes GP celebrates winning a 7th F1 World Drivers Championship on the podium during the F1 Grand Prix of Turkey at Intercity Istanbul Park on November 15, 2020 in Istanbul, Turkey. (Photo by Tolga Bozoglu - Pool/Getty Images)
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Toto Wolff (Mercedes-Teamchef):

„Zunächst einmal freue ich mich sehr für Valtteri. Brutal starkes Rennen. Vom Start weg kontrolliert und schnellster Mann im Feld. Er hat auch die Reifen am besten gehandhabt, die schnellste Runde gesetzt und alles stets unter Kontrolle, also 10 aus 10 Punkten.“

... zu Hamiltons Ergebnis: „Schadensbegrenzung. Von Platz 11 losgefahren. Dann hatten wir einige Möglichkeiten. Entweder draußen bleiben und darauf spekulieren, dass wir als Dritter ins Ziel fahren, obwohl wir etwas langsamer sind - oder es geht sogar auf Trockenreifen. Am Ende des Tages sahen wir bei Leclerc, dass es abreißt und du plötzlich zwei Sekunden langsamer bist. Das hat sich bei Lewis auch so angebahnt. Es war daher klar, dass wir reinkommen müssen, um die Position gegen Gasly zu schützen.“

... über die Entscheidung zu stoppen: „Wären wir konservativ geblieben und acht Runden früher reingekommen, hätten wir mit Pérez und Leclerc um P3 fighten können. Man hat im Rennen aber gesehen, wie schwierig das mit Pérez war. Mit dem Risiko gab es zwei Möglichkeiten: Entweder gewinnst du groß, weil es auftrocknet oder du gewinnst klein, weil du Dritter bleibst. Fünfter warst du sowieso.“

... über Hamiltons Kritik an der Entscheidung: „Wenn ich jetzt wieder entscheiden würde, würde ich sagen, zehn Runden früher stoppen - wie alle anderen. Wir wollten das so - aber ich verstehe auch, dass du im Auto denkst, es geht vorwärts und du bist Dritter auf der Strecke. Wir hätten es schon durchgeschafft, denke ich. Aber das Risiko, einen Reifenplatzer zu haben und damit zehn Punkte zu verlieren - oder am Ende aufgefressen zu werden ... da hast du dann auch nichts gewonnen.“

Fernando Alonso (Platz 16), Alpine:

... zur Kollision mit Mick Schumacher: “Es tut mir Leid. Ich habe eine Strafe dafür bekommen und die geht auch in Ordnung. Es war ein spätes Manöver von mir. Wir haben uns berührt und er hat sich leider gedreht.“

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Sebastian Vettel (Platz 18), Aston Martin:

„Es war komisch. Es war nicht trocken, aber der Intermediate-Reifen war abgefahren und sah wie ein Trockenreifen aus. Ich hatte an den Schlüsselstellen kein Problem mehr. Daher dachte ich, ein neuer Trockenreifen kann besser funktionieren. Aber ich habe ihn gar nicht zum Arbeiten gebracht. Wenn die Temperatur in den Keller geht, ist es verloren. Es hat sehr lang gedauert, bis die Strecke trockener wurde - deshalb war es die falsche Entscheidung.“

Mick Schumacher (Platz 19), Haas:

„Wir waren gut dabei. Die zwei Alfas hatten sofort ihre Reifen auf Temperatur, da habe ich mich schwerer getan. Dann gab es leider den Kontakt mit Fernando. Es ist das Gleiche wie im Trockenen hier - man kann nicht hinterherfahren. Als wir frische Luft kriegten, konnte wir noch ein paar gute Runden hinlegen. Aber als wir reingekommen sind, war der Reifen komplett fertig.“

... über seine Bilanz des Rennwochenendes: “Ich nehme sehr viel Positives aus dem Wochenende mit. Wir haben sehr gute Freie Trainings gehabt an diesem Wochenende. Das Qualifying war natürlich mega. Leider hat es heute nicht gereicht, um etwas schneller und weiter vorne mitzufahren - aber wir haben trotzdem Erfahrung sammeln können.“

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