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Formel 1: Wie Mick Schumacher in die Mühlen der Politik geriet

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Formel 1: Wie Mick Schumacher in die Mühlen der Politik geriet

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Schumacher in den Mühlen der Politik

Mick Schumacher befindet sich in einer schwierigen Situation. Seine Karriere als Fahrer ist vorerst beendet, dabei gerät er mehr und mehr in die Mühlen der Politik.
Mick Schumacher kommt zu seinem ersten Streckeneinsatz im aktuellen Formel-1-Mercedes.
Ralf Bach
Ralf Bach

Mick Schumacher bleibt weiter ein rasendes Rätsel.

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Auch nach seinen ersten Testfahrten im Mercedes am Mittwoch in Barcelona können selbst eingefleischte Formel-1-Experten immer noch nicht sicher sagen, welches Potential der Sohn der deutschen Motorsportikone tatsächlich hat.

Grund: Bei den Übungsfahrten der neuen Pirelli-Reifen für nächste Saison kannten die Teams nur ihr eigenes Programm, angefangen mit der Benzinmenge, die ein Pilot bei seiner besten Runde mit an Bord hatte.

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Was man dabei wissen muss: Schon zehn Kilo Gewichtsunterschied machen auf der Strecke in Barcelona 0,4 Sekunden Zeitunterschied aus. Dazu kommt: Rundenzeiten hängen von den Witterungsbedingungen ab. Schon fünf Grad höhere Asphalttemperaturen beeinflussen Rundenzeiten ebenso wie verschiedene Windgeschwindigkeiten.

Mercedes lobt Mick Schumacher

Deshalb sind die 1.18,974 min, die Mercedes-Ersatzfahrer Schumacher am Mittwoch als persönliche Bestzeit verbuchen konnte, schwer mit der Bestzeit von Stammpilot George Russell (1.18,400 in) zu vergleichen, die der Brite, dem in der Szene einheitlich die Fähigkeiten eines zukünftigen Champions attestiert werden, am Dienstag gefahren ist.

Festzuhalten ist lediglich: Mercedes ist extrem zufrieden damit, was Schumacher junior bei seinen 153 Runden am Mittwoch geleistet hat. Das Spitzenteam bestätigte damit das Lob der ehemaligen Seriensieger, die schon vorher dem Rekordweltmeistersohn wertvolle und gute Arbeit im Simulator zur Entwicklung des runderneuerten Autos attestiert haben.

Sechs Monate nach dem Schuhmacher-Aus bei Haas blickt Teamchef Günther Steiner auf die Trennung zurück.
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Formel 1: Günther Steiner blickt auf die Trennung von Mick Schuhmacher zurück

Schumacher hätte demnach einen großen Teil dazu beigetragen, dass Mercedes beim GP Spanien vor einer Woche die Plätze zwei und drei belegen konnte.

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Ecclestone: Steiner hat Schumachers Karriere vorerst beendet

Fest steht aber auch: Haas-Teamchef Günther Steiner hat mit seiner oft polemisch vorgetragenen öffentlichen Kritik besonders im letzten der zwei Jahre dauernden Zusammenarbeit mit der deutschen Nachwuchshoffnung den Ruf Mick Schumachers ruiniert.

Selbst sonst so nüchterne Zahlenanalytiker wie der zukünftige Audi-Formel-1-Boss Andreas Seidl haben wegen der subjektiven Bewertung Steiners deshalb erhebliche Zweifel daran, ob Schumacher junior – trotz deutschen Passes und Legendennamens – der richtige Fahrer für das ehrgeizige Formel-1-Projekt der Ingolstädter sein könnte, das 2026 startet.

Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone bringt Schumachers vertrackte Situation bei SPORT1 auf den Punkt: „Ein erfolgloser Teamchef hat dafür gesorgt, dass Micks Karriere in der Formel 1 erst mal beendet ist. Was allerdings ist von den Aussagen eines Mannes zu halten, der nur durch deftige Sprüche in einer auf den US-Markt gezielten von Hollywood inszenierten Doku zum Superstar des Fahrerlagers wurde?“

Tost macht sich für ihn stark

Bitter für Schumacher: Er gerät zudem immer mehr in die Mühlen der Politik, die jenseits von Rundenzeiten über Karrieren entscheiden. Bei Red Bull gab es in letzter Zeit zwei Beispiele, welche diese These belegen.

Ende vergangenen Jahres machte sich AlphaTauri-Teamchef Franz Tost dafür stark, Schumacher im Juniorteam Red Bulls fahren und lernen zu lassen.

Tost, der Ende diesen Jahres aufhört, bestätigt das im SPORT1-Telefonat: „Mick ist besser als sein Ruf. Er hat die beiden wichtigsten Nachwuchsklassen gewonnen, alleine das berechtigt ihn in der Formel 1 zu fahren. Ich wies daraufhin, dass in der komplexen Formel 1 von heute ohne Testfahrten auch die größten Talente mindestens drei Jahre bräuchten, um ihr Potential abzurufen. Doch es wurde an oberster Stelle entschieden, ihn nicht zu nehmen. Ein Grund war, dass er damals noch Mitglied im Ferrari-Juniorkader war.“

Wolff wollte Schumacher bei Red Bull unterbringen

Das Spiel wiederholte sich vor wenigen Wochen. Diesmal stand unter anderem Mercedes im Weg. SPORT1 erfuhr: Mercedes-Teamchef Toto Wolff suchte das Gespräch mit dem neuen Red-Bull-Konzernchef Oliver Mintzlaff, um Schumacher unterzubringen.

Red-Bull-Chefberater Helmut Marko bestätigt das: „Es wurde bei einem Meeting erwähnt. Blöd nur, dass Herr Wolff gleichzeitig wieder offen Politik bei der FIA gegen uns machte. Damit war das Thema vom Tisch.“

Marko weiter: „Warum sollen wir Schumacher auffangen? Er ist Mercedes-Pilot, Herr Wolff ist für ihn verantwortlich. Wenn er soviel von ihm hält: Warum lässt er ihn dann nicht im eigenen Team fahren oder sorgt mit seinem Einfluss dafür, dass er in einem Kundenteam wie Williams unterkommt?“

Allein: Es ist schwer für Schumacher, den Teufelskreislauf aus Politik und schwer einschätzbarem Potential zu verlassen. Franz Tost hofft es trotzdem: „Ich kann nur für ihn hoffen, dass er als Stammpilot zurückkommen kann. Denn ich bin überzeugt, er hat das Zeug für einen sehr guten Formel-1-Piloten. Und das hat nichts mit der Magie seines Namens zu tun.“