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Formel 1-Hammer? Spekulationen um das Ende einer Ära

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Formel 1-Hammer? Spekulationen um das Ende einer Ära

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Beenden 800 Millionen Euro eine Ära?

Sechs Rennen vor Saisonende ist die WM längst entschieden, im Fahrerlager werden jedoch noch heiße Themen diskutiert. Es geht um den Verkauf eines Teams nach Saudi-Arabien und einen Fahrer mit Motivationsproblemen.
Red-Bull-Schwester AlphaTauri verkündet sein Fahrerduo für 2024, das Personaltableau des Red-Bull-Universums ist damit offiziell geklärt. Helmut Marko macht aber trotzdem gleich klar, dass sich Sergio Pérez nicht in Sicherheit wiegen darf.
Ralf Bach
Ralf Bach

Es wird viel besprochen in einem Fahrerlager der Formel 1. Kurz vor dem Großen Preis von Katar am Sonntag, bei dem Red-Bull-Pilot Max Verstappen (26) seinen dritten WM-Titel in Folge sicherstellen kann, haben die Insider der automobilen Königsklasse jedoch ein anderes Thema.

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Der kanadische Milliardär Lawrence Stroll, Hauptanteilseigner der Sportwagenschmiede Aston Martin und Besitzer des gleichnamigen Formel-1-Teams, soll mit dem Gedanken spielen, sein Team an einen neu gegründeten saudischen Staatsfond zu verkaufen.

Demnach soll der staatliche Mineralölkonzern Aramco – bereits Hauptsponsor des Teams – die Verkaufsverhandlungen für den Fond führen, der gegründet wurde, um noch mehr Sport im Wüstenstaat zu fördern. Die Kaufsumme soll sich auf nicht weniger als achthundert Millionen Euro belaufen.

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Strolls Motivation scheint zu schwinden

Offiziell will das Team nichts davon wissen. „Lawrence hat klargemacht, dass ein Verkauf nicht in Frage kommt“, sagt ein Sprecher zu SPORT1. „Der Sport ist populärer als je zuvor und der Wert der Teams steigt stetig. Nichts ist geplant.“

Stroll selbst wird von Aston Martin wie folgt zitiert: „Das (ein Verkauf, Anm. d. Red.) ist im Moment nicht vorgesehen. Wir sind allerdings angesprochen worden. Die Formel 1 ist ein Sport und ein Geschäft, das brennt.“

Trotzdem halten sich die Spekulationen. Hintergrund: Stroll, der sein von Forbes auf 3,2 Milliarden Dollar geschätztes Vermögen aufbaute, indem er Modemarken wie Tommy Hilfiger, Ralph Lauren oder Michael Kors kaufte und groß machte, fehlt laut seriösen Quellen die Motivation, die Karriere seines Sohnes Lance weiter zu fördern.

Schuld daran ist die Einstellung von Stroll junior (24) selbst. Der Teamkollege von Spaniens Superstar Fernando Alonso (42) soll keine Lust mehr auf die Formel 1 haben, weil der Doppelweltmeister ihm die Grenzen seines Potenzials aufgezeigt habe. Dazu kommt: Besonders Strolls Mutter Claire-Anne macht Druck – so die Quellen aus dem Fahrerlager –, dass ihr Sohn nach einigen Unfällen dieses Jahr seine Motorsport-Karriere beendet. Zuletzt crashte der Kanadier im Qualifying von Singapur sogar so schwer, dass er das Rennen auslassen musste.

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Stroll auf Vettel-Niveau? „War nicht mehr richtig motiviert“

Fest steht: Fuhr Stroll in den vergangenen Jahren bei Aston Martin noch mit dem mittlerweile zurückgetretenen deutschen Vierfachchampion Sebastian Vettel auf Augenhöhe, sieht der junge Kanadier in dieser Saison im Vergleich mit Vettels Nachfolger Alonso alt aus. Während der Spanier nach acht Podiumsplätzen mit 174 Punkten auf Rang vier der Fahrerwertung liegt, rangiert Stroll mit 47 Punkten nur auf Platz zehn.

Formel-1-Star Gerhard Berger (63) erklärt bei SPORT1: „Sebastian Vettel war nicht mehr richtig motiviert. Er befand sich schon in der Komfortzone, als er mit Stroll bei Aston Martin fuhr, und tat nur das Nötigste. Alonso aber gehört neben Ayrton Senna, Michael Schumacher, Lewis Hamilton und Max Verstappen zu den wenigen großen Champions, die keine Anstachelung von Teamkollegen brauchen, um immer ihre maximale Leistung abzurufen. Das bekommt Lance Stroll jetzt zu spüren. Obwohl er kein schlechter Rennfahrer ist.“

In der Tat: Stroll gewann 2016 die angesehene Formel-3-Euroserie in einem Team, das ebenfalls sein Vater für ihn gekauft hat. Danach investierte Vater Stroll in das finanziell angeschlagene Williams-Team, um dem Filius den Formel-1-Einstieg zu ermöglichen. 2019 kaufte er Force India, wohin sein Sohn wechselte. 2021 nannte er das Team in Aston Martin um, nachdem er die Mehrheitsanteile an der kultigen britischen Sportwagenfirma erworben hatte.

Führen Differenzen zwischen Vater und Sohn zum Aus?

Nach acht Jahren und bisher 137 Starts, einer Pole Position und drei Podestplätzen scheint die Karriere des Sohnes in der automobilen Königsklasse – so die Spekulationen – bald zu enden.

Allein: Für einige wäre das Karriereende keine Überraschung. Trotz der Achtungserfolge gibt es Experten, die Stroll junior immer fehlende Motivation unterstellt haben und glauben, dass der Vater ihn schon in frühen Jahren zu einer Rennfahrerkarriere gedrängt hatte. Ex-Weltmeister und Strolls Landsmann Jacques Villeneuve war lange Nachbar der Strolls in deren Heimatstadt Montreal.

Villeneuve behauptet bei SPORT1: „Lawrence hat seinem Sohn eine eigene Kartbahn gebaut, die nur 15 Gehminuten vom Haus weg lag. Trotzdem legte Lance die Strecke jeden Tag mit dem Helikopter zurück.“

Ein anderer Insider, der früher in verantwortlicher Position bei einem Team war, erinnert sich in ähnlicher Weise: „Vater und Sohn kamen mal zu unserer Fabrik, um sie sich anzuschauen: Ich habe noch nie einen so interessierten Vater und so desinteressierten Sohn erlebt.“

Wer könnte Stroll bei Aston Martin beerben?

Fest steht: Die aktuellen Formel-1-Protagonisten schließen einen Rücktritt von Stroll junior und demzufolge den Verkauf des Aston-Martin-Teams nicht mehr aus. Sie spekulieren deshalb schon, wer Nachfolger von Lance Stroll als Fahrer beim dann arabischen Team werden könnte. Immer wieder fällt dabei der Name Yuki Tsunoda (23). Der junge Japaner, der als großes Talent gilt, hat gerade seinen Vertrag bei Red Bulls Juniorteam Alpha Tauri um ein weiteres Jahr verlängert.

Tsunoda ist aber nicht nur Red-Bull-Pilot, sondern ebenfalls von Honda gefördert. Die Japaner, noch Partner von Red Bull, werden ab 2026 Partner von Aston Martin.

Red-Bull-Chefberater Helmut Marko (80), bei den Österreichern unter anderem verantwortlich für den gesamten Fahrerkader, zu SPORT1: „Tsunoda steht bei uns unter Vertrag. Wenn Aston Martin schon nächstes Jahr Interesse an ihm haben sollte, müssten sie sich erst mit uns einig werden.“