Am Dienstag präsentierte der Traditionsrennstall aus Grove die Lackierung für den neuen FW48. Doch statt eines rollenden Autos gab es erneut nur Computer-Renderings, die angeblich auch nicht den echten Rennwagen zeigen sollen. Die Frage drängt sich auf: Ist das alles noch erklärbar – oder wird es langsam bedenklich?
Ist das alles noch erklärbar?
Traditionsteam in Erklärungsnot
Der Rückstand ist unübersehbar. Williams ist das einzige Team, das alle fünf Testtage in Barcelona ausgelassen hat. Die Jungfernfahrt des FW48 lässt weiter auf sich warten.
Formel 1: Was ist los bei Williams?
Offiziell spricht das Team von Verzögerungen in der Produktion, inoffiziell kursierten Gerüchte über verpasste Crashtests und dadurch massive Gewichtsprobleme. Die hat Teamchef James Vowles zwar dementiert, ganz aus der Welt sind die Zweifel damit aber nicht.
Optisch bleibt Williams seiner Linie treu. Das Auto zeigt sich überwiegend in sattem Blau, ergänzt durch Schwarzflächen an den Flanken. Dazu kommen hellblaue Akzente und größere weiße Bereiche an den Seitenkästen - laut Vowles eine bewusste Rückbesinnung nach dem Design-Experiment des Vorjahres. Eine rot-weiße Konturlinie soll an legendäre Titelautos wie Nigel Mansells FW14B oder Damon Hills FW18 erinnern.
Technisch hält sich Williams auffällig bedeckt. Die veröffentlichten Renderings zeigen kein echtes Auto, sondern abstrahierte Darstellungen mit angeblichen „Elementen“ des FW48. Besonders kurios: An der Vorder- und Hinterachse wurden im Designprogramm schlicht Streben entfernt, um keine Geheimnisse preiszugeben.
Teamchef Vowles ist spät dran
Auch verbal weiß Williams noch nicht so recht zu überzeugen: Teamchef Vowles spielt den verpassten Shakedown weiter herunter. Man hätte in Barcelona fahren können, wollte aber kein Risiko bei der Ersatzteilsituation eingehen.
Stattdessen testete das Team auf dem Gesamtfahrzeugprüfstand in Brackley und bereitete die Fahrer intensiv im Simulator vor. Die erste Ausfahrt des FW48 soll nun bei einem Filmtag erfolgen - spät, sehr spät.
Sportlich steht Williams nach 2025 eigentlich gut da. Platz fünf in der Konstrukteurs-WM, zwei Podestplätze und Aufbruchsstimmung kennzeichneten die Vorsaison. Mit Carlos Sainz und Alexander Albon verfügt das Team über eine starke und eingespielte Fahrerpaarung. Doch genau deshalb wiegt der aktuelle Fehlstart schwer. 2026 sollte der nächste Schritt kommen, nicht der nächste Erklärungsversuch.
Vowles selbst gibt sich kämpferisch, aber ungewohnt vorsichtig. „Wir sind nicht naiv“, sagt der Brite und verweist darauf, dass der Sprung nach vorn immer schwieriger werde. Vor allem, weil die Konkurrenz bereits fährt...