Nach dem Test-Debakel in Bahrain droht Aston Martin beim Saisonstart in Australien (Sonntag, 5 Uhr MEZ) der Super-GAU. Beide Autos könnten in Melbourne zwar die Einführungsrunde absolvieren, danach aber direkt wieder in der Box verschwinden, so die Gerüchte aus dem Fahrerlager im Albert Park. Ein Start also nur pro forma, um größeren Schaden zu vermeiden.
Formel 1: Aston Martin droht Debakel in Melbourne
F1-Team steht vor dem Super-GAU
Im Zentrum der Krise steht die neue Honda-Power-Unit. Der Antrieb leidet offenbar unter massiven Vibrationen. Das Problem: Die Schwingungen beschädigen das Hybridsystem, insbesondere die Batterie, manche Teile werden regelrecht „kaputtgeschüttelt“. Bereits in Bahrain sorgten Defekte für ein drastisch eingeschränktes Testprogramm.
Doch ein kompletter Nichtantritt in Melbourne wäre heikel. Das Concorde-Abkommen verpflichtet die Teams zur Teilnahme. Ein bewusster Rückzug könnte Strafen nach sich ziehen. Deshalb wird die Variante mit der Aufgabe direkt nach Rennstart diskutiert.
„Reihe von Problemen“ bremst Aston Martin aus
Fest steht: Es herrscht Krisenstimmung bei Aston Martin-Honda. Eigentlich sollte dieses Jahr der Angriff an die Spitze folgen. Eine neue Fabrik in Silverstone, Adrian Newey als Teamchef, Fernando Alonso als Nummer-1-Pilot und der neue Antriebslieferant Honda sollten die Erfolgsgaranten sein.
Stattdessen droht der neuen Paarung eine Zerreißprobe. In Japan reagierte die Honda Racing Corporation bereits mit einer kurzfristigen Pressekonferenz. „Ehrlich gesagt waren die Vorsaisontests extrem hart für uns“, räumt HRC-Präsident Koji Watanabe ein. „Wir konnten nicht unsere volle Leistung abrufen. Dazu traten eine Reihe von Problemen zutage.“
Besonders brisant: Es geht nicht nur um Software oder Kühlung, sondern um komplexe mechanische Themen. „Die Hauptursache des Problems war, dass ungewöhnliche Vibrationen das Batteriesystem beschädigten“, erklärt HRC-Geschäftsführer Ikuo Takeishi und zeigt ein bisschen auch mit dem Finger auf Chassisbauer Aston Martin: „Als Reaktion darauf untersuchen wir selbstverständlich die Ursache bei der Antriebseinheit. Gleichzeitig ergreifen wir auch Maßnahmen auf der Fahrzeugseite.“
Hat Newey den AMR26 etwa so nah am Limit gebaut, dass die Antriebseinheit die Fahrt im Renntempo nicht überlebt? Genau das wird hinter den Kulissen vermutet.
Nächstes Motor-Debakel für Alonso?
Die Hoffnung ruht nun auf einem kurzfristigen Update. Auf dem Prüfstand in Sakura werden derzeit Maßnahmen zur Schwingungsdämpfung getestet. Takeishi bleibt kämpferisch: „Die Hindernisse sind sicherlich hoch, aber wir werden nicht vorzeitig aufgeben.“
Die Situation jedoch erinnert fatal an 2015, als der Antrieb namens RA615H im McLaren schon mal nicht konkurrenzfähig war. Damals bezeichnete Alonso das Triebwerk am Funk wütend als „GP2-Motor“.
Schon jetzt verweist man in Japan deshalb auf die damalige Wiederauferstehung. Nach dem schwierigen McLaren-Start entwickelte sich Honda mit Red Bull zum Titelkandidaten. Takeishis Kampfansage: „Wir werden definitiv gewinnen.“ Wie lange das allerdings dauern wird, bleibt offen.