Deutschland wendet Olympia-K.o. ab

Deutschland wendet Olympia-K.o. ab

Das deutsche Fußball-Team ringt Außenseiter Saudi-Arabien nieder. Im letzten Gruppenspiel hat die Mannschaft von Stefan Kuntz daher alles in der eigenen Hand.
Im zweiten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien hat sich die deutsche Fußball-Olympiamannschaft trotz Unterzahl einen knappen Sieg erkämpft
Kampfsieg in Unterzahl: Deutsche Auswahl wendet Olympia-Aus ab
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. SPORT1
von SPORT1
am 25. Juli

„Wenn du solche Spiele gewinnst gibt dir das mehr Kraft als ein 3:0 oder 4:0“, war sich Nadiem Amiri nach dem 3:2 (2:1)-Zittersieg gegen Saudi Arabien in der ARD sicher. (Spielverlauf zum Nachlesen)

Das deutsche Fußball-Team hatte bei den Olympischen Spielen im zweiten Spiel den ersten Erfolg eingefahren. In Yokohama setzte sich die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz letztlich in Unterzahl und mit einer ganzen Menge Willen gegen den Außenseiter durch.

„Die wichtigste deutsche Eigenschaft, die Leidenschaft, war da“, lobte Kapitän Max Kruse die Mentalität in der Mannschaft: „Wir haben gekämpft bis zum Umfallen, einige waren wirklich kurz davor. Man hat gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten. Das war heute ein Willenssieg.“

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Pieper sieht Rot

Nach einer Roten Karte für Amos Pieper (66.) beim Stand von 2:2 musste Deutschland weite Teile des zweiten Durchgangs in Unterzahl verbringen. Trotzdem gelang dem Augsburger Felix Uduokhai mit dem Kopfballtor zum 3:2 gleichzeitig der Siegtreffer (75.).

„Wir haben einen dünnen Kader, aber mit diesem Team kannst du eine Medaille gewinnen“, sagte Amiri. Eine Ansage nach der Konkurrenz - gerade nach zwei nicht wirklich überzeugenden Auftritten. Das Selbstbewusstsein ist nach dem „Willenssieg“ zurück.

Amiri und Ache treffen für Deutschland

Zuvor war das deutsche Team in Person von Nadiem Amiri (11.) und Ragnar Ache (43.) zwar zweimal in Führung gegangen. Saudi-Arabien hatte allerdings jeweils eine Antwort parat. Sami Al Najei erzielte beide Treffer (30. und 50.) für den Außenseiter.

Nach der 2:4-Pleite gegen Brasilien zum Auftakt braucht das deutsche Team nun noch einen weiteren Sieg gegen die Elfenbeinküste im letzten Gruppenspiel, um den Einzug ins Achtelfinale klarzumachen. Die Ivorer trotzdem dem Topfavoriten Brasilien zuvor ein 0:0 ab.

Die Mannschaft von Stefan Kuntz hat das Weiterkommen nach dem Zittersieg noch in der eigenen Hand.

Uduokhai spricht von Goldmedaille

„Wir wollen immer noch die Goldmedaille gewinnen“, hatte Abwehrspieler Uduokhai vor der Partie gesagt. Entsprechend forsch trat das Team D gegen die „Grünen Falken“ zunächst auf. Der auffällige Ache hätte einen Kopfball zur Führung nutzen müssen (4.), auch der Bochumer Eduard Löwen (5.) hatte gleich das 1:0 auf dem Fuß.

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Ache und Löwen rückten in die Startelf, weil Kuntz die mit einer Gelben Karte vorbelasteten Anton Stach und Jordan Torunarigha mit Blick auf das letzte Spiel schonen wollte - und musste. Nach der Sperre für Kapitän Maximilian Arnold standen dem DFB-Coach schon gegen die Saudis nur noch 14 Feldspieler zur Verfügung, das Wechselkontingent konnte Kuntz somit nicht voll nutzen.

Als Saudi-Arabien mutiger wurde, schlug die deutsche Mannschaft erstmals zu: Nach einer Kombination über Ersatzkapitän Max Kruse und Cedric Teuchert konnte sich Amiri die Ecke aussuchen, entschied sich für rechts unten und hatte Erfolg. Für Sicherheit sorgte die Führung aber nicht.

Stattdessen durfte Al-Naji zum Ausgleich für die seit Monaten eingespielten Saudis abstauben, weil Torhüter Florian Müller einen Schuss von Salem Al Dawsari, genannt „El Tornado“ nur abklatschen ließ.

Der erst kurzfristig für den Olympia-Kader nachnominierte Ache beruhigte die Nerven aber zunächst wieder. Pieper, einer von drei U21-Europameistern in der Startelf, spielte einen perfekten Pass auf den Stürmer, der im Nachsetzen erfolgreich war. Al-Naji gelang kurz nach der Pause der erneute Ausgleich. Nachdem Pieper den zweiten deutschen Platzverweis des Turniers sah, wurde es noch einmal hektisch, Uduokhai erzielte per Kopf das 3:2. Die Führung wackelte bis in die Nachspielzeit.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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