Emotionaler Tränenausbruch bei den Olympischen Spielen in Paris: Die Niederländerin Sharon van Rouwendaal hat am Donnerstagmorgen den Sieg im Freiwasserschwimmen über 10 Kilometer eingefahren. Im Anschluss brachen bei der 30-Jährigen alle Dämme.
Olympiasiegerin weint um toten Hund
Nachdem van Rouwendaal als Erste anschlug und sie aus dem Wasser ging, schossen ihr direkt die Tränen in die Augen. Die Olympiasiegerin hielt sich zunächst ihre linke Hand vor ihr Gesicht, ehe sie ihren rechten Arm hochhielt. Dabei zeigte die Niederländerin auf die zwei tätowierten Pfoten an ihrem rechten Handgelenk und gab dieser Stelle einen Kuss. Das Tattoo, welches sie erst seit kurzen hat, steht für ihren im Mai verstorbenen Hund Rio - der ihr sehr am Herzen lag, wie sie immer wieder verdeutlicht.

Zwergspitz Rio war über acht Jahre hinweg an ihrer Seite. Nach dem Triumph erklärte die 30-Jährige emotional: „Ich tue das alles für ihn. Im Mai ist meine Welt zusammengebrochen, als mein Hund nach einer Operation gestorben ist. Nichts mehr war mir wichtig.“ Nach dem Schicksalsschlag hörte sie für zehn Tage auf zu trainieren. Durch den Stress nahm sie zudem nach eigener Aussage drei Kilogramm ab. Mit dem Tod hat sie bis heute zu kämpfen.
Van Rouwendaal berichtete: „Ich wollte nicht einmal mehr zu den Spielen fahren. Meine Eltern sagten aber dann: ‚Schwimm für ihn‘. Da habe ich beschlossen, noch einmal alles zu geben.“ Ihr großes Ziel war nach dem Erfolg in Rio 2016 sowie dem zweiten Platz 2021 in Tokio die zweite Goldmedaille einzufahren. „Ich wollte noch einmal olympisches Gold für ihn gewinnen und das ist mir gelungen. Das ist etwas ganz Besonderes“, freute sich die 30-Jährige.
Hund starb auf dem Weg zum Tierarzt
Am 6. Mai gab die Niederländerin den Tod ihres Hundes auf Instagram bekannt und teilte in einem Reel Videos sowie Fotos mit ihm. Dazu schrieb sie: „Ich habe das alles für uns getan. Ich habe ein Haus für dich und mich gekauft, damit wir nach den Olympischen Spielen in Paris zusammenleben können, aber es gab ein paar Komplikationen auf dem Weg dorthin.“
Van Rouwendaal führte weiter aus: „Du musstest operiert werden, sonst hättest du es nicht noch ein paar Jahre länger geschafft. Aber es gab Risiken, und wir haben uns für die Operation entschieden, damit du ein längeres Leben mit mir in unserem neuen Haus führen kannst.“
Die 30-Jährige schilderte, dass es zunächst danach aussah, dass die OP gut verlaufen sei, doch Rio dann Fieber bekam und krank wurde. „Heute Morgen dachten wir, es ginge dir schon viel besser, aber heute Nachmittag um 4.15 Uhr hast du beschlossen, uns auf dem Weg zum Tierarzt auf dem Schoß meiner Mutter zu verlassen.“

Die Ärzte versuchten vergebens, den Hund zu reanimieren. „Heute muss ich mich von meinem kleinen Mann verabschieden, der mir das beste Gefühl der Welt gegeben hat, besser als jede Medaille, die ich je gewonnen habe, besser als jeder Schwimmmoment, den ich je erlebt habe“, so van Rouwendaal.
Sie schrieb abschließend: „Du bist und wirst immer das Wichtigste in meinem Leben sein. Ich hoffe, du kannst dich etwas erholen. Ich werde dich nie vergessen. Mami liebt dich.“