Die „Eishexe“ ist zurück bei den Olympischen Spielen: Die Russin Eteri Tutberidze spielt auch bei den Wettkämpfen in Italien eine Rolle. Auch wenn sie zunächst nicht so sehr im Rampenlicht steht wie vor vier Jahren, löst ihre Präsenz doch Unbehagen aus.
Olympia: Die "Eishexe" löst wieder Unbehagen aus
Die „Eishexe“ löst wieder Unbehagen aus
WADA-Chef Witold Banka erklärte bei einer Pressekonferenz in Mailand, er fühle sich „natürlich nicht wohl mit ihrer Anwesenheit hier bei den Olympischen Spielen“.
Diese Aussagen haben einen ernsten Hintergrund: Bei den Spielen 2022 war Tutberidze Teil der tragischen Geschichte von Kamila Valieva. Als Trainerin der damals minderjährigen Eiskunstläuferin richteten sich viele Augen auf sie - und bekamen dabei ein verstörendes Bild zu sehen.
Gegen die kalte Russin fehlten die Beweise
Unvergessen ist bis heute, wie die so unbarmherzig wirkende Trainerin ihren jungen Schützling kritisch hinterfragte, als dieser unter dem durch den Dopingwirbel ausgelösten Druck zusammenbrach.
Doch die unterkühlten und teils äußerst fragwürdigen Methoden von Tutberidze waren damals wie heute zumindest kein Grund für einen Ausschluss von Olympia. Und eine Verbindung zu dem positiven Dopingbefund Valievas konnte ihr nicht nachgewiesen werden.
Die Untersuchung „ergab keine Beweise dafür, dass diese Person an diesem Doping beteiligt war, daher gibt es keine rechtliche Grundlage, sie auszuschließen“, sagte WADA-Boss Banka daher.
Tutberidze ist als Trainerin der russische Läuferin Adelia Petrosian in Italien. Zusätzlich gilt sie als Teil der georgischen Delegation und soll dort mit Europameister Nika Egadze arbeiten.
„Doping bei Minderjährigen ist unverzeihlich“
Anders als Tutberidze, die auch 2014 und 2018 die Olympiasiegerinnen im Einzellauf trainiert hatte, ist Valieva bei den Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo nicht dabei. Die 19-Jährige gab nach dem Ablauf ihrer vierjährigen Sperre erst kürzlich in Moskau ihr vielbeachtetes Comeback auf dem Eis.
Immerhin eine positive Auswirkung hatte der Dopingfall: Laut WADA seien die Regeln im Umgang mit Minderjährigen verschärft worden. Banka erklärte, Veränderungen im Anti-Doping-Kodex hätten den Fokus stärker auf das Umfeld gelegt, inklusive verpflichtender Untersuchungen, wenn Minderjährige betroffen sind.
WADA-Vertreter James Fitzgerald sagte bei The Athletic: „Doping bei Minderjährigen ist unverzeihlich.“
Er führte weiter aus: „Es gab nicht genügend Beweise gegen ein Mitglied des Teams, um einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln geltend zu machen, aber wir bleiben bei unserer Position, dass Kamila Valieva zwar allein die Konsequenzen tragen musste, wir aber nicht glauben, dass eine 15-jährige Eiskunstläuferin ohne die Hilfe von jemandem verbotene Substanzen einnehmen würde.“