Die Medaillen bei den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina d’Ampezzo haben offenbar eine Sollbruchstelle. Bei mehreren an den ersten beiden Wettkampftagen geehrten Athletinnen und Athleten brach der Steg, der das Band an der Plakette hält.
Medaillen-Pannen bei Olympia? Deutsche Stars geben Update - Veranstalter reagiert
Medaillen-Pannen? Stars geben Update
Immerhin der ersten deutschen Goldmedaille geht es bislang noch gut. „Das Band sieht ein bisschen Arsch aus. Das liegt aber nicht an der Qualität, sondern daran, dass sie so viel rumgereicht wurde“, sagte Rennrodler Max Langenhan auf SPORT1-Nachfrage am Montagmorgen.
Die Bronzemedaille des deutschen Biathleten Justus Strelow überstand die anschließende Feier hingegen nicht unbeschadet. Strelow habe die Medaille auch beim Tanzen und Springen getragen, berichtete Teamkollege Philipp Nawrath auf SPORT1-Nachfrage: „In dem Moment ist die Medaille dann zu Bruch gegangen leider.“
Medaillen-Panne? „Kleinen Schwund gab es“
Strelows Medaille löste sich bei der wilden Feier im Deutschen Haus vom Band. Nawrath ergänzte: „Ich hoffe und glaube, dass das relativ schnell wieder zusammenzusetzen war. Einen kleinen Schwund gab es, aber das ließ sich alles beheben.“
Auch Silbermedaillengewinnerin Emma Aicher gab Entwarnung. „Meine ist ganz, ich kann mich nicht beschweren“, sagte Aicher auf SPORT1-Nachfrage.
Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson (USA) ging hingegen ihre Goldmedaille zu Bruch, auch der schwedischen Langläuferin Ebba Andersson unterlief nach ihrem Silber-Gewinn ein ähnliches Malheur.
„Du solltest damit nicht hüpfen“, gab Johnson anschließend zu Protokoll. An Johnsons Medaille war wie bei Andersson der dünne Steg kurz nach der Siegerehrung im Überschwang der Gefühle gebrochen.
Probleme mit Olympia-Medaillen? Veranstalter reagiert
Die Veranstalter sind sich des Materialproblems „bewusst“, wie Andrea Francisi versicherte.
Der Chief Games Operations Officer ergänzte: „Wir untersuchen, worin genau das Problem besteht. Es ist wichtig, dass bei der Medaillenübergabe alles perfekt abläuft, denn das ist wohl einer der wichtigsten Momente für die Athleten.“ Francisi versprach: „Wir arbeiten daran.“
Italiens Staatsmünze formt die Olympia-Plaketten
Die Olympia-Plaketten wurden vom Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato hergestellt, der staatlichen Münzprägeanstalt Italiens.
Für die Produktion wurden recycelte Metalle aus eigenen Produktionsabfällen verwendet. Alle Medaillen haben einen Durchmesser von 80 Millimetern und eine Dicke von rund zehn Millimetern.
Diese Summen stecken in Gold, Silber und Bronze
Gewicht und Materialwert unterscheiden sich je nach „Farbe“: Die Goldmedaille besteht aus 500 Gramm Feinsilber und sechs Gramm Feingold und würde rund 1800 Euro kosten, Silber wurde aus 500 Gramm Feinsilber geschmiedet und käme auf 1000 Euro.
Bei Bronze, das aus Kupfer besteht, sind es 420 g und nur vier Euro.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)