Ist das bitter! Obwohl Vanessa Voigt sich im Damen-Einzel über die 15 Kilometer keinen Schießfehler leistete, hat es nicht zur zweiten Medaille bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen gereicht.
Biathletin Vanessa Voigt: "Ich weiß, dass das jetzt wieder das große Thema bei mir ist"
Deutsche Biathletin im Gefühlschaos
Wie bei den Spielen 2022 wurde Voigt erneut nur Vierte. Sie verpasste am Mittwochnachmittag die Bronzemedaille nur um 12,9 Sekunden.
Olympia: Deutsche Biathletin selbstkritisch
„Es ist total schwierig, meine Gedanken zu ordnen“, gestand sie kurz nach dem Rennen in der ARD und fügte hinzu: „Grundsätzlich bin ich enorm stolz auf meine Leistung, hier zu stehen und wieder viermal Null zu schießen. Es war nicht so leicht. Klar, ich weiß, dass jetzt wieder die Schießzeit und Laufzeit das große Thema bei mir ist.“
Voigt betonte, dass sie stolz auf ihren Wettkampf sei, haderte aber ebenso mit sich selbst: „Ich hätte es schon etwas zügiger angehen können, allgemein auf den Runden habe ich es an manchen Stellen verschlafen.“
Voigt erklärt ihre Renntaktik
Mit etwas mehr Abstand sagte die deutsche Biathletin in der Mixed-Zone: „Ich weiß, dass ich schneller schießen kann, das habe ich ab Oberhof gezeigt und auch hier in der Mixed-Staffel.“
Die 28-Jährige ergänzte: „Im Einzel zählt aber jeder Treffer, deswegen wollte ich unbedingt die Null schießen und habe sogar vor dem letzten Schuss nochmal abgesetzt, um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, aber klar, in der Weltspitze brauchst du auch schnelle Schießzeiten.“
Lesser: Die Aggressivität fehlte am Schießstand
Die beiden ARD-Experten Erik Lesser und Arnd Peiffer waren sich unisono einig, dass Voigt die Bronzemedaille am Schießstand verloren hat.
„Natürlich hätte sie beim Laufen stärker sein können, aber sie hat am Schießstand nicht mehr die Aggressivität gehabt wie in der Mixed-Staffel und auch in den Weltcups zuvor. Das hat sie heute nicht zeigen können“, sagte Lesser. Seiner Meinung nach hätte sie mehr herausholen können und wäre dann eine verdiente Bronzemedaillengewinnerin gewesen.
Voigt verliert 27 Sekunden am Schießstand
Im Anschluss verglich Peiffer die Deutsche mit der Überraschungs-Drittplatzierten Lora Hristova: „Man sieht, dass jedes Schießen bei Vanessa länger gedauert hat. Sie nimmt sich natürlich die Zeit, um 100 Prozent zu schießen, deswegen ist das kein Vorwurf, dass sie schneller schießen muss.“
Der zweimalige Olympiasieger (Sprint 2018, Staffel 2014) legte dennoch den Finger in die Wunde: „Sie nimmt sich die Zeit, um Null zu schießen, aber sie hat in der Mixed-Staffel gezeigt, dass sie schneller schießen kann. In Summe sind es 27 Sekunden Unterschied, und dann muss man nicht lange rechnen, dass das ein Grund ist, der zwischen Bronze und Platz vier entscheidet.“
Peiffer sagte abschließend in aller Deutlichkeit, dass Voigt verdammt viel richtig gemacht habe, wenn sie fehlerfrei schießt. Aber: „Sie braucht vielleicht noch mehr Mut. Da muss man sich hinarbeiten, sie hat es in der Mixed-Staffel gezeigt.“