In einem dramatischen letzten Schießen hat Emilien Jacquelin den Olympiasieg in der Verfolgung verpasst. Der Franzose, der über weite Teile des Rennens führte und viel Risiko ging, leistete sich beim letzten Stehendanschlag zwei Fehler und holte am Ende nur Bronze.
Olympia: Drama um Gold beim letzten Schießen
Drama um Gold beim letzten Schießen
Martin Ponsiluoma aus Schweden nutzte den Patzer aus und sicherte sich nach ingesamt nur einem Schießfehler olympisches Gold. Es war die erste Medaille für die schwedischen Biathleten bei diesen Spielen.
„Er hat alle Eier in einen Korb gelegt und zerbrochen. So wie ich ihn kenne, ist er jetzt mürrisch, gefrustet und demotiviert“, meinte der ehemalige norwegische Biathlon-Star und dreimalige Olympiasieger Tarjei Bö beim norwegischen Rundfunk NRK über Jacquelin. Sein Bruder Johannes Tignes, fünfmaliger Olympiasieger, sagte, er sei „zu viele Risiken gegangen”.
Olympia: Deutsche Biathleten erneut ohne Medaillenchance
Nutznießer war Sturla Holm Lägreid aus Norwegen, der sich Silber und damit seine dritte Einzelmedaille bei diesen Spielen sicherte. „Für Sturla war es perfekt“, meinte Tarjei Bö.
Nach der chancenlosen Vorstellung im Sprint konnten die deutschen Biathleten auch in der Verfolgung nicht in den Medaillenkampf eingreifen.
Philipp Horn landete als bester Deutscher auf Rang Elf, hatte jedoch schon über zwei Minuten Rückstand auf Sieger Ponsiluoma. Dahinter folgten Philipp Nawrath (25./+3:11), Justus Strelow (30./+3:35) und David Zobel (34/4:09.). SPORT1 hat das Rennen im Liveticker begleitet.
+++ Horn bester Deutscher +++
Als Elfter kommt nun Horn als bester Deutscher ins Ziel. Nach einem starken Beginn ohne Fehler war auf mehr zu hoffen, insgesamt drei Extrarunden im Stehendschießen waren am Ende allerdings zu viel. Dahinter reihen sich Nawrath (Platz 25), Strelow (30.) und Zobel (34.) ein.
+++ Ponsiluoma siegt - Jacquelin sichert Bronze +++
Martin Ponsiluoma krönt sich zum Olympiasieger in der Verfolgung! Der Schwede schießt insgesamt nur einen Fehler und überquert als Erster die Ziellinie. Das ist die erste Medaille für die schwedischen Biathleten bei diesen Olympischen Spielen. Lägreid konnte Jacquelin nach dessen zwei Fehler auf der Schlussrunde noch überholen und sichert sich Silber. Jacquelin kann immerhin noch Bronze sichern.
+++ Deutsche spielen erneut keine Rolle +++
Nach einem starken Start schießt Horn beim letzten Schießen erneut einen Fehler und fällt etwas zurück. Strelow, Nawarath und Zobel sind nicht unter den Top 25 zu finden.
+++ Kampf um Gold spitzt sich zu +++
Jacquelin kommt am Schießstand an - und patzt erstmals! Gleich zweimal verfehlt er die Schiebe und muss zwei Strafrunden drehen. Das kostet ihn rund 50 Sekunden. Ponsiluoma schiebt sich nach null Fehlern vorbei und ist auf dem besten Wege die erste Medaille für die Schweden zu holen. Rund 15 Sekunden beträgt sein Vorsprung auf Lägreid und Jacquelin auf der Schlussrunde. Diese drei werden die Medaillen unter sich ausmachen.
+++ Jacquelin auf Goldkurs +++
Jacquelin zeigt sich überragend am Schießstand und macht auch beim ersten Stehendanschlag keinen Fehler! Das riecht nach Gold. Weil die Norweger hinter ihm patzen, schieben sich Ponsiluoma und der französische Einzel-Silbermedaillengewinner Eric Perrot auf die Medaillenränge, haben aber schon über 30 Sekunden Rückstand. Horn kann seine Leistung nicht wiederholen und schießt zwei Fehler. Das ist bitter.
+++ Jacquelin geht in Führung - Horn stark +++
In einem Wahnsinns-Tempo trifft Jacquelin auch beim zweiten Liegendschießen alle fünf Scheiben und schiebt sich auf Rang eins. Hinter ihm folgen Christiansen und Lägreid, die ebenfalls ohne Fehler blieben. Fillot Maillet dagegen muss gleich zweimal in die Strafrunde und fällt deutlich zurück. Direkt hinter dem Franzosen auf Rang zehn liegt nun Horn, der wieder null Fehler schießt. Klasse! Strelow bleibt ebenfalls fehlerfrei. Nawrath und Zobel müssenn beide wieder einmal in die Strafrunde.
+++ Horn und Strelow starten stark! +++
Philipp Horn und Justus Strelow bleiben fehlerfrei und sind in den Top 15! Starker Start für die beiden Deutschen. Nawrath und Zobel fallen mit je zwei Fehlern zurück.
+++ Top-Favoriten müssen alle in die Strafrunde +++
Beim ersten Liegendanschlag müssen alle Top-Favoriten in die Strafrunde! Fillot Maillet, Jacquelin, Christiansen und Lägreid schießen einen Fehler und müssen 150 Meter extra drehen. Martin Ponsiluoma und Eric Perrot lassen keine Scheibe stehen und schieben sich an die Spitzenplätze heran.
+++ Jacquelin drückt aufs Tempo +++
Jacquelin geht direkt ins Risiko und startet aggressiv. In hohem Tempo zieht er an den beiden Norwegern vorbei und ist nun bis auf zehn Sekunden an Fillot Maillet herangekommen.
+++ Die Jagd ist eröffnet! +++
Und dann geht es los! Fillot Maillet eröffnet unter besten Bedingungen bei Sonnenschein und blauem Himmel die Verfolgung. Innerhalb von dreißig Sekunden starten dann auch die ersten vier Verfolger Christiansen, Lägreid, Jacquelin und Samuelsson. Anschließend sind auch die deutschen Starter auf der Strecke.
+++ Die Positionen der deutschen Starter +++
Nach den ernüchternden Ergebnissen im Sprint gehen die vier deutschen Starter mit einem ordentlichen Rückstand in die Loipe. Philipp Horn, als Zehnter bester Deutscher gewesen, startet 1:09 Minuten hinter Fillot Maillet. David Zobel (+1:42), Justus Strelow (+1:46) und Philipp Nawrath (+1:53) haben einen noch größeren Rückstand. Insgesamt vier Mal (liegend - liegend - stehend - stehend) wird heute geschossen. Für jeden Fehler muss eine Strafrunde von 150 Metern absolviert werden. Wer als Erstes die Ziellinie überquert, wird Olympiasieger.
+++ Fillot Maillet der Gejagte +++
Sprint-Olympiasieger Fillot Maillet startet heute als Erster in Antholz und wird der Gejagte sein. Der Franzose versucht seinen Titel zu verteidigen, schon in Peking 2022 gewann er Gold in der Verfolgung. Seine engsten Konkurrenten sind zwei Norweger: Silber-Medaillengewinner Vetle Sjaastad Christiansen (+ 14 Sekunden) und Sturla Holm Lägreid, der Bronze holte (+16), haben die Medaillen fest im Blick. Dahinter folgen der Franzose Emilien Jacquelin (+16) und Sebastian Samuelsson aus Schweden (+25).
Insbesondere Philipp Nawrath, der nach drei Schießfehlern im nur 26. wurde, haderte nach dem Sprint: „Keine Ahnung, das war heute einfach ein Satz mit X.“ Seinen Teamkollegen ging es ähnlich. Philipp Horn war als Zehnter noch der am besten platzierte DSV-Athlet. Er hätte „nicht gedacht, dass die Abstände so riesig sind“, sagte Horn: „Wir müssen jetzt analysieren, woran das liegt.“
Dennoch glaubt DSV-Sportdirektor Felix Bitterling nicht, „dass wir hier untergegangen sind“. Im Sprint sei man dennoch erstmals während der Winterspiele „nicht so richtig auf Schlagdistanz“ gewesen. Das sei „ärgerlich, weil eben der Verfolger dranhängt. Es ist aber nicht mehr zu ändern.“
Neben Fillon Maillet werden bei der Entscheidung um das olympische Gold auch die beiden Norweger Vetle Sjaastad Christiansen und Sturla Holm Lägreid ein Wörtchen mitreden.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)