Die kürzlich aufgetauchten Aussagen von Sebastian Samuelsson zum Thema Doping sorgen weiter für Gesprächsstoff – nun hat Ex-Biathlet Michael Rösch darauf reagiert.
Biathlon-Experte: "Es wird überall in der Welt beschissen"
„Riesengroßes Thema“ auch im Biathlon
„Mich hat es nicht überrascht, dass Samuelsson so etwas sagt. Er ist bei diesen Themen rigoros und direkt. Als ich mit 20, 21 Jahren in den Weltcup kam, dachte ich, der Biathlonsport ist eine saubere Welt. Da haben uns die vergangenen Jahre etwas anderes gelehrt“, sagte Rösch bei t-online.
Samuelsson hatte dem schwedischen Sender SVT Sport bereits im Oktober gesagt: „Ich bin überzeugt, dass ich gegen gedopte Athleten antrete.“
Hintergrund waren Umfrage-Ergebnisse der Sender NRK aus Norwegen, YLE aus Finnland, DR aus Dänemark sowie SVT. Diese zeigten auf, dass fast die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Wintersportler im Zeitraum eines Jahres nicht außerhalb von Wettkämpfen auf Doping getestet worden waren.
Rösch: „Es wird überall in der Welt beschissen“
Rösch hätte Samuelssons Aussage „wahrscheinlich dennoch nicht getätigt, auch wenn es hier und da sicher welche gibt, die nicht mit fairen Mitteln spielen. Es wird überall an allem gearbeitet. Am Material, am Training. Sei es mit Höhenmasken oder mit Höhentrainingslagern – das machen mittlerweile alle. Solange es legal ist, ist es okay. Aber du weißt es von außen eben nie.“
Dennoch betont er auch, dass er die einzige Person gewesen sei, der er vertraute. „Ich konnte nur hoffen, dass die Person, die mich geschlagen hat, sauber war. Es wird überall in der Welt beschissen, nicht nur im Sport. Das kannst du leider nicht verhindern. Es ist ein riesengroßes Thema“, sagte Rösch.
Am Sonntag wird Samuelsson (ab 14.05 Uhr im LIVETICKER) zum ersten Mal auf der Strecke gefordert sein, wenn er in der Mixed-Staffel Startläufer des schwedischen Teams ist und dort unter anderem mit dem deutschen Team um Medaillen kämpft.