Johannes Dale-Skjevdal hat Geschichte geschrieben – nicht nur für sich selbst, sondern für sein gesamtes Land. Mit Gold im Massenstart bescherte er Norwegen einen neuen olympischen Allzeitrekord. 17 Siege bei Winterspielen stehen nun zu Buche, so viele wie nie zuvor für eine Nation – und das bereits am drittletzten Wettkampftag.
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„Zum ersten Mal Vater zu werden, hat mein Leben verbessert – auch sportlich. Ich habe eine andere Sicht auf den Biathlonsport bekommen und auf das Leben generell“, sagte Dale-Skjevdal auf der anschließenden Pressekonferenz auf Nachfrage von SPORT1. Mitte September hatte Dale-Skjevdal die Geburt seines Sohnes öffentlich gemacht.
„Ich bin viel ruhiger als früher. Biathlon ist natürlich immer noch ein sehr großer Teil meines Lebens und sehr wichtig für mich, aber es ist nicht mehr das Wichtigste“, erklärte Dale-Skjevdal. „Das hat meiner Karriere sehr geholfen. Vater zu werden und diese Goldmedaille jetzt zu gewinnen – das waren unglaubliche sechs Monate. Ich darf das Beste aus beiden Welten erleben, im Familienleben und im Sport. Ich mag mein Leben gerade sehr, das ist sicher.“
Dale-Skjevdal: „Sehr großer Druck“
Dass Johannes Dale-Skjevdal das Potenzial für die Spitze besitzt, ist seit Langem unbestritten. Seit Jahren gilt er im Biathlon als Mann für große Resultate, viermal gewann der Norweger bereits ein Weltcup-Rennen.
Bei der Weltmeisterschaft 2021 sicherte er sich Silber im Massenstart und Bronze im Einzel. Doch so überzeugend er in der Loipe auftritt, so anfällig zeigte er sich immer wieder am Schießstand. Gerade in dieser Teildisziplin fehlte es ihm häufig an Konstanz – im Training wie auch in Wettkämpfen.
„Im Team reden wir darüber, dass du auf die Todesliste von Siegfried (Mazet, Norwegens Trainer; Anm. d. Red.) kommst, wenn du über eine gewisse Zeit im Training schlecht schießt. Das ist eine Liste, auf der du nicht draufstehen möchtest. Das bedeutet, dass er dich genau im Blick hat in den nächsten Trainingseinheiten, bis du wieder besser schießt. Es ist sehr großer Druck“, sagte Dale-Skjevdal am Freitag – und gab damit preis, in der Vorbereitung eher keinen überragenden Eindruck auf der Schießmatte hinterlassen zu haben.
Dale-Skjevdal stürmt makellos zu Gold
Doch Mazet sei eben „einer der Besten der Welt darin, Athleten in schwierige Situationen zu bringen“, führte der 28-Jährige aus. „Heute allein auf Schießbahn eins zum letzten Schießen zu kommen und zuvor auf dieser Liste gewesen zu sein – das hat mir sehr geholfen.“
Die zusätzlichen Einheiten, zu denen ihn der Trainer gedrängt hatte, zahlten sich aus. Dale-Skjevdal kannte die schwierige Situation zumindest in der Theorie und blieb wie schon vorher komplett fehlerfrei. 20 Schüsse, 20 Treffer – makellos stürmte er zu Gold.