Auf die alpinen Wettbewerbe der Frauen sind wegen der Situation um Lindsey Vonn schon vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2026 viele Augen gerichtet. Die Frage lautet: Kann die US-Amerikanerin beim Saisonhighlight antreten, oder macht ihr die Knieverletzung einen bitteren Strich durch die Rechnung?
Olympia 2026: So lief es für Vonn beim Härtetest
So lief Vonns Olympia-Test
Erste positive Signale gab es nun am Freitagmittag, als auf der Piste „Olympia delle Tofane“ in Cortina d’Ampezzo das Abfahrtstraining über die Bühne ging.
Olympia: So lief die Testfahrt von Vonn
Vonn, die schon zuvor vorsichtig auf ihren Skiern zu sehen war, nahm daran teil, startete mit der Nummer 10 – und bewältigte den Lauf ohne erkennbare Probleme.
Weder bei den Schwüngen noch bei den Sprüngen geriet die 41-Jährige in Bedrängnis. Sie beendete die Trainingsfahrt mit einer Zeit von 1:40,33 Minuten, ohne dass ihre Verletzung sichtbar Einfluss nahm.
Der gelungene Test deutet stark darauf hin, dass Vonn sich ihren Traum erfüllen und tatsächlich bei den Olympischen Spielen starten kann.
Training lange unterbrochen
Zunächst hieß es noch: Warten. Anfangs schienen die Bedingungen auf dem Kurs ideal, doch im oberen und mittleren Streckenabschnitt zog schnell dichter Nebel auf und verdrängte den strahlenden Sonnenschein. Nach den ersten fünf Läuferinnen wurde das Training für über eine Stunde unterbrochen – direkt vor der deutschen Hoffnung Emma Aicher, die mit der Startnummer 6 an der Reihe war.
In dieser Zwangspause fand ZDF-Kommentator Julius Hilfenhaus eine humorvolle Anknüpfung an frühere Fernseherlebnisse. „Das erinnert ein wenig an das Nachtprogramm früher, mit den schönsten Bahnstrecken“, scherzte er.
Gemeint waren die längst vergangenen Zeiten, in denen Fernsehsender nachts stundenlang Zugfahrten durch Deutschland zeigten. „Heute zeigen wir Ihnen stattdessen die spektakulären Wetterbilder aus den Dolomiten – und ich muss sagen, ich finde das sogar ziemlich beruhigend“, fügte er augenzwinkernd hinzu.
Vonns Laune trübte das Warten indes nicht. Im Wartebereich am Start tanzte sie freudig mit ihren US-Teamkolleginnen. „Nichts macht mich glücklicher! Niemand hätte geglaubt, dass ich hier bin, aber ich habe es geschafft! Ich bin da, ich lächle, und egal was passiert, ich weiß, wie glücklich ich bin. Ich werde diese Chance nicht verschwenden“, schrieb die 41-Jährige am Morgen zuvor bei Instagram – und versprühte dabei jede Menge Optimismus.
Olympia: Vonn will trotz Kreuzbandriss starten
Am Donnerstag war das erste Abfahrtstraining aufgrund heftiger Schneefälle noch abgesagt worden. Entsprechend verschob sich auch der erste Auftritt von Vonn in Cortina d’Ampezzo.
Die US-Amerikanerin hatte sich erst am Freitag bei der Abfahrt von Crans-Montana einen Kreuzbandriss zugezogen. Dennoch kündigte der Superstar an, trotz der schweren Verletzung bei Olympia an den Start gehen zu wollen.
Die Trainingsfahrten sollten ihr dabei als vorsichtiger Belastungstest dienen – um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie stabil ihr Knie tatsächlich ist.
„Wenn das Kreuzband stabil ist und ich mich sicher fühle, werde ich weiter Rennen fahren. Das ist natürlich mein Ziel. Aber ich kann Ihnen diese Antwort erst geben, wenn ich tatsächlich Ski gefahren bin, vielleicht mit einer Geschwindigkeit von fünf Meilen pro Stunde, und dann werde ich es Ihnen sagen“, erklärte Vonn.
Am Samstag (11:30 Uhr) ist auf der berühmten Tofana ein weiteres Abfahrtstraining angesetzt. Dieses gilt dann als Generalprobe für die für Sonntag geplante Medaillenentscheidung. Neben Vonn zählen auch Emma Aicher sowie die Italienerinnen Sofia Goggia, Nicol Delago und Laura Pirovano zu den Favoritinnen.