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Olympia 2026: Pinker Paradiesvogel – Münchnerin schreibt Ski-Geschichte

Diese Münchnerin schreibt Geschichte

Eine Münchnerin lebt bei den Olympischen Spielen ihren Traum – an den Start geht sie jedoch für ihr zweites Heimatland. Die erst 18-Jährige fällt im Ski-Zirkus auf - und das nicht nur wegen ihrer pinken Haare. Inspirieren lässt sie sich von US-Superstar Lindsey Vonn.
Trotz Kreuzbandriss ging die US-Amerikanerin Lindsey Vonn am Sonntag bei der Abfahrt an den Start. Doch nach wenigen Sekunden dann der Riesen-Schock.
Eine Münchnerin lebt bei den Olympischen Spielen ihren Traum – an den Start geht sie jedoch für ihr zweites Heimatland. Die erst 18-Jährige fällt im Ski-Zirkus auf - und das nicht nur wegen ihrer pinken Haare. Inspirieren lässt sie sich von US-Superstar Lindsey Vonn.

Der Name Lara Markthaler dürfte vielen Wintersport-Fans im Moment noch wenig sagen. Und dennoch zählt die 18-Jährige bei Olympia bereits zu den populärsten Figuren unter den Sportlerinnen – zumindest unter denen, die die sogenannten Pins sammeln.

Denn jede Nation hat ihre eigenen Anstecknadeln, die untereinander getauscht werden – und vor allem die exotischen Länder sind bei den Winterspielen aufgrund ihrer Seltenheit heiß begehrt. „Das stimmt, dauernd“, verrät Markthaler daher SPORT1 mit einem Lachen, dass sie deshalb besonders häufig angesprochen wird.

Hintergrund: Markthaler startet für Südafrika, das insgesamt lediglich sechs Athleten bei den Olympischen Spielen an den Start schickt. Dabei hatte sie die Qual der Wahl, denn sie wurde als Tochter eines Deutschen und einer Südafrikanerin in München geboren und lernte dort zunächst auch das Skifahren.

„Mein Vater hat mir das Skifahren beigebracht. Ich habe mit eineinhalb Jahren meine ersten Skischwünge in der Nähe von Dachau gemacht. Das war dann mehr Schneeballwerfen als Skifahren“, erinnert sich Markthaler, die Südafrikas erste alpine Olympia-Skiläuferin der Geschichte sein wird.

Markthaler: „München fühlt sich wie daheim an“

Zu einem ernsthafteren Unterfangen wurde der Skisport für sie dann aber erst auf einem anderen Kontinent: „Als ich acht Jahre alt war, ist meine Familie dann nach Kanada an die Westküste gezogen. Dort bin ich mit U12 zum ersten Mal in den Skiclub gekommen und habe zum ersten Mal Stangen gesehen.“

Doch Markthaler wuchs nicht nur dort auf, weshalb sie sich als Weltbürgerin fühlt.„Ich war schon in Italien, Österreich, Kanada, Deutschland, habe in wahnsinnig vielen Orten gewohnt“, zählt die junge Athletin auf. Zwei Orte haben dennoch einen besonderen Platz in ihrem Herzen:„München fühlt sich immer wie daheim an, weil ich dort viele Jahre gelebt habe – aber genauso Südafrika.“

Daher stellte sich die Frage, für wen sie im Ski-Zirkus an den Start geht, schließlich stand Markthaler bereits in der U16 im deutschen Jugendkader. Doch beim Sprung in die FIS drohte ein Problem:„Ich hätte auf das Skiinternat in Berchtesgaden und damit ins deutsche Schulsystem wechseln müssen. Aber ich wurde noch nie auf Deutsch unterrichtet, immer nur auf Englisch. Wir dachten uns dann, Internat ist eher schwierig mit dem Lifestyle, den wir bis dahin geführt hatten.“

Social-Media-Star mit pinken Haaren als Markenzeichen

Den „Lifestyle“ der Teenagerin können ihre Fans auch auf Instagram verfolgen. Dort hat sie inzwischen schon über 115.000 Follower, die sie regelmäßig mit Eindrücken aus ihrem Leben versorgt: „Mir macht es wahnsinnig Spaß, meinen Fans was zurückzugeben, weil die leiden und freuen sich mit (…) und mir macht auch meine Rolle als Paradiesvogel im Skizirkus wahnsinnig viel Spaß.“

Mit der Bezeichnung als Paradiesvogel spielt Markthaler dabei nicht nur auf ihre Geschichte, sondern auch auf ihre pink gefärbten Haare an. Diese hatte sie aus einer Laune heraus nach dem Umstieg aufs Homeschooling gefärbt, inzwischen sind sie zu einem Markenzeichen unter ihrem Rennhelm geworden.

„Viele meiner Instagram-Follower sehen mich damit und sagen zu mir: ‚Hey, ich hab‘ dich an deinen pinken Haaren erkannt.‘ Und so kennen mich mittlerweile viele Leute damit“, sagte sie bei Olympics.com.

Lindsey Vonn ist „einfach wahnsinnig inspirierend“

Auch wenn sich Markthaler auf Instagram bereits einen Namen gemacht hat, hat sie dennoch noch einen weiten Weg zu gehen, wenn man ihren Bekanntheitsgrad mit dem ihres Idols Lindsey Vonn vergleicht, der allein auf Instagram über 3,3 Millionen Menschen folgen. Doch natürlich begeistert die geborene Münchnerin nicht nur der Social-Media-Auftritt der US-Amerikanerin.

„Sie ist einfach so stark - und nicht nur rein skifahrerisch, sondern auch von ihrer Persönlichkeit her“, schwärmte Markthaler bei SPORT1 einige Tage vor dem schweren Sturz ihres Idols beim olympischen Abfahrtslauf: „Ich finde wahnsinnig inspirierend, wie sie mit Fans umgeht, wie sie das mit den Medien macht. Sie ist so offen und entertaining drauf, immer ein bisschen Glamourgirl, bisschen Party.“

Markthaler will aber nicht nur Spaß haben, sondern hegt auch große Ambitionen. Wie der in Norwegen geborene Alpin-Star Lucas Braathen, der mit Brasilien inzwischen ebenfalls für eine exotische Ski-Nation antritt, würde sie gerne Kinder in Südafrika inspirieren, Skisport zu betreiben: „Ich hoffe, falls ich eines Tages mal so gut im Weltcup fahre wie er, einen ähnlichen Effekt zu haben.“

Olympia 2026: Premiere ausgerechnet am Geburtstag

Damit Markthaler dieses Ziel verfolgen kann, nimmt die Familie einiges in Kauf. So bereite sie sich „schon seit November in Cortina vor, damit ich mich an die ganze Atmosphäre gewöhne und nicht überfordert bin, wenn es jetzt so weit ist.“

Das hilft sicher ein wenig, aber auf einige Momente kann man sich dann doch nicht vorbereiten. „Heute durfte ich sogar neben Mikaela Shiffrin trainieren, denn ich komme gerade vom Training aus Toblach. Das ist natürlich schon sehr inspirierend“, erzählt sie glücklich.

Was diese Inspiration brachte, wird sich erstmals am 15. Februar zeigen. Dann hat Markthaler den ersten ihrer beiden Einsätze bei den Olympischen Spielen. Ihre Olympia-Premiere feiert sie im Riesenslalom – und das ausgerechnet an ihrem 19. Geburtstag.

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Dieses Erlebnis hatte sie bereits im Vorjahr, als ihr bei der WM in Saalbach-Hinterglemm 20.000 Menschen ein Geburtstagsständchen sangen. „Das war einer der vielen Momente an diesem Tag, in denen ich Freudentränen vergossen habe“, erzählte Markthaler bei Olympics.com.

Und wer weiß, womöglich werden am Sonntag wieder Freudentränen bei ihr zu sehen sein.