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Vorwürfe gegen deutschen Reitstar

Vorwürfe gegen deutschen Reitstar

Deutschland droht der nächste Skandal im Reitsport. Auf dem Hof von Ludger Beerbaum soll es zu Fällen von Tierquälerei gekommen sein.
Wer in der Bemer Rider Tours ganz vorne landen will, braucht reiterliches Geschick, aber vor allem Konstanz und ein exzellentes Pferd. SPORT1 zeigt Highlights der internationalen Serie. Heute stehen die Wettkämpfe aus Donaueschingen-Immenhöfe, Hagen und Neumünster im Fokus.
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von SPORT1

Es könnte der nächste große Skandal sein, der den deutschen Reitsport erschüttert.

Wie die Recherchen von RTL Extra und Investigativ-Journalist Günter Wallraff ergeben haben, soll es auf dem Hof von Reitstar Ludger Beerbaum zu Fällen von „Barren“ gekommen sein. Das sollen Videoaufnahmen zeigen, die das Rechercheteam vor Ort gedreht hat. (BERICHT: Reitverband prüft Vorwürfe gegen Beerbaum)

Beim „Barren“ werden die Vorderbeine des Tieres beim Überspringen der Hürden mit einer Stange geschlagen, um die Tiere dazu zu bringen, ihre Beine höher anzuziehen.

Barren-Vorwürfe gegen Reitstar Beerbaum

Diese Trainingsmethode ist allerdings nicht nur laut den Statuten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung verboten, sondern stellt auch einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar, weswegen dem vierfachen Olympia-Sieger nun Ermittlungen drohen.

Beerbaum äußerte sich zu den Vorwürfen bislang noch nicht. Laut Bild soll der 58-Jährige aber zeitnah und nach Sichtung des Videomaterials ein Statement abgeben wollen.

Bereits Anfang der 90er-Jahre schockierten ähnliche Enthüllungen die Reitsportwelt, als bekannt wurde, dass der deutsche Springreiter und Pferdezüchter Paul Schockemöhle seine Pferde auf diese Weise trainierte.

Reitverband nimmt Ermittlungen auf

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN hat angekündigt, die geäußerten Vorwürfe unerlaubter Trainingsmethoden im Stall des viermaligen Olympiasiegers Beerbaum in Riesenbeck zu prüfen. Den Namen Beerbaum nannte die FN in ihrem noch in der Nacht veröffentlichten Statement allerdings nicht.

„Wie wir schon 2020 und 2021 gegenüber RTL zum Ausdruck gebracht, nehmen wir die Vorwürfe sehr ernst“, wird FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach zitiert: „Genau deshalb werden wir das am späten Dienstagabend ausgestrahlte Filmmaterial sorgfältig analysieren und anschließend entsprechende Schlüsse zum weiteren Vorgehen ziehen.“

Um eine seriöse Beurteilung des Sachverhaltes vornehmen zu können, bedürfe es allerdings des gesamten Video- und Beweismaterials: „Wir fordern RTL deshalb erneut auf, uns dieses vollständig zur Verfügung zu stellen“, sagte Lauterbach. Bereits jetzt, „unabhängig von dem gezeigten Beitrag, können wir klar sagen, dass der Gebrauch von Vierkantstangen sowie genopptem oder gestacheltem Stangenmaterial inakzeptabel ist und nicht im Einklang steht mit den Grundsätzen des fairen Pferdesports“.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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