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Kieler Woche: Talent Ole Schweckendiek mischt die Segelwelt auf

Deutscher Teenager mischt Elite auf

Ole Schweckendiek tritt noch bei den Junioren an, sein Talent aber könnte ihn noch bis zu den Olympischen Spielen führen. Auf dem Weg dahin macht er bei der Kieler Woche halt.
Ole Schweckendiek gehört zu den hoffnungsvollsten deutschen Segel-Talenten
Ole Schweckendiek gehört zu den hoffnungsvollsten deutschen Segel-Talenten
© Christian Beeck/segel-bilder.de
Ole Schweckendiek tritt noch bei den Junioren an, sein Talent aber könnte ihn noch bis zu den Olympischen Spielen führen. Auf dem Weg dahin macht er bei der Kieler Woche halt.

Er ist erst 18 Jahre alt – und zählt schon zu den deutschen Stars bei der Kieler Woche: Ole Schweckendiek.

In seinen noch jungen Jahren hat der Kieler bereits eine enorme Titelsammlung angehäuft.

In der Klasse Ilca 6 wurde er Jugend-Europameister, anschließend in der olympischen Ilca7-Klasse sogar U21-Weltmeister.

Und wie es ist, bei der Kieler Woche zu gewinnen, weiß er auch schon. Im vergangenen Jahr segelte er praktisch vor seiner Haustür zum Sieg in der Ilca 6.

Ob er beim größten Segelevent der Welt auch in diesem Jahr vorne dabei sein wird, ist schwer einzuschätzen. Denn in die Zeit der Vorbereitung auf die Kieler Woche fielen seine Abiturprüfungen.

Schweckendiek will zweites Standbein neben dem Segeln

„Es muss ein Standbein neben dem Segelsport geben“, wird Schweckendiek in der Segelzeitung Yacht zitiert. Eine 1 vor dem Komma solle am Ende schon herausspringen, gibt sich der Teenager ambitioniert.

Dafür nahm er es auch in Kauf, nicht das normale Trainingspensum abzuspulen. Häufig musste es reichen, zweimal in der Woche zu segeln.

Deshalb weiß er auch nicht so genau, wo er steht. Die Kieler Woche dient ihm da als „gute Orientierung im international starken Feld“, wie er sagt.

Danach kann er sich erstmal wieder voll auf das Segeln konzentrieren. Anfang August geht es zur U21-EM nach Stavanger in Norwegen und Mitte Oktober zur Junioren-WM nach Marokko.

Schweckendiek gehört auch dort zu den Favoriten.

Schweckendiek „schon immer“ auf dem Wasser

Die Begeisterung für das Segeln wurde ihm quasi in die Wiege gelegt.

Seine Eltern besaßen ein Segelboot und nahmen ihren Sohn schon als Kleinkind mit auf ihre Ausflüge.

Er sei „schon immer“ auf dem Wasser gewesen, sagte er einmal: „Es gibt nichts Schöneres, als den Wind im Gesicht zu spüren, während man durch die Wellen fährt.“

Bei ihm kam zur Freude auch noch der Erfolg. Schon mit sechs Jahren sei „er selbst zum Kapitän geworden“, heißt es bei der Stiftung Kieler Sporthilfe, die ihn auf dem Weg zum erfolgreichen Segler unterstützt.

Mit zwölf Jahren wird er deutscher Vizemeister in der Altersklasse U13, drei Jahre später darf er sich Deutscher Meister nennen.

Schweckendiek hat Olympia im Visier

Mittlerweile ist er Welt- und Europameister bei den Junioren. Der Weg zu Erfolgen bei den Senioren scheint vorgezeichnet beim ehrgeizigen Norddeutschen, der schon jetzt von Olympia träumt.

„Mein Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 oder 2032″, sagt Schweckendiek.

Vermessen? Sicherlich nicht, wenn man seinem Trainer Noah Piotraschke glaubt: „Ich sage, Ole schafft es 2028.“ Dann steigen die Spiele in Los Angeles.

Auf dem Weg dahin wird er wohl noch häufiger in seiner Heimat vorbeischauen und bei der Kieler Woche seine Form testen.