In seinem Leben erlebte Carlo Thränhardt zahlreiche Highlights. Sportlich sprang er 1988 im Hochsprung zu einem Fabelweltrekord und auch abseits des Sports fiel er auf, unter anderem durch eine Teilnahme am Dschungelcamp.
Ehemaliger Trainer schwärmt von Boris Becker: "Du hast den nicht kaputt bekommen"
Becker? „Hast den nicht kaputt bekommen“
Ein absolutes Highlight war sicher aber auch die Zusammenarbeit mit Tennis-Superstar Boris Becker, den er von 1993 bis 1996 als Athletik- und Fitnesstrainer betreute.
Im neuen Podcast SPORT1 Deep Dive spricht Thränhardt über die besondere Zusammenarbeit mit Becker und gerät ins Schwärmen: „Er war ein fantastischer Tennisspieler und ein Kämpfer vor dem Herrn. Der hat eigentlich immer mehr gegen die Niederlage gespielt als fürs Gewinnen.“
„Seine Art und Weise, Tennis zu spielen, wurde damals, aber auch noch heutzutage oft unterschätzt“, lobte Thränhardt: „Er war unglaublich gut, auch, wie er spielen konnte, nicht nur sein Kampfgeist und seine Grundmotivation. Der war schon außergewöhnlich gut, der Kerl.“
Boris Becker? „Das gab es nicht nochmal“
Als Athletik- und Fitnesstrainer arbeitete der ehemalige Weltklasse-Hochspringer mit zahlreichen Top-Athleten zusammen. Den größten Eindruck hinterließ aber Becker: „Vom Mindset war Boris schon am beeindruckendsten. Speziell von der Klarheit, was er will. Das gab es nicht nochmal.“
Besonders eine Eigenschaft beeindruckte Thränhardt nachhaltig: „Der Anfang des Trainings war immer ruhig. Hinten raus hat er dann aber nie aufgehört. Du hast den nicht kaputt bekommen, weil sein Wille so groß war.“
Im Gespräch mit SPORT1 klärte Thränhardt auch auf, wie es überhaupt zur Zusammenarbeit der beiden kam: „Wir haben uns mal kennengelernt, während des Davis-Cups. Da haben wir uns lange unterhalten und uns auch danach noch öfter getroffen. Dann haben wir über Sport, aber auch über das Leben gesprochen.“
„Er hatte eine Phase, wo er nicht so hart trainiert hat, wo auch alles etwas zu leicht lief“, erinnerte sich der ehemalige Weltrekordhalter: „Irgendwann haben wir dann darüber gesprochen, dass wir mal ein richtiges Konzept entwickeln, dass er ein noch besserer Athlet wird, als er vorher schon war, um die Kunst des Tennisspielens noch besser einzubringen.“
Die Zusammenarbeit zahlte sich für Becker aus. Insgesamt 13 Turniere gewann er während der gemeinsamen Zeit, darunter auch die Australian Open 1996.