Seit Donnerstag ist klar: Boris Becker übernimmt den Trainerposten bei Holger Rune. Und das Duo muss nicht lange auf den ersten Härtetest der neuen Partnerschaft warten. Bei den Swiss Indoors in Basel will der Däne, der seit Juli lediglich eine Partie gewinnen konnte, in die Erfolgsspur zurückfinden.
ATP: Rune? Becker nicht nur als Tennis-Coach gefordert
Rune? Becker nicht nur Tennis-Coach
Nach seinem Finaleinzug im vergangenen Jahr will die aktuelle Nummer sechs der ATP-Weltrangliste nach eigener Aussage in diesem Jahr noch einen draufsetzen, wie er im Gespräch mit dem Schweizer Blick kundtat. Nichts anderes als der Titel soll es also sein.
Und genau dabei hofft er auf die Unterstützung des sechsmaligen Grand-Slam-Siegers. „Ich hatte ein paar gute Mittagessen mit ihm“, beschrieb er die aktuelle Situation und fügte hinzu: „Wir haben eine gute Verbindung. Er versteht mich als Spieler und als Menschen.“
Rune ist für seine Ausfälle berüchtigt
Darauf legt der 20-Jährige wert. In der Vergangenheit war Rune neben sportlichen Erfolgen auch immer wieder durch Ausraster auf dem Feld aufgefallen. So hatte er sich unter anderem bei den French Open 2022 im Viertelfinale gegen Casper Ruud während des Spiels mit seiner Mutter angelegt. Diese verließ im Anschluss die Box.
Sein Gegner konnte mit dem Verhalten nicht viel anfangen. „Er ist jung und neu, also kann man es entschuldigen. Aber wenn du auf einer großen Bühne stehst, ist es vielleicht an der Zeit, ein bisschen erwachsen zu werden“, sagte Ruud danach der norwegischen Zeitung VG.
Fünf Monate später beim Masters - wieder in Paris - erzürnte er Stan Wawrinka. Der dreimalige Grand-Slam-Sieger zog den damals 19-Jährigen beim Handshake zu sich und sagte ihm: „Mein Ratschlag an dich - hör auf, dich auf dem Platz wie ein Baby zu benehmen.“
Becker nicht nur als Coach gefordert
Mit der Hilfe Beckers sollen diese und andere Vorfälle nun der Vergangenheit angehören. Daher sei er nach eigener Aussage bereit, mit Becker über die „Basics“ des Lebens zu sprechen. Daher gehe es neben sportlichen Dingen auch um Dinge wie Turnierplanung.
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Dabei sieht sich Rune schon nach wenigen Tagen auf dem richtigen Weg mit der ehemaligen Nummer eins der Welt. „Er ist hier, um mich besser zu machen. Allein schon in der Woche in Monte Carlo habe ich eine Menge gelernt.“ Vielsagend schob er hinterher: „Ihr werdet es dann sehen!“
Sollte sich die Zusammenarbeit zwischen Becker und Rune ähnlich erfolgreich gestalten, wie mit Djokovic, wäre der Däne wohl mehr als zufrieden. Mit dem Serben feierte Becker in drei Jahren 25 Turniersiege, davon sechs Grand Slams. Zudem gewann Djokovic in dieser Zeit 208 Spiele bei lediglich 23 Niederlagen.