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Tennis-Star schildert Schock-Verhör

Tennis-Star schildert Schock-Verhör

Renata Voracova hatte anders als Novak Djokovic nicht die Mittel, sich gegen die Ausweisung aus Australien zu wehren. Deshalb fordert sie nun Entschädigung. Zudem schildert sie schockierende Details aus ihrem Verhör
Der dreimalige Grand-Slam-Sieger Andy Murray zeigt sich mittlerweile sehr genervt von der Causa Djokovic. Der Brite freut sich dennoch über die Freilassung des Serben.
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von SPORT1

Die tschechische Tennis-Spielerin Renata Voracova, die ähnlich wie Novak Djokovic versucht hatte, mit einer Ausnahmegenehmigung nach Australien einzureisen, aber direkt ausgewiesen worden war und heimgereist ist, fordert eine Entschädigung vom australischen Tennis-Verband Tennis Australia. (NEWS: Alles Wichtige zum Tennis)

„Die Forderung wird nicht klein sein. Die Flugtickets kosteten 2460 Euro. Dann sind da noch die Hotel-Gebühren, die Platzgebühren der Trainings und das potenzielle Preisgeld“, zählte Voracova in der tschechischen Zeitung Denik auf.

Im Gegensatz zu Djokovic fehlten der Doppel-Spezialistin die Mittel, sich gegen den Entzug ihres Visums zu wehren.

Ich bin ein bisschen frustriert, dass die Anwälte und meine Betreuer nicht auch versucht haben, gerichtlich dagegen vorzugehen. Ich glaube, der Hauptgrund war, dass ich sie nicht hätte bezahlen können“, erklärte Voracova in einem weiteren Interview BBC Radio 5.

Voracova spricht über Albtraum in Melbourne

Die 38-Jährige hatte bereits vergangene Woche die Heimreise angetreten, nachdem sie im selben Hotel für Ausreisepflichtige in Melbourne festgehalten worden war wie Djokovic.

Den Alptraum, den sie dort erlebt hat, hat sie immer noch nicht überwunden. „Ich wache immer noch schockiert auf, ich habe es noch nicht verarbeitet. Ich bin erschöpft“, gestand Voracova in Denik.

Sie habe sich an der Grenze vor den Einwanderungsbeamten entkleiden müssen. „Ein langes Verhör mit Anweisungen wie ‚ausziehen, anziehen‘. Ich will nicht darüber nachdenken, geschweige denn es noch einmal erleben“, erzählte sie.

Über sechs Stunden lang soll sie festgehalten worden sein. Sie habe anschließend unter Schock gestanden. „Ich fühlte mich nicht sicher, bis ich wieder zu Hause war“, sagt sie. „Das habe ich im dunkelsten Traum nicht erwartet, es war einfach zu viel.“

Trotz der ungleichen Behandlung ihres männlichen Leidensgenossen sprach sich Voracova im Sinne des Sports für eine Teilnahme Djokovics an den Australian Open aus. „Wir sind Athleten, wir sind dorthin gekommen, um Tennis zu spielen und nicht, um uns hinter den Kulissen mit Streitigkeiten zu befassen“, erklärte sie.

Dem Serben wurde am Freitag erneut sein Visum entzogen. Ihm droht das Aus für den ersten Grand Slam des Jahres. (Australian Open ab 17. Januar im LIVETICKER)