Grand Slams>

French Open: Wirbel um Djokovic! Tennisverband plant Protest wegen Kosovo-Aussage

Djokovic-Wirbel in Paris

Tennis-Superstar Novak Djokovic sorgt bei den French Open mit einer politischen Botschaft für Aufsehen. Mit einer Sanktion muss der Serbe wohl zunächst nicht rechnen. Der Tennisverband des Kosovo will dennoch Protest einlegen.
Obwohl Novak Djokovic weiterhin auf dem ersten Platz im ATP-Ranking steht, will sich der Serbe seine Turniere aussuchen. Der mittlerweile 35-Jährige will sich seine "Lebensenergie" besser einteilen.
Tennis-Superstar Novak Djokovic sorgt bei den French Open mit einer politischen Botschaft für Aufsehen. Mit einer Sanktion muss der Serbe wohl zunächst nicht rechnen. Der Tennisverband des Kosovo will dennoch Protest einlegen.

Wirbel um Tennis-Superstar Novak Djokovic!

Der serbische Grand-Slam-Rekordsieger hat mit einer politischen Botschaft bei den French Open für Aufsehen gesorgt.

Nach seinem Auftaktsieg in Roland Garros am Montag schrieb Djokovic in kyrillischer Schrift auf die Linse einer Fernsehkamera: „Kosovo ist das Herz Serbiens. Stoppt die Gewalt“.

Die politische Äußerung entfachte eine Diskussion darüber, ob Djokovics Verhalten angemessen war und ob er dafür bestraft werden sollte.

Nachspiel für Djokovic? Tennisverband will Protest einlegen

Allerdings scheint es nach dieser Aktion zunächst keine Sanktionen zu geben. Der französische Tennisverband (FFT) erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass es „keine offiziellen Regeln der Grand-Slam-Turniere gibt, die bestimmen, was Spieler sagen oder nicht sagen können“. Die FFT werde auch selbst keine Maßnahmen in diesem Fall ergreifen.

Der Tennisverband des Kosovo kündigte jedoch an, eine offizielle Protestnote bezüglich Djokovics Botschaft an Tennisorganisationen wie den Weltverband (ITF) und die Tour (ATP) zu übermitteln. Präsident Jeton Hadergjonaj bezeichnete den Vorfall in einer Erklärung als „bedauerlich“.

Hintergrund von Djokovics umstrittener Aussage sind die jüngsten Unruhen im Kosovo, bei denen etwa 30 Soldaten der internationalen Schutztruppe KFOR verletzt wurden.

Die Eskalation entstand im Zusammenhang mit den Kommunalwahlen in Gebieten, in denen hauptsächlich ethnische Serben leben. Diese boykottierten die Wahl und erkannten die Wahl der ethnisch-albanischen Bürgermeister nicht an.

Djokovic: Thema Kosovo ist „heikel“

Serbien betrachtet das Kosovo, das 2008 seine Unabhängigkeit erklärt hatte, weiterhin als serbische Provinz.

Djokovic gab nach seiner Auftaktpartie in einer Pressekonferenz zu, dass das Thema Kosovo „heikel“ sei. Als öffentliche Persönlichkeit und Sohn eines im Kosovo geborenen Vaters trage er eine besondere Verantwortung gegenüber dem serbischen Volk, erklärte der 36-Jährige. Er sei jedoch kein Politiker und wolle keine Debatte anstoßen.

Djokovic war bereits in der Vergangenheit öffentlich mit kontroversen Aussagen aufgefallen. Anfang 2022 hatte er als Impfskeptiker für Aufsehen gesorgt, als ihm aufgrund fehlender Corona-Impfnachweise die Einreise nach Australien verweigert wurde. Dadurch konnte er nicht an den Australian Open in Melbourne teilnehmen.