Mit 14 Jahren befindet man sich in einer entwicklungstechnisch schwierigen Zeit. Man ist kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen und sucht noch den Kompass des Lebens. Bereits einen festen Weg hat die 14-jährige Nina Skerbinz im Blick.
14-Jährige sorgt für Furore

Die Österreicherin sorgte unter der Woche bei ihrem ersten Auftritt auf der europäischen Bühne für eine faustdicke Überraschung. Mit beeindruckenden Leistungen in der Qualifikation spielte sich die erst 14 Jahre junge Athletin direkt in den Hauptwettbewerb der Tischtennis-Europameisterschaft in Linz. Damit hinterließ sie sowohl Fans als auch Experten staunend.
Vom Fußball-Talent zur Tischtennis-Hoffnung
„Ich hätte mir nie gedacht, dass ich so weit komme“, sagte Skerbinz nach ihrem ersten Hauptrundenspiel, das sie gegen die ehemalige Europameisterin Elizabeta Samara verloren hatte. Trotz ihrer Niederlage gegen die Rumänin zeigte sich das Talent aus Österreich zufrieden: „Sie war in den entscheidenden Situationen routinierter.“ Ohnehin hatte sie „gar keine großen Erwartungen“.
Die Erfolgsgeschichte der Niederösterreicherin begann jedoch schon vor der EM. Als die Corona-Pandemie das Leben vieler Menschen auf den Kopf stellte, öffnete sich für sie eine neue Tür. Vor der Pandemie bewegte sie sich auf den Pfaden ihrer Mutter und spielte Fußball. Sie hatte es bereits in die Landesauswahl geschafft. Doch als sämtliche Sportanlagen geschlossen wurden, wandte sich Nina dem Tischtennis zu.

Von Medaillen und großen Zielen
Gemeinsam mit ihrer Familie renovierte sie den heimischen Tischtennisraum. „Von der WM in Ungarn haben wir den Boden gekauft, einen neuen Tisch besorgt, die Wände dunkel gemalt“, erinnerte sich ihr Vater Rainer Skerbinz, der selbst ehemaliger Landesligaspieler ist, beim Kurier. So legten sie den Grundstein für ihre spätere Karriere.
Bereits kurze Zeit nach ihrem intensiven Training war Nina im U15-Nationalteam und begann, sich bei internationalen Turnieren zu etablieren. Mit nur 14 Jahren ist sie mittlerweile Staatsmeisterin in den Klassen U15, U17 und U19 und spielt seit vier Jahren für den Verein TTV Tulln in der Bundesliga. Ihr Training ist umfangreich: 20 Stunden pro Woche investiert sie in ihre sportliche Karriere.
Schon in jungen Jahren sammelte Nina Skerbinz zahlreiche Erfolge. 2021 und 2022 konnte sie sich bei den österreichischen Meisterschaften mehrfach Edelmetall sichern, darunter Silber im U15-Einzel und Gold im U13-Doppel. Auch auf internationaler Ebene glänzte sie: 2021 und 2022 errang sie jeweils Bronze beim WTT-Turnier in Ungarn und Österreich.
Boss aus dem Häuschen
Ihren bisher wohl größten Erfolg errang Nina wahrscheinlich mit der Teilnahme an der laufenden EM in Linz. „Ich bin stolz auf die U15-Doppel-Europameisterin. Nina hat ihre Nominierung mehr als nur gerechtfertigt“, lobte auch ÖTTV-Präsident Wolfgang Gotschke beim Verband.
Trotz ihrer Erfolge bleibt Nina Skerbinz bescheiden. Großen Druck macht sie sich nicht, doch ihre Ziele sind hochgesteckt. Ihr Vater beschrieb sie als ehrgeizig, aber zugleich gelassen. Und ihre Träume? Sie will 2028 bei den Olympischen Spielen antreten. Ein besonderes Highlight könnte dabei das Mixed-Doppel mit ihrem um ein Jahr jüngeren Bruder Patrick werden, der ebenfalls ein talentierter Tischtennisspieler ist. Das wäre „ein Traum der Familie“, wie Rainer Skerbinz erzählte.