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Raiola-Trip beispiellos unverfroren

Raiola-Trip beispiellos unverfroren

Mino Raiola tingelt mit dem Vater von Erling Haaland von Klub zu Klub durch Europa. Der berüchtigte Berater lässt dabei jeglichen Respekt vor dem BVB vermissen.
Erling Haalands Berater Mino Raiola und sein Vater Alf-Inge waren offenbar auf Gesprächstour in Spanien. BVB-Sportdirektor Michael Zorc nimmt es gelassen.
Carsten Arndt
Carsten Arndt
von Carsten Arndt

Vor einigen Jahren investierte Mino Raiola acht Millionen Euro. Er sicherte sich ein ehemaliges Domizil von Al Capone in Miami.

Der legendäre Gangster-Boss beherrschte zwischen 1920 und 1930 die Unterwelt von Chicago - und fiel dabei mit erschreckender Rücksichtslosigkeit auf.

In gewisser Weise also passend, dass Raiola sein Anwesen übernahm. Zwar wandelt der Transfer-Pate zumindest noch am Rande der Legalität, doch dubioses Geschäftsgebaren und Unverschämtheiten pflastern seit jeher seinen von Geldscheinen geteerten Weg.

Raiola lässt jeglichen Respekt vor dem BVB vermissen

Nun ist es Raiola nicht mal vorzuwerfen, dass er sich anhören will, was mögliche Interessenten denn so zu bieten haben.

Haaland ist nun mal der Stürmer, der mit Ausnahme der Bayern (die haben Robert Lewandowski) jede Offensive auf ein neues Level heben kann - und mit seinem nächsten Vertrag erst einmal ein paar Jahre vom Markt sein wird. (Geht Barca für Haaland wahnwitziges Risiko ein?)

Dass jedoch in dieser Selbstverständlichkeit zu tun und sich auch noch fröhlich dabei erwischen und ablichten zu lassen, lässt jeglichen Respekt vor dem BVB vermissen.

Dem Klub, der Haaland den nächsten Schritt ermöglicht hat. Der Klub, der Raiola klar zu verstehen gegeben hat: Wir wollen nicht verkaufen.

Mino Raiola und Alf-Inge Haaland werden in verschiedenen Metropolen Europas gesichtet. Was bezweckt die Haaland-Seite mit diesen Reisen?
04:58
"Erling weiß doch Bescheid": Droht dem BVB die nächste Erpressung?

Beispiellos unverfroren - aber Zorc bleibt gelassen

Die muntere Tingelei von Klub zu Klub (wohlgemerkt zu Pandemie-Zeiten) ist ein bislang beispielloser Vorgang im Fußball-Geschäft und selbst für Raiolas Verhältnisse ein neues Kapitel der Unverfrorenheit.

Umso mehr Anerkennung verdient es, wie gelassen BVB-Sportdirektor Michael Zorc diese Farce als Lustreise abtut.

Die Dortmunder Verantwortlichen blieben zuletzt auch bei Jadon Sancho hart - und werden jetzt hoffentlich auch Raiola die Stirn bieten.