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FC Bayern: Das sind die Gedankenspiele im Fall Goretzka

Wechselt Goretzka noch?

Die Diskussion um die sportliche Zukunft von Leon Goretzka nimmt Fahrt auf. Alle Beteiligten stehen vor schwierigen Entscheidungen.
Steht Leon Goretzka doch noch vor dem Winter-Absprung bei den Bayern? Vincent Kompany bezieht Stellung zu den Gerüchten - und verweist auf die Klub-Bosse.
Die Diskussion um die sportliche Zukunft von Leon Goretzka nimmt Fahrt auf. Alle Beteiligten stehen vor schwierigen Entscheidungen.

Es war ein rhetorischer Klassiker, den Vincent Kompany am Dienstagabend vor dem Champions-League-Spiel in Eindhoven (Mi., ab 21 Uhr im LIVETICKER) ablieferte, als der Trainer des FC Bayern auf Leon Goretzka angesprochen wurde. Sein Motto: Ich kümmere mich ausschließlich um den Sport!

Die Medienberichte, dass sich Goretzkas Berateragentur bereits mit Atlético Madrid austausche, seien nicht seine Sache, so Kompany. „Diese Entscheidungen werden nicht nur vom Cheftrainer getroffen. In jeder einzelnen Situation gibt es Gespräche, die mit Max (Eberl; Anm. d. Red.), Christoph (Freund) und dann mit ‚denen noch da oben‘ stattfinden. Das ist ein gesundes Zeichen bei uns“, erklärte der Belgier.

In den letzten 48 Stunden habe er sich aber nur auf das Spiel bei der PSV konzentriert und könne bezüglich Zu- oder Abgängen nicht weiterhelfen.

FC Bayern: Kompany verzichtet bei Goretzka auf Treuebekenntnis

So harmlos Kompanys Aussagen wirken mögen, sagen sie zwischen den Zeilen doch einiges aus, denn der Coach ist eigentlich dafür bekannt, dass er Veränderungen im Kader während einer Saison nicht schätzt – eben weil sie die Ruhe rund um den Verein stören können und damit den sportlichen Erfolg gefährden.

Dass Kompany also öffentlich auf ein Treuebekenntnis zu seinem Spieler verzichtet, darf als kleines Zeichen gedeutet werden.

Transfer? Goretzka-Verbleib schwer vorstellbar

Fakt ist: Die Geschichte von Leon Goretzka in München scheint auserzählt. SPORT1-Informationen zufolge ist es nur schwer vorstellbar, dass der bald 31-Jährige über den kommenden Sommer hinaus bei den Bayern bleibt beziehungsweise bleiben darf.

Fakt ist aber auch: In ihren Gedankenspielen müssen Sportvorstand Eberl, Sportdirektor Freund und die anderen Entscheidungsträger viele Punkte beachten.

Ein Abschied, der sich für den Verein finanziell noch einigermaßen lohnt, ist schwer zu bewerkstelligen. Ein halbes Jahr vor Vertragsende können die Münchner vermutlich nicht mit einer Ablösesumme rechnen, die über 10 Millionen Euro liegt.

FC Bayern könnte sparen

Angesichts eines Marktwerts von aktuell 15 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) müssten sich die Bayern mit deutlich weniger zufrieden geben. Der Winter-Transfermarkt ist immer schwierig.

Die Hälfte des bei angeblich 14 Millionen Euro liegenden Jahresgehalts des Nationalspielers einzusparen, dürfte für die bayerische Führungsriege trotzdem verlockend sein – zumal der Kader auf der Sechserposition gut aufgestellt ist.

Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic, Tom Bischof, Konrad Laimer – die Liste derer, die diese Rolle ausfüllen können, ist lang. Im Fall Goretzka dürfte es also mittlerweile mehr um betriebswirtschaftliche Überlegungen gehen, statt um sportliche.

Goretzka bei Atlético und Milan gehandelt - Bundesliga-Wechsel ausgeschlossen

In dieser Gemengelage muss sich der Bayern-Star bewegen und gleichzeitig einen Klub finden, bei dem er sich für eine WM-Teilnahme empfehlen kann. Neben Atlético wird dabei auch immer wieder der AC Mailand genannt.

Es handelt sich um zwei Vereine, die ausreichend im Rampenlicht stehen und genau Goretzkas Kragenweite entsprechen würden. Ein Wechsel innerhalb der Bundesliga ist ausgeschlossen.

Diesen Vorteil hat Goretzka beim FC Bayern

Der Mittelfeldspieler hat allerdings einen Vorteil auf seiner Seite: Beim deutschen Rekordmeister verfügt er weiterhin über hohes Ansehen.

Dass sich Goretzka trotz mancher Täler in seiner Münchner Zeit immer wieder zurückkämpfte und dabei nie ein böses Wort über den Klub verlor, rechnet man ihm hoch an. Größere Steine werden die Bosse ihm also nicht in den Weg legen.