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Von Schlotterbecks Entscheidung hängt extrem viel ab

Die Crux der Deadline

In den Vertragsverhandlungen mit Nico Schlotterbeck herrscht Stillstand. Dieses Dilemma blockiert die Planungen von Borussia Dortmund für den Sommer. Braucht es eine Deadline?
In einer Medienrunde beim BVB-Trainingslager in Marbella spricht BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl über die Vertragsverhandlungen mit Nico Schlotterbeck.
In den Vertragsverhandlungen mit Nico Schlotterbeck herrscht Stillstand. Dieses Dilemma blockiert die Planungen von Borussia Dortmund für den Sommer. Braucht es eine Deadline?

Nico Schlotterbeck lässt die Muskeln spielen. Im Teamhotel im spanischen Marbella zeigt der 26-jährige Kapitän Emre Can, wo es langgeht. An der Tischtennisplatte lässt er seinem Teamkollegen keine Chance und lässt seine über 600.000 Follower auf Instagram an seinem Jubel teilhaben. Spiel um Spiel brachte er Can an den Rand der Verzweiflung – zumindest zeigten das die wenigen Videosequenzen. Die Stimmung wirkte gelöst und sorglos. (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)

Dabei gärt die Zukunftsfrage weiter im Hintergrund. Bleibt Schlotterbeck bei Borussia Dortmund bzw. verlängert er? Oder läuft es auf einen Abschied hinaus - womöglich zum FC Bayern? Das sind die Fragen, die die Verantwortlichen des BVB und auch die Anhänger umtreiben.

Im Trainingslager in Marbella verriet Sportdirektor Sebastian Kehl, dass es nicht möglich sei, „sich in jedem Gespräch neue Argumente auszudenken“, und fügte auf SPORT1-Nachfrage hinzu: „Natürlich versuchen wir zu überzeugen mit all der Power, die dieser Klub hat, auch mit der Wertschätzung, die der Junge spürt, mit den Zielen, die wir gemeinsam erreichen wollen.“

Schlotterbeck-Entscheidung hat enorme Auswirkungen

Zugleich machte Kehl deutlich, dass man nicht permanent im Austausch stehe. „Solche Dinge müssen auch reifen. Er hat sich jetzt über die Wintertage seine Gedanken gemacht, aber es gibt noch keinen neuen Stand.“ Dabei betonte Kehl nochmals, dass der BVB klar den Wunsch habe, mit Schlotterbeck weiterzumachen.

Von Schlotterbecks Entscheidung hängt extrem viel ab. Kehl macht sich bereits jetzt intensive Gedanken über den Sommer – doch sowohl budgetär als auch perspektivisch ist eine detaillierte Planung kaum möglich.

Wie viel Geld steht für Neuzugänge zur Verfügung? Braucht der BVB einen direkten Schlotterbeck-Ersatz? Muss man bei Anselmino All In gehen? Bekommt Niklas Süle vielleicht doch noch ein weiteres Vertragsjahr? Verleiht man einen aufstrebenden Innenverteidiger wie Filippo Mané oder ist das vielleicht seine Chance? Kaum eine Personalie beeinflusst so viele offene Fragen wie die Zukunft des Abwehrchefs.

Braucht es eine Deadline?

Braucht es also eine Deadline? Einige Fans fordern sie vehement, intern hält man davon wenig. Zwar erklärte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken vor einigen Wochen, man wolle nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten – doch was passiert, wenn eine derartige Deadline verstreicht?

Plant man dann ohne den Abwehrchef, ohne seine endgültige Entscheidung abzuwarten? Dafür ist Schlotterbeck sportlich wie strategisch zu wichtig.

Die Ungeduld der Fans wächst, die Hoffnung auf einen Verbleib schwindet. Denn wer zögert, richtet seinen Blick möglicherweise bereits auf andere Vereine. Gleichzeitig nimmt auch der Unmut gegenüber dem Spieler an einzelnen Stellen zu. Um es sich nicht mit Sympathien zu verscherzen – für diesen großen Klub spielen zu dürfen –, sollte Schlotterbeck zeitnah Klarheit schaffen.

Borussia Dortmund bekommt die Macht seines wichtigsten Spielers derzeit deutlich zu spüren. Fakt ist: Für alle Parteien braucht es zeitnah eine Lösung.