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Adeyemi, Guirassy, Sancho: Der Transfer-Plan des BVB

Der Transfer-Plan des BVB

Borussia Dortmund arbeitet längst mit Hochdruck am Kader für die kommende Saison. Mehrere Abgänge zwingen die Verantwortlichen zum Handeln – gleichzeitig soll die Mannschaft gezielt weiterentwickelt werden. Auf Sportdirektor Ole Book wartet nun eine schwierige Aufgabe.
Die Personalie Jadon Sancho geistert bei Borussia Dortmund mal wieder umher. Die BVB-Fans sind zwiegespalten, ob der Engländer ein drittes Mal zu den Westfalen wechseln sollte.
Borussia Dortmund arbeitet längst mit Hochdruck am Kader für die kommende Saison. Mehrere Abgänge zwingen die Verantwortlichen zum Handeln – gleichzeitig soll die Mannschaft gezielt weiterentwickelt werden. Auf Sportdirektor Ole Book wartet nun eine schwierige Aufgabe.

Borussia Dortmund steht vor einem hochinteressanten Transfersommer. Mit dem neuen Sportdirektor Ole Book geben die BVB-Verantwortlichen um die Geschäftsführer Lars Ricken und Carsten Cramer eine klare Marschroute vor: Umbruch.

„Wir wollen uns natürlich auch wieder verbessern“, erklärte Trainer Niko Kovac am Montag bei der Bühnentour von Reiner Calmund mit Blick auf den Kader. Auch Hans-Joachim Watzke äußerte im Interview mit den Ruhr Nachrichten den Wunsch nach „ein, zwei Unterschiedsspielern“. Gleichzeitig wies der Klub-Präsident auf die wirtschaftlichen Grenzen hin und betonte: „Das ist wirklich die schwierigste Aufgabe für unseren neuen Sportdirektor Ole Book.“

Das sind die BVB-Baustellen für den Sommer

Der Bedarf und Wunsch an Verstärkungen zieht sich durch nahezu alle Mannschaftsteile. SPORT1 zeigt auf, wo der BVB konkret ansetzen will:

Innenverteidigung:
Der Abgang von Niklas Süle reißt eine Lücke, die Dortmund schließen muss. Gleichzeitig bleibt Emre Can nach seinem Kreuzbandriss ein Unsicherheitsfaktor in der Planung. Unabhängig von der Situation um Nico Schlotterbeck – Stichwort WM-Klausel – wird der BVB hier aktiv werden.

Perspektivisch sollen auch Luca Reggiani und Filippo Mané noch näher herangeführt werden – dennoch hat die Verpflichtung eines Innenverteidigers hohe Priorität. Immerhin: Die Gehaltseinsparungen durch den Abgang von Süle vergrößern den finanziellen Spielraum deutlich. (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)

Defensives Mittelfeld:
Der Wunsch ist alt – und jetzt alternativlos: Ein zweikampfstarker, spielintelligenter Sechser soll kommen. Intern herrscht Einigkeit, dass genau hier nachgebessert werden muss, idealerweise mit Erfahrung auf Topniveau. Ein Profil à la Granit Xhaka gilt als Blaupause. Felix Nmecha war vor seiner Verletzung, entweder mit Marcel Sabitzer oder Jobe Bellingham, auf der Doppelsechs gesetzt.

Der deutsche Nationalspieler könnte seine Stärken aber in einer offensiveren Rolle noch besser zum Ausdruck bringen. Auch Talente wie der 16-jährige Kennet Eichhorn von Hertha BSC stehen bereits auf dem Zettel – doch die Konkurrenz auf dem Markt ist groß.

Auf Außen fehlt Dortmund ein klassisches Profil

Schienenspieler:
„Duracell-Häschen“ Daniel Svensson, wie Kovac ihn bezeichnete, und Julian Ryerson waren in dieser Spielzeit so gut wie immer gesetzt – vor allem wegen ihrer Verlässlichkeit. Aber auch, weil es Kovac an Alternativen mangelte. Ryerson setzte mit starken zwölf Assists in der Bundesliga (wettbewerbsübergreifend 15) zudem offensive Akzente. Dennoch fehlt beiden das klassische Profil eines offensivstarken Schienenspielers. Defensiv stabil, nach vorne mit Luft nach oben.

Yan Couto bringt eigentlich genau das gesuchte Profil mit, konnte seine Leistungen bislang aber nicht – wie er das in Girona eindrucksvoll unter Beweis stellte – konstant abrufen. Auch deshalb haben die BVB-Verantwortlichen mit der Verpflichtung von Kaua Prates bereits vorgegriffen. Ob der 17 Jahre direkt zum Zug kommt? Eine gewisse Anpassungszeit dürfte eingeplant sein.

Offensives Mittelfeld:
Die BVB-Bosse denken um – und suchen wieder gezielt nach Tempo und Eins-gegen-Eins-Qualität auf dem Flügel. Das Interesse an Jadon Sancho kommt nicht von ungefähr: Der Engländer passt in der Theorie perfekt ins Profil. Sancho kann über die Außenbahn, aber auch als hängende Spitze kreative Akzente setzen und den Unterschied machen. Vorausetzung: Er befindet sich in Topform.

Die Verantwortlichen sind noch nicht komplett überzeugt, ob sie ihn wieder dahin bekommen oder doch die Fühler nach ähnlichen Spielertypen ausstrecken. Das Problem dürfte hier vor allem der finanzielle Spielraum sein, denn klassische Flügelstürmer haben in der Regel einen höheren Marktwert und sind heiß begehrt.

Auch die ungeklärte Zukunft von Karim Adeyemi erhöht hier den Handlungsdruck. 
Zudem klafft nach dem Abgang von Julian Brandt eine Lücke auf der Zehn. Ein kreativer Spielmacher wird gesucht. Carney Chukwuemeka bleibt bislang hinter den hohen Erwartungen, die er bei seiner Leihe vor einem Jahr weckte, zurück.

Von Top-Talent Samuele Inacio sind alle im Verein überzeugt. Der 18-Jahre alte Italiener soll aber behutsam aufgebaut werden. Genauso wie Justin Lerma, der in Ecuador als eines der größten Talente gilt, und der im Sommer als dann 18-Jähriger zum BVB wechselt.

BVB-Transfers im Sommer: Alles hängt an Guirassy

Sturm:
Alles hängt an Serhou Guirassy. Bleibt er, sieht sich der BVB mit ihm und Fabio Silva solide aufgestellt, auch Youngster Mathis Albert soll Minuten bekommen. Geht Guirassy, müssen die Verantwortlichen reagieren. Auch deshalb haben die Bosse den Hoffenheimer Fisnik Asllani im Blick, den Book noch aus gemeinsam Elversberger Zeiten kennt.

Und dennoch: Das Vertrauen in Dortmunds „Lebensversicherung“, wie Kovac ihn immer wieder betitelte, ist weiterhin da – trotz einer durchwachsenen Saison. Die Hoffnung: Mehr Qualität und Kreativität im offensiven Mittelfeld und auf den Flügeln wird auch Guirassy wieder stärker machen. 

Fazit:
Dortmund steht vor einem intensiven Transfersommer. Einige Profile sind klar definiert, doch vieles hängt an externen Entwicklungen. Für die sportliche Führung um Ole Book bleibt es ein Balanceakt: Sportliche Ambitionen mit wirtschaftlichen Grenzen in Einklang bringen.