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Tibor Pleiß von den Utah Jazz im Gespräch kurz vor seinem NBA-Debüt

Knipser Pleiß erobert Utah

Am Mittwoch wird Tibor Pleiß sein NBA-Debüt geben. Vorab spricht er über das neue Leben in den USA, seine erste Preseason und Schwierigkeiten mit ungewohnten Regeln.
Tibor Pleiß will mit den Utah Jazz eine gute NBA-Saison hinlegen
Tibor Pleiß will mit den Utah Jazz eine gute NBA-Saison hinlegen
© dpa Picture-Alliance
Am Mittwoch wird Tibor Pleiß sein NBA-Debüt geben. Vorab spricht er über das neue Leben in den USA, seine erste Preseason und Schwierigkeiten mit ungewohnten Regeln.

Seiner großen Leidenschaft kann NBA-Debütant Tibor Pleiß zum Glück auch in Utah nachgehen.

So schnappte sich der Hobby-Fotograf in der Vorbereitung auf die neue Saison bereits einige Male die Kamera und machte sich auf den Weg, um Schnappschüsse von den Salzseen oder Park City, Austragungsort einiger Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele 2002, zu schießen.

Pleiß verbringt seine Freizeit gerne in der Natur und erholt sich so von harten Trainingseinheiten mit seinem neuen Team, den Utah Jazz. "Ich bin ein Mensch, der gerne wissen möchte, wo er lebt. Ich bin sehr gerne draußen, gehe gerne spazieren und versuche Kontakt zu den Menschen und auch Fans zu halten", sagte Pleiß auf Nachfrage von SPORT1.

Echter Härtetest zum Auftakt

Doch demnächst wird der 25-Jährige weniger Zeit für solche Touren haben, denn die NBA lässt kaum eine Verschnaufpause zu. 82 Spiele stehen alleine in der Regular Season auf dem Programm, vier Spiele in der Woche sind keine Seltenheit. Und direkt seine ersten beiden Spiele in der NBA werden für Pleiß echte Härtetests werden.

Mit dem Star der Detroit Pistons, Andre Drummond, sowie Megatalent Jahlil Okafor von den Philadelphia 76ers, bekommt der deutsche Nationalspieler nämlich echte Giganten unter den Brettern als Gegenspieler auf der Center-Position.

Wer denkt, dass diese Namen Pleiß einschüchtern, sieht sich aber getäuscht. "Die Vorfreude ist sehr groß. Natürlich wird das eine Herausforderung. Aber ich liebe Herausforderungen. Nur durch Herausforderungen wächst man", sagte der 25-Jährige.

Prag­ma­tische Wohnungssuche

Von den Herausforderungen wird sich Pleiß in Millcreek erholen, da es dort ruhiger als in Downtown ist. Die Wohnungssuche ging bei ihm sowieso fix: "Ich habe mir genau die Wohnung ausgesucht, weil ich da nicht den Kopf einziehen muss, wenn ich durch die Tür gehe", verriet Pleiß gegenüber SPORT1 lachend.

Der 2,16 Meter große Nationalspieler geht selbstbewusst, aber auch demütig an seine neue Aufgabe heran. Er weiß, dass er zu Beginn noch einiges an Lehrgeld zahlen wird. Umso wichtiger war für ihn, dass er nach der EM mit Deutschland bereits einige Spiele in der Preseason mitmachen durfte.

"Mit der Preseason konnte ich ein paar Eindrücke sammeln, wie es in der NBA abgeht. Ich habe gegen Spieler gespielt, die ich vorher nur im Fernsehen oder in Highlight-Videos zuvor gesehen habe, wie zum Beispiel Kobe Bryant. Das war schon stark. Mich mit den Spielern zu messen, macht mich sehr stolz", sagte Pleiß.

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"Es ist ein Lernprozess"

Die Umstellung auf dem US-Basketball bringt aber noch weitere Herausforderungen als das gestiegene Nivau seiner Gegenspieler mit sich: "Es gibt ein paar Regeländerungen, an die man sich als Europäer gewöhnen muss: In der ersten Trainingseinheit mit dem Team habe ich zum Beispiel direkt zwei Goaltendings gemacht. Es ist ein Lernprozess und ich werde mich da weiter eingewöhnen."

Seine Teamkollegen sind dabei laut Pleiß eine große Hilfe. Besonders der Brasilianer Raul Neto, der wie Pleiß im Sommer aus Spanien in die NBA wechselte, ist zu einer echten Bezugsperson für ihn geworden.

"Mit Raul habe ich mich hier ein bisschen zusammengetan und bin auch öfter einmal essen gegangen. Wir haben über unsere Erfahrungen und ersten Erlebnisse gesprochen, die wir hier gemacht haben. Wir wurden schließlich beide in eine neue Situation reingeschmissen", sagte Pleiß zu SPORT1.

Wenig Spielzeit zu Beginn

Viel Einsatzzeit wird Pleiß wahrscheinlich erst einmal nicht bekommen, denn an den beiden beiden Starting-Big-Men Derrick Favors und Rudy Gobert führt vorerst kein Weg vorbei. So bekam der Freund von Volleyball-Nationalspielerin Saskia Hippe bei der Generalprobe der Jazz gegen die Denver Nuggets nur 2:34 Minuten Spielzeit von Cheftrainer Quin Snyder.

Doch auf Einsatzzeit und Statistiken will Pleiß in seiner ersten Saison sowieso nicht schauen: "Meine Coaches sind sehr zufrieden, dass ich so hart trainiere. Aber sie erklären mir auch, dass es ein langer Prozess ist."