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NBA: Mavericks mit Doncic und Irving - Superteam oder Super-GAU?

Wie lange noch, Doncic?

Die Dallas Mavericks starten erneut einen Anlauf, um ihrem Superstar Luka Doncic die Finals zu ermöglichen. Mit Guard Kyrie Irving bleibt ein wichtiger Baustein - und die Mavs basteln weiter am Superteam.
Kyrie Irving einigte sich Medienberichten zufolge am ersten Tag der Free Agency auf einen neuen Deal mit den Dallas Mavericks. Der Spielmacher wird für drei Jahre 126 Millionen Dollar kassieren.
Die Dallas Mavericks starten erneut einen Anlauf, um ihrem Superstar Luka Doncic die Finals zu ermöglichen. Mit Guard Kyrie Irving bleibt ein wichtiger Baustein - und die Mavs basteln weiter am Superteam.

Vor dem Stadion der Dallas Mavericks steht eine Statue, sie zeigt einen 2,13 Meter großen Deutschen – Dirk Nowitzki.

Sie soll an die grandiosen Zeiten erinnern, die Meisterschaft 2011, die Glanzleistungen des „Dirkules“. Zwar war die nachfolgende Zeit nicht nur von Talfahrten geprägt, allen voran Luka Doncic gibt dem Team von Besitzer Mark Cuban Hoffnung. Doch wie lange noch?

„Luka Magic“ ist für besondere Leistungen auf dem Parkett geschaffen - und genau diese werden seine Sehnsucht nach einem Ring immer größer werden lassen. Mit den Mavericks scheint das aktuell ausgeschlossen: Nur einmal erreichten die Texaner in den fünf Luka-Jahren überhaupt die zweite Playoff-Runde.

So scheinen Teambesitzer Mark Cuban und General Manager Nico Harrison vor einer wegweisenden Entscheidung zu stehen: Stellt man Doncic ein Superteam zusammen, oder ist der Slowene bald nicht mehr der Franchisespieler, wie es das deutsche Wunderkind einst war?

Star-Trio um Doncic, Irving - und wen?

In der NBA hat die zu Ende gehende Free Agency vor allem eines gezeigt: Die Teams handeln nach dem Motto „Star-Trios, und der Rest wird schon“, um es einmal salopp zu sagen.

Die Warriors haben nun Steph Curry, Klay Thompson und Chris Paul, die Suns mit Bradley Beal, Devin Booker und Kevin Durant ein ähnlich starkes Dreigestirn. Und Dallas?

Vor wenigen Tagen unterzeichnete Kyrie Irving einen Dreijahresvertrag über rund 126 Millionen Dollar, 42 pro Jahr. Damit verdient Irving knapp zwei Millionen Dollar mehr als Doncic, dem das nicht zwingend passen dürfte, sorgte doch Irving hin und wieder für Skandale, verlor Ausrüsterverträge und hopste von Team zu Team.

Immerhin legte der 31-Jährige in 20 Spielen bei Dallas im Durchschnitt 27 Punkte, fünf Rebounds und sechs Assists auf.

Und doch wird der Vertrag von NBA-Experte Justin Termine als „massiver Fehler“ bezeichnet. Der Moderator von „NBA Today“ auf Sirius-XM ging sogar noch weiter: „Meiner Meinung nach bedeutet dies das Ende der Zeit von Luka Doncics in Dallas“, ist sich Termine sicher. Dabei geht es ihm jedoch weniger um die sportlichen Leistungen Irvings, sondern eher um seine Person.

„Sie (Dallas, Anm.d . Red.) haben nichts aus der Lektion gelernt, die Cleveland, Boston und Brooklyn erhalten haben“, spielt er auf die verbrannte Erde an, die Irving regelmäßig bei seinen Ex-Teams hinterlassen hat.

Dallas Mavericks: Alles für den Titel?

Vielleicht blendet man diese Tatsache in Dallas zugunsten eines größeren Ziels einfach aus: den NBA-Titel.

Dabei mithelfen soll nun Grant Williams. Via Sign-and-Trade soll der Flügelspieler von den Boston Celtics kommen. Laut ESPN unterschreibt er einen Vierjahresvertrag über 53 Millionen Dollar.

Der Forward, der sich bereits von den Celtics und deren Fans verabschiedet hatte, sollte mit seinen Qualitäten als solider Dreierschütze und guter Verteidiger an die Seite von Doncic und Irving passen.

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Und auch der nächste große Name scheint schon in der Pipeline. Nach Informationen von The Athletic soll Matisse Thybulle hoch im Kurs stehen. Der Restricted Free Agent der Portland Trail Blazers würde zwar offensiv nur wenig beitragen, defensiv ist er aber einer der besten Spieler der Liga.

Die Mavs-Fans feiern das Front Office bereits jetzt für die anstehenden Verpflichtungen.

Deandre Ayton erwünscht, das Tradematerial nicht

Ein Name, der im Kosmos rund um die texanische Großstadt zuletzt auch immer wieder zu hören war, ist Deandre Ayton. Der Center der Phoenix Suns war der Nummer-1-Pick im Draft 2018. Zu einem großen Superstar sollte er sich bislang nicht entwickeln. Er legte zwar solide Zahlen auf, doch wurde die Verletzungsanfälligkeit zum Problem.

So entschieden sich die Suns bereits, den ebenfalls verletzungsgeplagten Chris Paul ziehen zu lassen, auch Ayton scheint nicht unverkäuflich.

Das Problem ist bloß der Ersatz. Laut dem ehemaligen ESPN- und New-York-Times-Journalisten Marc Stein könnte der Trade mit Deandre Ayton Dallas dazu zwingen, Tim Hardaway Jr., Richaun Holmes und JaVale McGee einzutauschen.

Laut Bleacher Report sollen die Suns zumindest McGee aber nicht in einen Trade mit einbeziehen wollen. Zudem scheint Hardaway Jr. nach der Suns-Verlängerung mit Eric Gordon - das Roster ist in diesem Zuge mit 15 Spielern bereits voll - für die Franchise aus Arizona nicht mehr die goldene Option zu sein.

Draft-Pick Lively als Starting Center?

Bei aller Euphorie der Fans bleibt in Dallas also bislang eine große Baustelle weiter bestehen: der Starting Center. Zwar wählten die Mavs mit dem zwölften Pick im NBA-Draft Center Dereck Lively II aus, der Nachwuchs-Center von Duke wird aber wohl kaum ohne Akklimatisierung und Einführungszeit auf NBA-Niveau durchstarten.

So scheint das Dallas Front Office eine andere Lösung finden zu müssen. Denn eine Frage bleibt offen: Wie lange wartet Luka Doncic noch auf seine Titelchance in Dallas, ehe er das Weite sucht?

Nowitzki blieb den Mavericks 21 Jahre treu - heute ist er eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt, auch eine Straße ist nach ihm benannt.

Ob man das irgendwann auch von Doncic behaupten kann, wird vor allem davon abhängen, ob der Slowene den Mavericks auch einen Titel schenken kann.