Die reguläre Saison biegt auf die Zielgerade ein, doch in der NBA dreht sich längst vieles um die Draft Lottery am 10. Mai. Die Klasse 2026 gilt ligaweit als außergewöhnlich tief besetzt – und das befeuert das Tanking, also das absichtliche Verlieren, wie selten zuvor. Warriors-Coach Steve Kerr brachte es zuletzt auf den Punkt: „Ich hasse es.“ Gleichzeitig räumen viele Verantwortliche ein, dass der kontrollierte Absturz oft der schnellste Weg zurück an die Spitze ist.
NBA: Das böse Wort sorgt wieder für Ärger
Das böse Wort sorgt wieder für Ärger
Tanking sorgt für Rekordwerte
Die Kreativität mancher Teams ist bemerkenswert: Stars werden im vierten Viertel geschont, Rotationen experimentell zusammengestellt. Die Folge sind historische Ausschläge – die durchschnittliche Punktedifferenz liegt bei 13,1 Zählern, 89 Spiele endeten mit mindestens 30 Punkten Differenz. Kerr warnte bereits im Februar vor einer „immer präsenteren“ Tanking-Kultur rund um die starke Draftklasse.
Der Wettkampf wird vom absichtlichen Verlieren massiv geschädigt. Kaum eine Franchise reagierte trotz Krisen personell. Zuletzt hatte das sportliche Mittelmaß immerhin in Chicago Folgen. Die Bulls trennten sich am 6. April von Executive Vizepräsident Arturas Karnisovas und General Manager Marc Eversley. Nach sechs Spielzeiten und einer 224:254-Bilanz endet die „AKME“-Ära abrupt. Trotz einer 29:49-Saison gilt der Posten ligaweit als attraktiv – Cap Space und ein Lottery-Pick bieten Flexibilität.
Giannis und die verlorene Saison
Noch brisanter ist die Lage in Milwaukee. Die Bucks sind offiziell aus dem Playoff-Rennen, das Verhältnis zu Giannis Antetokounmpo gilt als belastet. Laut Berichten wollte die Franchise ihren Superstar nach Verletzungen herunterfahren – Giannis lehnte ab. Bereits im Februar hatten die Bucks Trade-Gespräche geführt. Ein Team-Insider formulierte drastisch: „Wenn dein bester Spieler mit einem Fuß drin und einem draußen ist, gewinnst du nicht.“ Die Franchise steuert erstmals seit 2016 wieder auf die Lottery zu.