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NFL macht sich nur noch lächerlich

NFL macht sich nur noch lächerlich

Nach Vergewaltigungsklage und Vorstrafe kommt Antonio Brown auch für seine Impf-Lüge mit einer Witz-Sanktion davon. Die NFL macht sich einmal mehr lächerlich.
Die NFL wird möglicherweise schon 2022 in Deutschland ein Spiel abhalten. Für NFL-Europe-Chef Brett Gosper ist dies längst überfällig.
Raphael Weber
Raphael Weber
von Raphael Weber

Was muss eigentlich noch alles passieren, bis die NFL diesen Antonio Brown für all dessen Fehltritte endlich für immer aus dem Verkehr zieht, anstatt ihm weiter zu einem Millionen-Verdienst zu verhelfen?

Sich einen gefälschten Impf-Nachweis zu besorgen und unter falschem Status seine Teamkollegen und (zum Teil gesundheitlich gefährdete) Mitglieder des Trainerstabs zu gefährden, reicht offensichtlich nach wie vor nicht aus.

Ganze drei Spiele Sperre gab es von der NFL jetzt dafür, dass der Skandalprofi in Diensten von Super-Bowl-Champion Tampa Bay Buccaneers sich offenbar einen gefälschten Nachweis über die Verabreichung eines Corona-Vakzins gekauft hat. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NFL)

Brown: Geringe Sanktionen machen fassungslos

Im NFL-Jargon heißt es dazu allerdings nur lapidar, Brown habe wie zwei andere Spieler „falsche Angaben zu seinem Impf-Status gemacht“.

Die Konsequenzen und Sanktionen, die ihren Namen nicht verdienen, wie auch die Verlautbarungen in der ganzen Angelegenheit machen fassungslos.

Nur zum Vergleich: Hierzulande kostete der Impf-Skandal bekanntlich gerade Markus Anfang seinen Trainerjob bei Werder Bremen - und dass, obwohl die mutmaßliche Fälschung seines Impfpasses nach wie vor nicht offiziell belegt ist.

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Kein Vergleich zur Konsequenz bei Ex-Werder-Coach Anfang

Und bei Brown? Da darf ein Zeuge frank und frei davon berichten, der NFL-Star habe ihn um den Kauf von gefälschten Impfzertifikaten gebeten und später eines vorgezeigt, das er sich über eine andere Quelle beschafft habe, ohne dass der 33-Jährige dafür gravierend belangt wird geschweige denn Aufklärungsarbeit betrieben wird.

Mehr noch: Anstatt auf seiner Unschuld zu beharren, nahm Brown die Witz-Strafe dankend an, versuchte gar nicht erst, die Vorwürfe aus der Welt zu räumen und akzeptiert dabei auch, nun öffentlich als Betrüger dazustehen.

Eine Untätigkeit, die tief blicken lässt und wenig davon zeugt, dass hier vielleicht doch ein Missverständnis vorliegen mag. (DATEN: Alle Tabellen der NFL)

Vielmehr erscheint es so, als wüsste Brown nur allzu gut, angesichts seiner ohnehin schon reichlich gefüllten Skandalakte nun höchst glimpflich davongekommen zu sein.

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Weitere Skandal rund um Antonio Brown

Zur Erinnerung: Es ist noch nicht allzu lange her, dass der Mitspieler von Bucs-Superstar Tom Brady von seiner Ex-Trainerin wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung angezeigt worden war, kurz darauf noch eine weitere Frau wegen sexueller Übergriffe klagte.

Dazu kommen mehrere Vorfälle von häuslicher Gewalt und Wirbel wegen tätlicher Angriffe. Wegen Diebstahls und vorsätzlicher Körperverletzung ist Brown sogar vorbestraft.

Schon allein deshalb hat Brown nichts mehr in der NFL verloren - wenn denn die Liga ihren Anspruch und den eigens aufgestellten Verhaltenskodex ernst nähme.

Immerhin zum Start der Saison 2020 war der einstige Superstar hinsichtlich seiner Fehltritte immerhin einmal für acht Spiele gesperrt worden - was sich vergleichsweise immer noch spottend gering ausnimmt.

NFL macht sich einmal mehr nur lächerlich

Umso mehr, als dass die Buccaneers nach Ablauf der Sperre Brown mit Kusshand aufnahmen, dieser sich dann auch noch mit dem Gewinn des Super Bowl rühmte. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NFL)

Mit der jetzigen Drei-Spiele-Sperre macht sich die öffentlich um ein Positiv-Image stets so bemühte NFL einmal mehr nur noch lächerlich.

Zumal: Der Passfänger hätte wegen einer Fußverletzung ohnehin die nächsten beiden Partien verpasst.

Vor allem aber auch: Bei geschätzten Karriere-Einnahmen von 70 Millionen Dollar dürften Brown drei Spiele ohne Bezahlung herzlich wenig jucken.

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Antonio Brown: Anwalt-Statement ein Hohn

Das Statement von Browns Anwalt Sean Burstyn spricht jedenfalls Bände.

Sein Klient sei selbstverständlich geimpft und großer Befürworter im Kampf gegen Corona.

Statt sich einem „langwierigen und ablenkenden Prozess“ auszusetzen und gegen die Strafe anzukämpfen, habe Brown der Angelegenheit so aber lieber zu einem schnellen Abschluss verholfen.

Wie bitte? Es ist zum einen blanker Hohn, wenn der Jurist weiter anfügt, dass Brown nun „das Beste aus seiner Zeit machen wird, indem er seine Knöchelverletzung behandeln lässt. Mr. Brown wird motiviert, schön ausgeruht und in der besten Form seines Lebens sein, wenn er in Woche 16 zurückkehrt.“

Vor allem aber ist es Beleg dafür, dass das Maß bei Problemfall Antonio Brown längst voll ist und nicht mehr zu ertragen ist.

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