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Mit diesem neuen Trumpf will Potsdam angreifen

Mit diesem neuen Trumpf will Potsdam angreifen

Die Volleyballerinnen des SC Potsdam haben einen großen Umbruch hinter sich. Der Start in die neue Saison verspricht dennoch Verheißungsvolles.
In einer kuriosen Partie macht der SC Potsdam gegen Vilsbiburg den vorzeitigen Halbfinaleinzug perfekt. Nach dem Spiel analysiert sie, wo noch Verbesserungspotential besteht - und scherzt über eine Halbfinal-Party.
. SPORT1
von SPORT1
06.10.2021 | 14:43 Uhr

Vergangenheit ist manchmal etwas Schönes: Und so blickt der SC Potsdam denn auch noch immer auf seine erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte seit dem Aufstieg in die Volleyball-Bundesliga 2009 zurück.

Am Ende standen dabei auch die Endspiel-Premiere im DVV-Pokal und der Einzug ins Halbfinale der Meisterschafts-Playoffs zu Buche. (Alles zum Volleyball)

Was folgte, war ein Maximal-Umbruch: Bis auf fünf Spielerinnen wurde das komplette Team von Guillermo Naranjo Hernandez ausgetauscht.

Trotzdem spricht der spanische Coach vor dem Saison-Aufgalopp beim SSC Palmberg Schwerin (ab 18.30 Uhr LIVE auf SPORT1 im TV und im Stream) von „Glück“ angesichts eines Kaders, der nicht nur größer, sondern auch besser geworden sein soll.

Wie das gehen kann? „Es ist ein kompletteres Team. Wir haben jetzt 14 Spielerinnen, letztes Jahr waren es elf“, sagte der 44-Jährige im rbb.

Hernandez fügte an: „Es gibt mehr Konkurrenz auf den Positionen. Und ich habe das Gefühl, wir können zwei komplette verschiedene Mannschaften in einem Spiel auf das Feld bringen, und trotzdem unser Niveau halten.“ (Spielplan und Ergebnisse der Volleyball-Bundesliga der Frauen)

Großer Umbruch bei Potsdam

SCP-Sportdirektor Toni Rieger gibt zwar zu, dass man “die eine oder andere“ sicherlich gerne behalten hätte. „Aber Leistung weckt Begehrlichkeiten, und wenn dann auch noch der Faktor Geld in irrsinnigen Bereichen dazu kommt, machen wir das nicht mit“, sagte er der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“.

Klare Ansagen - verbunden mit eindeutigen Zielen: „Wir wollen Identifikation schaffen und können mit der Perspektive auch besser das Team aufbauen“, so Rieger, „Variabilität könnte unser großer Trumpf werden.“

Der Sportdirektor betonte zudem, die Breite des Kaders sei enorm wichtig, um die Herausforderungen in drei Wettbewerben anzugehen.

Zumal: Potsdam ist nicht nur in der Liga gefordert, sondern auch im nationalen Pokal sowie im Challenge Cup, dem untersten der drei Europapokal-Wettbewerbe.

Was die Führung auf dem Parkett angeht: Nach dem Abgang von Antonia Stautz zu Schwarz-Weiß Erfurt ist Laura Emonts, die bereits in ihre sechste Saison beim SCP geht, nun die neue Kapitänin. (SERVICE: Tabelle Bundesliga Frauen)

„Sie hat ein tolles Gefühl für die Mannschaft. Auf und neben dem Feld ist sie ein Vorbild“, lobt Teammanager Eugen Benzel.

Potsdam will an Erfolge anknüpfen

Die 30-Jährige soll Konstanz in die frisch zusammengewürfelte Mannschaft bringen. Doch Emonts lobt bereits jetzt schon auch die Neuzugänge: „Es sind viele junge, dynamische Spielerinnen mit viel Talent. Alle echt tolle Mädels.“

Nach den Erfolgen der letzten Saison soll es weiter nach oben gehen - gern mit etwas Zählbarem. Eine „Medaille bei der Deutschen“ peilt etwa auch Nationalspielerin Anastasia Cekulaev an.

Hernandez nennt die Wiederholung des Halbfinal-Einzugs als Minimalziel: „Daraus lässt sich schließen, dass es ein Meisterschaftsfinale oder der Gewinn des Pokals sein muss. Wir haben ein Team, das unter die Top 4 gehört. Alles drunter wäre nicht gut.“

Potsdam zum Auftakt in Schwerin gefordert

Direkt zum Auftakt wartet gleich ein echter Gradmesser auf die Potsdamerinnen. Ausgerechnet beim SSC Palmberg Schwerin, gegen den es im Pokalfinale ein 0:3 setzte, ist die Mannschaft aus Brandenburg gefordert (ab 18.30 Uhr LIVE auf SPORT1 im TV und im Stream).

Im Gegensatz zu Postdam bestritt Schwerin bereits ein Pflichtspiel. Der SSC musste sich dabei am Samstag im Supercup Dresden mit 2:3 geschlagen geben.

„Da konnten sie schon wieder Fan-Atmosphäre spüren, die ja fast ein Jahr lang gefehlt hat. Unser Team wird sich da erst einmal dran gewöhnen müssen. Gerade in Schwerin ist es ja immer aufgeheizt“, analysierte Rieger.

Doch das Duell verspricht noch aus einem anderen Grund besondere Würze.

Beim Kontrahenten aus Norddeutschland besteht ein Drittel des Kaders aus Ex-Potsdamerinnen: Denise Imoudu, Annegret Hölzig, Symone Speech und Lindsey Ruddins liefen bereits für den SCP auf.

Der Volleyball Supercup bot seinen Zuschauern einen spannenden und dramatischen Saisonauftakt. Besonders eine Szene im Entscheidungssatz erhitzte die Gemüter.
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Diese Challenge erhitzt die Gemüter

Speech und Ruddins waren vorige Saison Leistungsträgerinnen beim SCP und wurden von Schwerin abgeworben - zum Unmut Riegers.

Daher liefert der 44-Jährige auch gleich eine Kampfansage hinterher: „Wir wollen wieder einen tollen Kampf bieten.“