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Volleyball-Herzstück wieder komplett

Volleyball-Herzstück wieder komplett

Louisa Lippmann ist zurück - und soll Deutschland bei der Volleyball-EM wieder zum Erfolg führen. Bei SPORT1 spricht die Star-Spielerin über eigene Ansprüche und den Wert von Erfahrungen.
Deutschlands Traum vom EM-Titel ist geplatzt. Das DVV-Team musste sich im Tie-Break den Polinnen im Viertelfinale geschlagen geben.
. SPORT1
Christian Paschwitz
von Christian Paschwitz, Alexandra Müller
17.08.2021 | 13:46 Uhr

Natürlich sind mal wieder alle Augen auf sie gerichtet, das ist Louisa Lippmann selbst klar.

Und seit die Rückkehr der Star-Spielerin aus ihrer Nationalmannschaftspause eben klar ist vor der anstehenden Volleyball-EM (LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+ sowie im LIVESTREAM), da wachsen auch wieder die Ansprüche an Lippmann.

Doch die Diagonalangreiferin, die im DVV-Team in dieser Saison in der Nations League von Ende Mai bis Ende Juni pausiert hatte, vom italienischen Top-Klub Savino Del Bene Scandicci weiß damit umzugehen.

“Ich freue mich auf die EM, bin hochmotiviert, gebe 100 Prozent und Vollgas – deshalb habe ich ja auch die Pause eingelegt, konnte so wieder auftanken”, sagt sie im Gespräch mit SPORT1. “Ich will dem Team helfen, wo ich kann.”

Eine Hilfe, die deutlich weniger belastend ausfallen mag als in der Vergangenheit: “Ich spüre auf meiner Position nicht mehr so viel Druck wie vielleicht noch vor ein paar Jahren”, so die 26-Jährige, die auch Stationen in China (Shanghai Volley) und Russland (Lokomotive Kaliningrad) in ihrer bemerkenswerten Klub-Vita vorzuweisen hat. (SERVICE: Das ist der deutsche Kader bei der Volleyball-EM)

Louisa Lippmann: Deutschlands X-Faktor bei Volleyball-EM

Lippmann, die das 14er-Aufgebot von Nationaltrainer Felix Koslowski anführt, findet: “Wir sind inzwischen ein so stark ausgeglichenes Team, spielen so viel Speed über Position vier mit unseren Mittelblockerinnen, unsere komplette Netzfront ist mittlerweile derart gefährlich.” (NEWS: Alles Wichtige zum Volleyball)

Es überrascht denn auch wenig, dass die gebürtige Herforderin vor dem Auftakt gegen Polen am Donnerstag (ab 19.30 Uhr im LIVESTREAM und ab 19.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) von einer Medaille träumt.

“Das wäre schon groß”, sagte Lippmann bei SPORT1 - und begründet: “Ich will es mal so sagen: Das Spiel im Klub ist Business – da hat man seinen Vertrag und verdient sein Geld. Aber die Nationalmannschaft hat einen viel emotionaleren Impact, wir sind alle so stolz, hier spielen zu können. Da nun eine Medaille holen zu können, diese Motivation ist riesig.”

Vor der Abreise am Dienstag nach Plowdiw in Bulgarien, wo für die deutsche Mannschaft ab Donnerstag die Vorrundenpartien steigen (neben weiteren Gruppenphasen-Spielorten in Belgrad (Serbien), Zadar (Kroatien) und Cluj-Napoca in Rumänien)), rechnet sich auch Trainer Koslowski einiges aus.

Auch dank Lippmann als X-Faktor. “Das gesamte Team und Volleyball-Deutschland sind froh, dass Louisa zurück ist”, so Koslowski am Montag während einer Medienrunde. “Sie bringt ein ganzes Stück an Physis und Durchschlagskraft im Angriff mit, die uns zuletzt doch gefehlt hat.”

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Lippmann auch wegen Erfahrung so wertvoll

Noch viel wichtiger für den Coach indes “ist die Persönlichkeit, die sie innerhalb der Mannschaft ausstrahlt. Sie ist einfach ein Teil dieses Herzens der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, das hat uns während der Nations League gefehlt, jetzt sind wir wieder komplett.”

Die Hochgelobte gibt die warmen Worte gern zurück: “Unsere Leistungsdichte ist ausgeglichen: Jeder, der reinkommt, kann viel Druck machen in seinem Bereich.”

Dazu komme, dass nicht nur sie, sondern “viele Spielerinnen Auslandserfahrung gesammelt haben, das bringt jeden in seiner Persönlichkeit weiter.”

Lippmann selbst nimmt sich davon nicht aus: “Damit machst du einen sehr großen Schritt aus deiner Komfortzone, gerade im Leistungssport”, sagt sie SPORT1. “Das bringt dich in deiner persönlichen Entwicklung enorm voran.”

Nach guten Testspielen komme es bei der EM nun darauf an, “den richtigen Mix aus An- und Entspannung zu finden – wenn es da Stress gibt auch im Team, da bin ich da, um die richtige Balance zu finden.”

Die deutschen Volleyballerinnen hoffen auf den großen Wurf bei der EM
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Körperlich hat Lippmann nichts eingebüßt

Die körperlichen Voraussetzungen bringt sie laut Koslowski ungeachtet ihrer Nationalteam-Pause ohnehin mit: “Auf ihrem Niveau ist Volleyballspielen so wie Fahrradfahren: Da muss man halt wiederaufsteigen, dann kommt man auch wieder schnell in den Rhythmus rein.”

Am besten schon zum Turnier-Auftakt gegen Polen. Zur Erinnerung: Seit 2007 haben die deutschen Frauen stets das Viertelfinale bei einer EM erreicht, gewannen 2011 und 2013 sogar Silber.

Vor zwei Jahren wurde Koslowskis Mannschaft beim abermaligen Titelgewinn der Serbinnen Sechster.

Nun soll es mit Leaderin Lippmann an der Spitze noch viel besser werden: “Die Youngster bringen die Euphorie und Unbekümmertheit mit rein - dieser Mix könnte für uns am Ende ganz wichtig werden”, so der Coach.