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Doll, Dreßen und Co.: Diese Ikonen und Legenden des Wintersports machen Schluss

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Doll, Dreßen und Co.: Diese Ikonen und Legenden des Wintersports machen Schluss

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Diese Wintersport-Stars hören auf

Das Ende der Wintersport-Saison bedeutet auch für einige Athleten das Ende der eigenen Karriere. SPORT1 fasst zusammen, welche Athleten sich zurückziehen.
Die ehemalige Wintersport-Asse Miriam & Felix Neureuther sind mittlerweile Eltern von drei Kindern. Der Nachwuchs zeigt schon jetzt großes Talent, Ambitionen & Freude am Skisport. Im SKI & BERGE - Das DSV-Magazin erzählt die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von 2010 die frühe Leidenschaft ihrer Kinder.
SPORT1
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von SPORT1

Der Kampf um Podeste, Sekunden, Meter und Medaillen ist für einige Wintersportler nach dieser Saison für immer vorbei. Mit dem Ende des Winters enden auch die Karrieren von hochdekorierten Sportlern und Sportlerinnen - manchmal freiwillig, manchmal gezwungenermaßen, aber immer emotional.

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So sorgte Deutschlands Ski-Ass Thomas Dreßen in Kitzbühel für einen elektrisierenden Abschied, Biathlet Benedikt Doll kämpfte im kanadischen Canmore ein letztes Mal in der Loipe und am Schießstand.

SPORT1 zeigt die prominentesten Karrieren, die 2024 zu Ende gingen.

Thomas Dreßen (Deutschland, Ski alpin)

Sein Name wird für immer auf einer Gondel der Kitzbüheler Bergbahn stehen - dort, wo die Namen aller Sieger der legendären Streif festgehalten werden. 2018 gewann Dreßen die Hahnenkamm-Abfahrt, sechs Jahre später hörte er an der Stätte seines größten Erfolges auf.

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Im SPORT1-Interview erklärte Dreßen seinen damaligen Entschluss: „In Wengen habe ich gemerkt, dass es nicht mehr geht. Und dann hatte ich nicht viel Zeit, weil Kitzbühel ja am nächsten Wochenende war. Für mich stellte sich die Frage: Willst du ein Abschiedsrennen? Das wollte ich. Aber dann war die Frage nach dem Wo? Machst du noch mal Pause und fährst außer Konkurrenz beim Weltcup-Finale? Aber schnell war klar, wir machen es in Kitzbühel. Das ist für mich immer das wichtigste Rennen gewesen, und ich bin heilfroh, dass das alles so geklappt hat.“

Am Ende seiner Karriere stehen fünf Weltcup-Siege und zehn Podest-Plätze zu Buche. Mit 30 Jahren hörte der von Verletzungen geplagte Dreßen auf.

Ende Januar hat Thomas Dreßen seine aktive Karriere beendet. Im SKI & BERGE - Das DSV-Magazin spricht der Streif-Sieger von 2018 über seine Zukunftspläne.
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SKI & BERGE - Das DSV-Magazin: Thomas Dreßen über seine Zukunftspläne

Benedikt Doll (Deutschland, Biathlon)

Mit sechs Medaillen bei Weltmeisterschaften legt Benedikt Doll sein Gewehr und seine Ski nieder. Der Höhepunkt dabei war der Sprint-Sieg 2017 in Hochfilzen, bei den Weltmeisterschaften 2024 in Nove Mesto lief der 33-Jährige im Einzel nochmal zu Bronze.

Nicht nur sportlich wird Doll dem Biathlon fehlen, sondern auch als fester Bestandteil in der Mannschaft. „Für einen Anführer braucht es mehr, als nur ein guter Sportler zu sein. In erster Linie Charakter und in dem Sinne ist Benni ein Monster“, betonte Sportdirektor Felix Bitterling: „Er ist ein großartiger Mensch.“

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Und jetzt? Doll braucht erst mal Abstand vom Biathlon. Maximal eine wenig zeitaufwendige Nebentätigkeit als Experte könnte es werden, eine Trainerkarriere schloss er aus. Stattdessen wird er in Offenburg ein Studium über nachhaltige Energiesysteme anfangen - und ganz viel für die Familie da sein. „Ich bin nicht am Trauern, dass die Biathlon-Zeit vorbei ist“, erklärte Doll.

Josef Ferstl (Deutschland, Ski alpin)

„Wenn der Kopf nicht mehr bereit ist, volles Risiko zu gehen, ist es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen“, erklärte Josef „Pepi“ Ferstl seinen Rücktritt am 25. Januar. Der Entschluss sei ihm „nicht leichtgefallen“, dem Skisport möchte er treu bleiben: „Ich kann gar nicht anders, dafür schlägt mein Herz.“

Ferstl triumphierte 2019 beim Super-G im österreichischen Ski-Mekka Kitzbühel, 40 Jahre nach dem zweiten Erfolg seines Vaters Sepp dort. Seinen ersten von zwei Weltcup-Siegen feierte er 2017 in Gröden, ebenfalls im Super-G. Der Mann vom SC Hammer startete 2018 und 2022 bei den Olympischen Spielen und bei vier Weltmeisterschaften.

Fabian Rießle (Deutschland, Nordische Kombination)

Mit tränennassen Augen lief Fabian Rießle am 28. Januar durch das Spalier seiner alten Kollegen und Kontrahenten ins Ziel, bei Kaiserwetter im Schwarzwald ließen die Fans ihren „Fabi“ noch einmal hochleben.

Mit dem schönsten 47. Platz seiner Karriere verabschiedet sich der Kombinations-Olympiasieger bei seinem Hausrennen in Schonach in den sportlichen Ruhestand. „Ich hätte mir keinen schöneren Abschied wünschen können, das war unfassbar“, sagte der 33-Jährige damals.

Rießle geht mit einem kompletten Olympia-Medaillensatz: Gold 2018 in Pyeongchang mit dem Team, Silber an gleicher Stelle im Einzel von der Großschanze sowie Silber im Team bei den Spielen in Sotchi. Bronze holte er dort außerdem im Einzel von der Großschanze. Dazu gesellen sich noch drei WM-Goldmedaillen, zwei silberne WM-Medaillen und eine Bronzemedaille.

Mit seiner Frau, Ex-Langläuferin Sandra Ringwald, hat Rießle drei Kinder. „Die Familie kommt an allererster Stelle. Da habe ich es gerne in Kauf genommen, dass die sportliche Leistung nicht so optimal war“, sagte Rießle, der im September ein Fernstudium beginnt, im Podcast Ski happens.

Ragnhild Mowinckel (Norwegen, Ski alpin)

Die Norwegerin Ragnhild Mowinckel tritt mit zwei Silbermedaillen bei Olympia ab. In Pyeongchang 2018 holte sie diese im Riesenslalom und in der Abfahrt. Es war ein „einmaliges Abenteuer, aber alles Gute hat einmal ein Ende. 2023/2024 wird meine letzte Saison als Skirennläuferin sein“, teilte die 31-Jährige im Februar ihren Rücktritt auf ihren Social-Media-Kanälen mit. Am 27. Januar dieses Jahr hatte Mowinckel ihren ersten Weltcup-Sieg in der Abfahrt errungen.

Peter Prevc (Slowenien, Skispringen)

Prevc, dieser Name ist im Skispringen eine Institution. Neben Peter sind auch dessen Brüder Cene und Domen in der Szene bekannt, auch eine seiner beiden Schwestern springt. Nach Cene Prevc geht nun auch Peter nicht mehr vom Bakken.

Der 31-Jährige gewann die Vierschanzentournee 2015/16, Einzelgold bei der Skiflug-Weltmeisterschaft 2016 sowie den Gesamtweltcup der Saison 2015/16. Im Skifliegen gelang ihm Historisches. Am 14. Februar 2015 landete er bei der Weltcup-Veranstaltung in Vikersund als erster Skispringer bei 250,0 Metern und stellte damit einen neuen Skiflugweltrekord auf. Mittlerweile flogen drei Springer weiter, darunter der Österreicher Stefan Kraft, der mit 253,5 m aktuell den Weltrekord hält.

Maren Lundby (Norwegen, Skispringen)

Bereits am 18. Dezember erklärte Maren Lundby ihr Karriereende. Den größten Erfolg konnte sie mit Gold im Einzel bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang erringen. Im selben Jahr erhielt sie die Holmenkollen-Medaille, die höchstmögliche Auszeichnung für Sportler in Norwegen.

Lundby ging es im Skispringen aber nicht nur um den Erfolg, sie setzte sich auch federführend für die Entwicklung des Skispringens für Frauen ein.

Irene Schouten (Niederlande, Eisschnelllauf)

Im Medaillenschrank von Irene Schouten dürfte es eng sein. Drei Mal Olympia-Gold, neun Mal WM-Gold, zwei Mal WM-Silber und fünf Mal Bronze funkeln dem Betrachter entgegen. Dazu gesellen sich vier Goldmedaillen und eine Silbermedaille von den Europameisterschaften.

„Nach 15 Jahren Hochleistungssport möchte ich andere Dinge tun“, sagte sie in einem Podcast des niederländischen TV-Senders NOS: „Ich habe alles gewonnen, was ich gewinnen wollte - nur die Elfstedentocht noch nicht.“

Die Elfstedentocht (Elfstädtetour) ist ein in den Niederlanden populäres Rennen über fast 200 km auf Natureis. Aufgrund der Abhängigkeit von Eis findet es selten statt. Zuletzt wurde es 1997 durchgeführt, seit dem ersten Lauf 1909 fand es 15 Mal statt.

Giuliano Razzoli (Italien, Ski alpin)

Die Karriere von Giuliano Razzoli trudelte ohne Abschiedsrennen aus. Geplant war ein letztes Rennen in Kranjska Gora, doch schlechte Wetterbedingungen ließen keine Rennen zu.

In Vancouver 2010 gewann Razzoli Gold im Slalom und auch in den Geschichtsbücher hat er einen Platz: Im Januar 2022 holte er in Wengen nochmal einen Podestplatz und wurde mit 37 Jahren zum ältesten Podestfahrer der Geschichte.