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"Identitätskrise": Norwegischer Biathlon-Profi offenbart Sinnkrise

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"Identitätskrise": Norwegischer Biathlon-Profi offenbart Sinnkrise

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Biathlon-Ass in „Identitätskrise“

Das norwegische Biathlon-Team dominiert in der Saison nach Belieben. Ein Ass bleibt dabei allerdings auf der Strecke und befindet sich in einer großen Krise.
Im „SKI & BERGE: Das DSV Magazin“ auf SPORT1 begrüßt Ruth Hofmann die ehemalige Biathletin & Langläuferin Miriam Neureuther. Gemeinsam sprechen die beiden über die Faszination Wintersport für verschiedene Generationen, die Nachwuchsförderung und die verschiedenen Projekte der Neureuthers. In der Rubrik #Schneevonmorgen analysiert Anna Dollak das Wintersport-Interesse in Deutschland.
SPORT1
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von SPORT1

Die vergangene Biathlon-Saison war eine Machtdemonstration der Norweger. Die ersten fünf Plätze im Gesamtweltcup gingen allesamt an die Nordeuropäer, einen Sechsfachtriumph konnte der Franzose Emilien Jacquelin gerade noch so verhindern.

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Doch bei all dieser Dominanz ist ein junger Sportler auf der Strecke geblieben. „Man erlebt eine Art Identitätskrise, würde ich sagen“, schildert Filip Fjeld Andersen dem norwegischen Sender NRK.

In der abgelaufenen Saison war er nur einmal im IBU Cup im Einsatz, nachdem er im Jahr zuvor sogar noch häufig im Weltcup-Team zu finden war.

In der Vorsaison schaffte er es gleich mehrmals in die Top 10 und stand am Saisonende immerhin auf Platz 25 im Gesamtweltcup. Doch bereits damals war er am Saisonende wegen schwächerer Leistungen in den zweitklassigen IBU Cup geschickt worden.

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Biathlon-Ass an Schweinegrippe erkrankt

In diesem Winter konnte er jedoch auch dort zumeist nur zuschauen. Der Grund: Sein Körper.

Vor Weihnachten hatte er laut NRK mit der Schweinegrippe zu kämpfen. Wirklich erholt hat er sich von dieser Krankheit danach nicht, was sich negativ auf seine Leistungen ausgewirkt hat.

Beim norwegischen Cup landete er bei seinem Comeback nur auf Platz 17, auch im Februar wurde es mit Rang 13 nicht wirklich besser. „Das ist ziemlich weit weg von dem, was man sich vorgestellt hat“, sagte Andersen mit Blick auf seine Situation.

Langlauf als „Selbstbestrafung“

Diese Abwärtsspirale machte dem 24-Jährigen sehr zu schaffen. „Man will ein bisschen zu viel, und das beruht auf dem Willen und nicht auf dem Instinkt und dem Wissen. Und dann wird es einfach zu schlimm“, erklärt er.

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Nationaltrainer Egil Kristiansen riet ihm danach sogar, „andere Dinge zu finden, die ihn motivieren“.

Andersen entschied sich, an diversen Langlaufrennen über die lange Distanz teilzunehmen. Auch an den norwegischen Meisterschaften über 50 km nahm er teil, hatte als 41. aber über 12 Minuten Rückstand auf den siegreichen Eirik Augdal.

„Vielleicht kann ich es als Selbstbestrafung dafür sehen, dass die Saison ‚Mist‘ war“, sagte er mit verschmitzten Lächeln.

Biathlon-Ass will nicht aufgeben

Gänzlich beendet ist seine Saison aber noch nicht. Anfang April will er sich noch bei den norwegischen Biathlon-Meisterschaften beweisen.

Dabei hat Kristiansen einen wichtigen Rat für seinen Schützling. „Er muss seine Freude wiederfinden und nicht so viel nachdenken“, sagte er und ergänzte, „dann ist es eigentlich nur noch schlimmer geworden. Das ist also keine gute Lösung.“

Bei den Wettbewerben, die auf seiner Heimstrecke in Geilo stattfinden, dürfte es für Andersen auch um seine Zukunft gehen.

Er selbst macht sich aktuell wenig Hoffnung auf das Elite-Team im Weltcup, sondern schaut viel mehr auf die Mannschaft dahinter: „Ich habe das Gefühl, dass ich einen Platz dort verdient habe, denn ich habe bereits bewiesen, was ich kann und auf welchem Niveau ich performen kann.“