Biathlon>

Der traurige Sieger beim Biathlon in Oberhof hat "kein Gefühl, glücklich zu sein"

Der traurigste Sieger im Biathlon

Vor dem Biathlon-Sprint der Männer in Oberhof kommt es zu emotionalen Momenten wegen des Todes des Norwegers Sivert Guttorm Bakken. Das Rennen gewinnt ein guter Freund Bakkens - der sich nicht richtig freuen kann.
Tommaso Giacomel gewinnt den Sprint beim Weltcup in Deutschland - und gedenkt danach seinem verstorbenen Freund und Kollegen Sivert Bakken. Ein Deutscher belegt Platz 2.
Vor dem Biathlon-Sprint der Männer in Oberhof kommt es zu emotionalen Momenten wegen des Todes des Norwegers Sivert Guttorm Bakken. Das Rennen gewinnt ein guter Freund Bakkens - der sich nicht richtig freuen kann.

Vor und nach dem Start des Männer-Sprints beim Biathlon-Weltcup in Oberhof sind wegen des verstorbenen Sivert Guttorm Bakken die Tränen geflossen.

Das Rennen gewann Bakkens sehr guter Freund Tommaso Giacomel vor dem deutschen Lokalmatador Philipp Nawrath. Der Italiener Giacomel richtete nach seinem Zieleinlauf symbolisch den Finger in den Himmel, um das Erfolgserlebnis Bakken zu widmen. Die Trauer um den verstorbenen Kollegen, mit dem er sich in diesen Tagen eigentlich gemeinsam auf die Olympischen Spiele hatte vorbereiten wollte, konnte der Sieg nicht mildern.

Biathlon: Startnummer 1 wird nicht vergeben

Die Internationale Biathlon-Union (IBU) zeigte vor dem Wettbewerb ein bewegendes Video zu Bakken im Stadion. Seine norwegischen Landsmänner sowie weitere Kontrahenten kämpften mit den Tränen.

Zudem gab es eine Minute lang Applaus, „um Siverts Leistungen und seinen Beitrag zum Biathlon zu würdigen und einem Athleten und Menschen Tribut zu zollen, der für seine positive Art sehr geschätzt wurde“, gab die IBU schon im Vorfeld bekannt.

Die Rennen in Oberhof sind die ersten seit Bakkens Tod. Zu seinen Ehren wurde beim Sprint die Startnummer „1″ nicht vergeben, weshalb der Startbereich zunächst leer blieb.

Bittersüßer Sieg für Bakkens Freund Giacomel

Sieger Giacomel war schon am Tag zuvor war Giacomel bei einer Medienrunde in Tränen ausgebrochen, als er über Bakkens Schicksal sprach. Am Tag von Bakkens Tod hatte er eigentlich eine gemeinsame Trainingsfahrt mit diesem geplant. Bakken, der nur 27 Jahre alt wurde, war am 23. Dezember tot in seinem Hotelzimmer während eines Trainingslagers in Lavazè in Südtirol aufgefunden worden. Die Umstände seines Ablebens sind noch nicht vollständig geklärt, er wird am nächsten Dienstag in Lillehammer beerdigt.

„Ich kann eigentlich nichts mit den Glückwünschen anfangen. Es ist komisch: Es ist einer der besten Tage in meiner Biathlon-Karriere, aber persönlich trauere ich sehr um Sivert. Ich widme ihm den Sieg. Die Siegerehrung wird für mich sehr emotional werden“, sagte der Italiener emotional nach seinem Erfolg in der ARD.

Im Gespräch mit internationalen Medien betonte der 25 Jahre alte Giacomel den bitteren Beigeschmack noch mehr: Er empfinde „kein Gefühl, glücklich zu sein“, es gebe „nichts zu feiern“, zitiert ihn der norwegische Sender NRK.

Auch das von Elvira Öberg gewonnene Rennen der Frauen stand im Zeichen der Tragödie um Bakken, unter anderem vergoss auch Landsfrau Ingrid Landmark Tandrevold nach der Konkurrenz Tränen, die drittplatzierte Französin Julia Simon sprach ihr Trost zu.

-----

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)