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Was ist los mit Biathlon-Deutschland? Ikonen äußern sich

Deutsche Schwäche „hat mehrere Gründe“

Die deutschen Biathleten erleben enttäuschende Olympische Winterspiele mit nur einer Medaille. Drei Legenden schätzen die aktuelle Situation im deutschen Biathlon ein.
Im ersten Weltcup-Rennen ohne Biathlon-Star Franziska Preuß erwischen die deutschen Damen einen schweren Start. Am Ende kann aber eine DSV-Akteurin für Furore sorgen.
Die deutschen Biathleten erleben enttäuschende Olympische Winterspiele mit nur einer Medaille. Drei Legenden schätzen die aktuelle Situation im deutschen Biathlon ein.

Mit etwas Abstand zu den Olympischen Winterspielen hat sich Ikone Ole Einar Björndalen noch einmal zur schwierigen Lage des deutschen Biathlons geäußert, nachdem das DSV-Team dort lediglich eine Medaille gewann.

Beim ersten Weltcup nach den Winterspielen in Kontiolahti wurde Björndalen im Gespräch mit dem ZDF auf das deutsche Team angesprochen: „Es ist komplex, denn es ist nicht nur eine Sache, sondern hat mehrere Gründe.“

Björndalen: „Ich habe alles von ihnen gelernt“

Der achtmalige Olympiasieger verwies zwar auf das in dieser Saison verbesserte Laufen der deutschen Athleten, bei den Schießleistungen legte er jedoch den Finger in die Wunde.

„Als ich mit dem Biathlon gestartet bin, waren die Deutschen die besten Schützen auf der Welt. Ich habe alles von ihnen gelernt. Dahin müssen sie wieder zurück“, berichtete Björndalen.

Der Norweger fügte hinzu: „Von einzelnen Athleten sind die Schießresultate stark, aber von der Mannschaft zu schwach, um Topresultate liefern zu können.“

Deutsche Biathlon-Legenden fordern Veränderung

In eine ähnliche Kerbe schlug auch die deutsche Biathlon-Legende Sven Fischer: „Viele Dinge waren gut, aber man hat gesehen, dass es nicht für ganz vorne reicht und da muss sich etwas verändern.“

Der viermalige Olympiasieger betonte, dass die Deutschen über mehrere Jahrzehnte sowohl in der Staffel als auch im Einzel viele Olympia-Medaillen gewonnen haben, doch plötzlich sei dies nicht mehr so.

„Da muss man von Verbandsseite jetzt auch sagen: Wir wollen den Druck erhöhen und wieder konkurrenzfähig sein“, sagte Fischer und ergänzte: „Das muss das große Ziel sein. Das ist aber ordentlich Arbeit. Wir müssen die richtigen Tugenden wieder zusammenaddieren.“

Auch die deutsche Olympiasiegerin von 2022, Denise Herrmann-Wick, ist der Meinung, dass sich etwas ändern muss: „Grundsätzlich bietet es sich an, nach einem Zyklus jeden Stein umzudrehen. Was war gut und was war schlecht? Auch mit Blick auf die anderen Nationen. Dabei muss man aber Vollgas geben.“

Das betrifft auch die ewige Diskussion um das Material: „Man muss da innovativ bleiben und sehen, dass man den Anschluss an die Weltspitze schafft.“