Halvor Egner Granerud erlebt nach drei Springen eine Vierschanzentournee zum Vergessen. Der Tourneesieger der Saison 2022/23 verpasste am Sonntag in Innsbruck mit nur 118 Metern den zweiten Durchgang und schied als 31. aus.
"Habe diesen Ort so satt": Ärger um Vierschanzentournee-Station
„Ich habe diesen Ort so satt“
Im Anschluss ließ der Norweger seinem Ärger freien Lauf und übte dabei deutliche Kritik am Veranstalter. „Es ist lange her, dass sich mein Körper so beschissen angefühlt hat wie jetzt“, sagte Granerud laut dem norwegischen Sender NRK und sah die Schuld dafür beim Veranstalter.
Nach seinem Probesprung war Granerud eine halbe Stunde lang im Aufzug zum Schanzenturm eingesperrt. Dabei musste der 29-Jährige in seiner kompletten Sprungausrüstung verharren, da der Veranstalter seine Tasche mit den normalen Schuhen verlegt hatte.
„Hätte ich meine Schuhe gehabt, wäre das eine Sache – aber 35 Minuten lang in Sprungschuhen festzusitzen, weil sie meine Schuhtasche verloren haben, war das Hauptproblem.“
Granerud denkt über Innsbruck-Verzicht nach
Durch den misslungenen Wettkampf fiel Granerud auch in der Gesamtwertung weiter zurück und liegt nur auf dem 34. Rang.
Zum Auftakt in Oberstdorf landete der zweimalige Gesamtweltcupsieger auf Rang 20, ehe er bei der Qualifikation zum Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen disqualifiziert wurde.
Mit ordentlich Wut im Bauch übte Granerud nach dem Wettkampf deutliche Kritik. Im Interview mit Viaplay wetterte er: „Ich hoffe, dass sie nächstes Jahr keine Bewerbe mehr hier veranstalten dürfen. Das geht so nicht, das ist echt beschissen.“
Weiter bemerkte er: „Ich habe diesen ganzen Ort hier so satt. Ich frage mich, ob ich nächstes Jahr, wenn ich nicht um den Tournee-Sieg kämpfe, einfach die Gelegenheit nutze und auf den Bewerb hier verzichte.“
Granerud sagte zudem, er wünsche den Verantwortlichen „alles Schlechte“.
Eine Aussage, für die sich der Norweger noch am Abend entschuldigte: „Ich habe heute im Interview etwas überdreht, ich wünsche dem Veranstalter nichts Böses. Entschuldigt bitte die Äußerung.“
Granerud trumpft in Bischofshofen auf
Inhaltlich rückte Granerud jedoch nicht von seiner Kritik ab und erhielt Unterstützung von Tournee-Pressesprecher Ingo Jensen, der sich für die Probleme entschuldigte.
Zum Abschluss der Tournee könnte es für Granerud jedoch noch einen versöhnlichen Abschluss geben. In der Qualifikation von Bischofshofen ließ er sein Potenzial aufblitzen und landete mit 135,5 Metern auf Rang sieben.
„Das hat mich jetzt doch überrascht. Gestern steckte er im Lift fest und hat sich danach in den sozialen Netzwerken im Ton vergriffen. Daraufhin musste er sich entschuldigen. Jetzt zeigt er, dass er es noch kann. Der ist selbst überrascht und kann es gar nicht glauben“, stellte ARD-Kommentator Tom Bartels fest.