Karl Geiger hat am Donnerstagabend ein kleines Ausrufezeichen gesetzt. Der DSV-Adler wurde in der Qualifikation bei der Skiflug-WM in Oberstorf bester Deutscher.
Skiflug-WM: "Ich habe genug Dreck gefressen"
„Ich habe genug Dreck gefressen“
Geiger sprang eine Weite von 210,5 Metern, erhielt 194,5 Punkte und landete letztlich auf dem zehnten Platz. „Es ist schon speziell für mich“, gestand der 32-Jährige im Nachgang in der ARD.
Er fügte hinzu: „Die ganze Saison, die letzten Wochen waren so hart und so zäh und eigentlich habe ich immer nur auf den Deckel gekriegt. Letztes Wochenende hat sich schon was zu lösen begonnen und ich bin einfach unglaublich dankbar, dass ich hier vor Heimkulisse starten darf und so langsam wieder in Schwung komme.“
Bundestrainer Stefan Horngacher legte erst kurz vor der Qualifikation sein Viererteam für die WM fest und entschied sich etwas überraschend für Geiger statt Andreas Wellinger.
Geiger trainierte ohne Druck
Im Training hatte Geiger keinen größeren Druck als vorher verspürt: „Ich war relativ befreit, weil ich genug Dreck gefressen habe. Ich konnte ziemlich entspannt hereingehen. Der erste Sprung in der Probe ist mir ziemlich missglückt, aber habe es dann besser hinbekommen. Es hat dann richtig Spaß gemacht, es war schön in der Luft und das will ich mitnehmen.“
Geiger erklärte, dass er seinen Sprung komplett umgekrempelt, er zunächst beim Weltcup-Springen in Wisla zwar Fortschritte gemerkt, allerdings dann während der Vierschanzentournee wieder Rückschlägen erlitten habe.
Alle DSV-Adler überstehen Qualifikation
„Da ist man oft mit sich am Ringen. Ich habe aber zurückgefunden und so langsam fängt es an, Früchte zu tragen. Da bin ich stolz, dass ich die Geduld bewiesen habe“, sagte Geiger abschließend.
Auch seine drei Teamkollegen Philipp Raimund (Platz 15), Felix Hoffmann (26) und Pius Paschke (28) überstanden die Qualifikation für den am Freitag beginnenden Wettkampf der besten 40 Flieger.