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Shaun White war nach seinem dritten Olympiasieg zu Tränen gerührt © dpa Picture Alliance

Pyeongchang - Superstar Shaun White sichert sich mit einem Traum-Lauf Gold in der Halfpipe. White zeigt seinen schwierigsten Sprung - und wird danach emotional.

Snowboard-Superstar Shaun White hat in einem hochklassigen und spektakulären Wettkampf zum dritten Mal die olympische Goldmedaille in der Halfpipe gewonnen.

Der 31 Jahre alte US-Amerikaner stellte im Bokwang Snow Park in seinem letzten von drei Durchgängen den Bestwert von 97,75 Punkten auf und verdrängte den Japaner Ayumu Hirano (95,25), der schon in Sotschi Silber geholt hatte, auf Rang zwei. Bronze ging an den australischen Weltmeister Scotty James (92,00).

White ist damit der erste Snowboarder der Geschichte mit drei Olympiasiegen. Whites Edelmetall war zudem die insgesamt 100. Goldmedaille für die USA bei Olympischen Winterspielen. (SERVICE: Der Medaillenspiegel bei Olympia)

"Ich bin überwältigt"

"Ich bin überwältigt vor Freude. Ich habe so viel durchgemacht, um hierher zu kommen. Ich hatte diese verrückte Verletzung in Neuseeland, wo ich mir das Gesicht zerstört habe", sagte White, der nach einem Trainingssturz im vergangenen Oktober mit 62 Stichen im Gesicht genäht werden musste und eine Lungenquetschung erlitt.

Mit Tränen in den Augen erklärte White, dass er die Angst vor einem erneuten Sturz besiegen musste: "Den gleichen Trick, bei dem ich mich damals verletzt hatte, habe ich heute wieder gezeigt. Das war ehrlich gesagt einer der herausforderndsten Läufe, die ich je gemacht habe."

Zum ersten Mal überhaupt zeigte White in seiner Karriere in einem Run zwei aufeinanderfolgende 1440s, also Tricks mit vier Körperdrehungen - eine Höchstschwierigkeit, die ausgerechnet Hirano im vergangenen Monat als erster Snowboarder überhaupt gelandet hatte.

White ist der Weltstar von Olympia 2018

Nach einem enttäuschenden vierten Platz in Sotschi vor vier Jahren gelang dem mit einem geschätzten Vermögen von rund 40 Millionen Euro vermutlich reichsten Sportler der Spiele damit die angestrebte Wiedergutmachung.

White ist der einzige Weltstar bei Olympia 2018. Selbst NFL-Superstars wie Josh Norman sind Fans und gratulieren wie Twitter.

White mit Nerven aus Stahl

Dem Superstar der Szene war die Anspannung deutlich anzusehen. Nach seinem ersten Lauf, der ihm eine starke Wertung von 94,25 Punkten einbrachte, riss sich White den Helm vom Kopf und ließ sich von den zahlreichen US-amerikanischen Fans feiern.

Allerdings musste er durch den Konter des Japaners Hirano im zweiten Durchgang gehörig um sein drittes Gold zittern.

Aber White hatte an diesem Tag die richtige Antwort, rückte mit einem beeindruckenden, von Höchstschwierigkeiten gespickten letzten Lauf die Kräfteverhältnisse wieder gerade und ließ dann seinen Emotionen freien Lauf.

Schon in der Qualifikation am Dienstag hatte er mit 98,50 Punkten die Konkurrenz dominiert. Die Höchstmarke in der Halfpipe von 100 Zählern hatte der Olympiasieger von 2006 und 2010, der vor vier Jahren in Sotschi als Vierter das Podium verpasst hatte, erst Mitte Januar beim Weltcup in Aspen/Colorado erreicht. (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan)

Japaner sorgt für Schockmoment

Überschattet wurde der Wettkampf von einem schweren Sturz des Japaners Yuto Totsuka im zweiten Durchgang. Der 16-Jährige prallte nach einem Sprung aus etwa fünf Metern Höhe auf den Rand der Superpipe und wurde nach minutenlanger Behandlung per Rettungsschlitten abtransportiert.

Der einzige deutsche Starter Johannes Höpfl aus Hauzenberg hatte das Finale der besten Zwölf als 23. der Qualifikation klar verpasst.

Sotschi-Olympiasieger Iouri Podladtchikov aus der Schweiz hatte seine Teilnahme wegen der Folgen einer schweren Hirnverletzung bei einem Sturz am 28. Januar bei den X-Games in Aspen abgesagt.

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