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Danilo Hondo (r.) war Alessandro Petacchis (l.) Edelhelfer bei Lampre
Danilo Hondo (r.) war Alessandro Petacchis (l.) Edelhelfer bei Lampre © Imago
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München - Tarnnamen wie James Bond oder Bin Laden, ein Sport, der zum Business wird: Ex-Profi Danilo Hondo berichtet von Doping-Praktiken im Radsport.

Im Rahmen des Prozesses zur "Operation Aderlass" um den angeklagten Mediziner Mark S. hat der frühere deutsche Radprofi Danilo Hondo von den Doping-Praktiken berichtet.

Gemeinsam mit dem damaligen Sprint-Star Alessandro Petacchi sei er beim Rennstall Lampre nebeneinander in einem Zimmer von dem Erfurter Arzt behandelt worden.

Doping in einem Raum mit Petacchi

"Wenn man so ein enges Verhältnis hat, das fast brüderlich war, dann hat man kein Problem damit, dass man zusammen in einem Raum gedopt wird", sagte Hondo bei seiner Zeugenaussage vor dem Landgericht München.

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Jener Petacchi streitet bis heute ab, von Mark S. gedopt worden zu sein, wurde aber rückwirkend gesperrt.

Hondo wurde nach eigenen Angaben 2011 von Mark S. zum Blutdoping überredet, ehe er die Zusammenarbeit, die ihn 25.000 Euro kostete, nach der Saison 2012 beendete. 2019 verlor er seinen Job als Schweizer Nationaltrainer, nachdem er ein Geständnis abgelegt hatte.

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Tarnnamen wie James Bond und Bin Laden

Die Blutkonserven wurden laut Hondo für die Lagerung bei dem Mediziner nach der Entnahme mit Tarnnamen beschriftet. Während der heute 46-Jährige "James Bond" wählte, entschied sich ein anderer Fahrer für "Bin Laden".

Für Hondo, der während seiner Karriere zwei Etappen beim Giro d'Italia gewann und Deutscher Straßenmeister wurde, war es "ein Business. Das war kein Sport mehr."

Bei seinem Geständnis im Vorjahr hatte Hondo erklärt: "Es ging um 2011. Ich muss sagen, und das ist mir auch die ganze Nacht durch den Kopf gegangen, da hatte ich diesen schwachen Moment. Ich habe den größten Fehler meines Lebens getan und dieser Geschichte zugestimmt."

Ende Februar 2019 wurde der Skandal um Mark S. mit einer Doping-Razzia, der sogenannten "Operation Aderlass", während der Nordischen Ski-WM in Seefeld ausgelöst.

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