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Peter Sagan feiert seinen zweiten Etappensieg bei der diesjährigen Tour de France
Peter Sagan feiert seinen zweiten Etappensieg bei der diesjährigen Tour de France © Getty Images
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Sprintstar Peter Sagan ist bei der Massenankunft auf der 5. Etappe der Tour de France nicht zu schlagen - und ist nun alleiniger Rekordträger des Grünen Trikots.

Peter Sagan fiel nach seinem großen Triumph erstmal seinem deutschen Edelhelfer Marcus Burghardt um den Hals: Der lässige Slowake hat mit spielerischer Leichtigkeit seinen zweiten Coup bei der 105. Tour de France gelandet und nebenbei eine Bestmarke Erik Zabels ausgelöscht.

Der Weltmeister feierte im bretonischen Quimper seinen insgesamt zehnten Etappensieg und holte zum 90. Mal das Grüne Trikot - einmal mehr als Zabel.

"Wirklich? Ein Rekord? Das ist schön. Dann habe ich ja wenigstens eine Bestmarke", sagte Sagan lachend und gab sich mal wieder als notorischer Spaßvogel. (SERVICE: Das Etappen-Ergebnis)

Mit größter Ernsthaftigkeit, wenngleich äußerlich mühelos hatte der 28-Jährige vom deutschen Team Bora-hansgrohe zuvor im Sprint nach einer 204,5 km langen Berg- und Talfahrt durch die Bretagne vor dem Italiener Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida) und Philippe Gilbert aus Belgien (Quick-Step Floors) triumphiert. 

Sagan: "Sprint war hart"

"Der Sprint war durchaus hart", sagte Sagan, dem die Anstrengungen hernach freilich nicht anzusehen waren. Der Alleskönner ist auf dem besten Wege, das Grüne Trikot zum sechsten Mal in Paris zu gewinnen und damit eine weitere Bestmarke Zabels einzustellen. Nach dem ernüchternden Ende der Tour 2017, als er nach einem Rempler gegen Mark Cavendish früh ausgeschlossen wurde, erlebt Frankreich wieder die große Sagan-Show.

Das Gelbe Trikot verteidigte der belgische Olympiasieger Greg Van Avermaet (BMC Racing) als Etappensiebter erfolgreich. Auch Titelverteidiger Chris Froome (Großbritannien/Sky) zeigte sich im Finale vorne und kam auf Platz 14. (SERVICE: Die Gesamtwertung der Tour de France)

Die deutschen Profis spielten am Mittwoch keine Rolle, Klassiker-Spezialist John Degenkolb war im Etappenfinale bereits abgehängt. "Ich habe damit gerechnet, dass es zu schwierig für mich sein könnte. Es gibt keinen Grund unzufrieden zu sein. Ich hatte auch keine guten Beine", sagte Degenkolb. 

Kittel und Greipel fallen zurück

Auch für die reinen Sprinter wie Marcel Kittel war das Profil der bislang hügeligsten Etappe zu schwierig, der 14-malige Etappensieger fiel schon 70 km vor dem Ziel aus dem Hauptfeld zurück, später erwischte es auch Andre Greipel.

Die ersten beiden Rennstunden nach dem Start in Lorient waren noch recht unspektakulär verlaufen. Eine siebenköpfige Fluchtgruppe ohne Deutsche hatte sich kurz nach dem Start vom Feld abgesetzt, darunter war auch Tour-Rekordteilnehmer Sylvain Chavanel (Frankreich/Direct Energie), der bei seiner 18. Großen Schleife schon am vergangenen Sonntag als Solist Reißaus genommen hatte.

Als zur Rennhälfte das Auf und Ab mit fünf Bergwertungen der dritten und vierten Kategorie begann, wurde die Gruppe zunehmend kleiner. Parallel dazu wurde auch im dezimierten Hauptfeld das Tempo durch Sagans Bora-Team und der BMC-Mannschaft von Van Avermaet verschärft, Kittel und Co. waren die Leidtragenden.

Sagan stets an der Spitze

Sagan hielt sich anders als die Deutschen stets an der Spitze auf. Auch nach der letzten Hürde, der Cote de la montagne de Locronan (3. Kategorie) rund 20 km vor dem Ziel, blieb er mit Siegchancen vorne - und vollstreckte.

Kittel, Greipel und die weiteren Sprinter verbringen am Donnerstag einen vergleichsweise unspektakulären, wenngleich fordernden Arbeitstag. Die 181 km lange sechste Etappe von Brest zur Mur-de-Bretagne bietet keine Chance auf einen klassischen Massensprint. Der giftige Schlussanstieg garantiert dennoch ein packendes Finish - denn er muss gleich doppelt bewältigt werden.

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