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Jacob Heidtmann hat Sun Yang heftig kritisiert
Jacob Heidtmann hat Sun Yang heftig kritisiert © Getty Images
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Jacob Heidtmann kann nicht verstehen, dass der dopingvorbelastete Topstar Sun Yang bei der Schwimm-WM an den Start gehen darf. Die Tatsache "macht einen fertig".

Nach dem WM-Eklat bei der Siegerehrung hat sich der deutsche Schwimmer Jacob Heidtmann klar auf die Seite des Australiers Mack Horton geschlagen und den höchst umstrittenen Chinesen Sun Yang scharf kritisiert. "Dass der hier schwimmt, ist eine Frechheit für alle sauberen Athleten, für jeden, der für den sauberen Sport einsteht. Das ist ein Schlag ins Gesicht", sagte der DSV-Athletensprecher am Montag: "Ich bin froh, dass endlich mal jemand ein Zeichen gesetzt hat."

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Der in dieser Sache stark unter Druck geratene Schwimm-Weltverband FINA bewertet die Aktion wie erwartet anders, doch die Strafe fiel am Montag milde aus: Horton und der australische Verband bekamen nur eine Verwarnung ausgesprochen.

Der zweitplatzierte Horton hatte nach Suns Sieg auf Paul Biedermanns Weltrekordstrecke 400 m Freistil am Sonntag den Gang aufs Podest, den Handschlag und das obligatorische Foto aller Medaillengewinner verweigert. "Ich hoffe, dass das Zeichen ausreicht, damit der Weltverband einsieht, dass der eigentlich nie wieder auf so einer Bühne stehen darf", ergänzte Heidtmann, der als 18. im 200-m-Vorlauf am Montagmorgen 1,16 Sekunden langsamer als Sun war. 

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Sun-Start "macht einen fertig"

Dem dopingvorbelasteten Chinesen, der 2014 vom Schwimm-Weltverband FINA nach einem positiven Test nur für drei Monate gesperrt worden war, droht im September eine nachträgliche Sperre. Der Internationale Sportgerichtshof CAS rollt den Fall um eine womöglich durch einen Sun-Gefolgsmann zerstörte Dopingprobe neu auf.

Die FINA hatte den dreimaligen Olympiasieger nach einer Anhörung im Januar freigesprochen, dagegen hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA ("unglaublich und inakzeptabel") vor dem CAS Einspruch eingelegt.

"Mich hat es auch geärgert. Ich darf mich damit eigentlich gar nicht beschäftigen, denn das macht einen fertig", sagte Heidtmann, der zugab, dass die Angelegenheit in der gesamten deutschen WM-Mannschaft ein Thema sei: "Das frisst alle im Team an, und alle sind froh, dass endlich ein Zeichen gesetzt wurde."

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