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Michael Phelps feierte mit seinen Staffelkollegen seine achte Goldmedaille bei den Spielen von Peking
Michael Phelps feierte mit seinen Staffelkollegen seine achte Goldmedaille bei den Spielen von Peking © Getty Images
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München - Am 17. August 2008 gewinnt Michael Phelps seine achte Goldmedaille bei den Sommerspielen von Peking. Die Rekorde des US-Amerikaners sind wohl unerreichbar.

Den Moment, der Michael Phelps in der Sport-Welt unsterblich machte, erlebte er selbst am Beckenrand.

Am 17. August 2008 hatte der damals 23-Jährige die 4x100 m Lagen-Staffel der USA mit einer starken Leistung auf der Delphinstrecke in Führung gebracht. Jetzt war es an Jason Lezak, den Sieg auf dem abschließenden Freistilabschnitt klar zu machen - und Phelps die achte Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking zu sichern. 

Dieser stieg sofort nach seinem Anschlag aus dem Becken und feuerte Lezak zusammen mit seinen Staffelkollegen Aaron Peirsol und Brendan Hansen an. Mit Erfolg: Während Lezak als Erster in neuer Weltrekordzeit anschlug, umarmte Phelps seine Kollegen und reckte ungläubig blickend beide Fäuste nach oben. 

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Einmal öfter Gold als Spitz

Es war geschafft, die achte Goldmedaille binnen acht Tagen. Dadurch verdrängte Phelps seinen Landsmann Mark Spitz vom Spitzenplatz der Liste mit den erfolgreichsten Teilnehmern bei einer einzigen Austragung. Spitz hatte 1972 in München sieben Goldmedaillen gewonnen.

"Was du heute geleistet hast, war episch", sagte Spitz ihm damals in einem Fernsehinterview: "Du bist eine riesige Inspiration für junge Menschen in der ganzen Welt."

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Episch, das ist auch das treffende Wort in Bezug auf die gesamte Karriere des heute 34-Jährigen. Diese erinnert stark an den "American Dream", der Vorstellung, dass jeder Mensch durch harte Arbeit und unabhängig von seinem derzeitigen Wohlstand in der Zukunft einen höheren Lebensstandard erreichen kann. 

Kampf mit ADHS

Phelps litt als ohne Vater heranwachsender Junge an ADHS. Durch den Einfluss seiner älteren Schwestern beginnt er im Alter von sieben Jahren mit dem Schwimmsport. In der Folge steckt er all seine Energie in die neue Leidenschaft, wird zu einem Konzentrationswunder - und letztlich zu einem der größten Sportler aller Zeiten. 

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2000 nimmt Phelps in Sydney zum ersten Mal an Olympischen Spielen teil. 15 Jahre ist er da jung. Eine Medaille holt der Youngster zwar keine, bricht fünf Monate später aber über 200 Meter Schmetterling den Weltrekord. Von da an wird seine Karriere zu einer Medaillen- und Rekordjagd ohnegleichen. 

23 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen

Bis zu seinem endgültigen Rücktritt vom Leistungssport im Jahr 2016 sammelte er 23 Goldmedaillen (gesamt: 28 Medaillen) bei Olympischen Spielen, 26 WM-Titel und schwamm zu 39 Weltrekorden. 

Die Karriere des erfolgreichsten Olympioniken aller Zeiten hatte nicht nur Hochs, sondern auch einige durch Drogen und Alkohol bedingte Tiefs.

So wurde er im November 2004 wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet und später zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. Ein erneuter Fall von Alkoholmissbrauch verhinderte einen Start bei der WM 2015 in Kazan. 

Im Januar 2018 gestand der beste Schwimmer aller Zeiten, dass er während seiner Karriere des Öfteren unter Depressionen litt und sogar an Selbstmord gedacht habe. 

Phelps: "Ich wollte nicht mehr leben"

"Nach jeden olympischen Spielen denke ich, bin ich in Depressionen verfallen", sagte er damals. Dabei seien die Spiele im Jahr 2012 die schwierigsten gewesen: "Ich wollte diesen Sport nicht mehr ausüben. Ich wollte nicht mehr leben."

Seit seinem Geständnis ist es ruhig um ihn geworden. 

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