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David Haggerty bleibt vier weitere Jahre ITF-Präsident
David Haggerty bleibt vier weitere Jahre ITF-Präsident © Getty Images
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David Haggerty bleibt Präsident der ITF. Der US-Amerikaner ist Initiator der stark kritisierten Reform des Davis-Cups, der jetzt von Fußball-Star Pique vermarktet wird.

Der umstrittene US-Amerikaner David Haggerty ist für vier Jahre als Präsident des Tennis-Weltverbandes ITF bestätigt worden.

Der 62-Jährige setzte sich am Freitag in Lissabon im ersten Wahlgang klar gegen seine Gegenkandidaten Dave Miley (Irland), Anil Khanna (Indien) und Ivo Kaderka (Tschechien) durch.

Haggerty ist Initiator der stark kritisierten Davis-Cup-Reform. Diese hatte für heftige Ablehnung in zahlreichen Verbänden gesorgt, auch beim Deutschen Tennis Bund (DTB). Mehrere Profis wie der Hamburger Alexander Zverev hatten ihre Teilnahme am neu eingeführten Finalturnier frühzeitig abgesagt. Viele sehen in der Veränderung einen Ausverkauf der fast 120-jährigen Tradition des Teamwettbewerbs.

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"Dave Haggerty hat die große Anzahl der Stimmen bekommen. Wer immer gewählt wurde, mit dem wird der DTB gut zusammenarbeiten", sagte Verbandsvizepräsident Dirk Hordorff dem SID: "Wir hoffen, dass der Davis Cup die Erwartungen erfüllt. Wir werden versuchen, uns positiv einzubringen. Man muss auch aushalten können, dass man in Sachthemen auch mal anderer Meinung ist."

Verbindung zu Pique sorgt für Kritik

Unter anderem stößt vielen sauer auf, dass hinter der Reform die von Fußball-Profi Gerard Pique geführte Investmentfirma Kosmos steckt, die der ITF für 25 Jahre drei Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt hat. Bei den kleinen Verbänden sorgte das neue Format hingegen aufgrund der winkenden Mehreinnahmen für Begeisterung.

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Statt vier über das Jahr verteilten Runden gab es im neuen Modus Anfang Februar eine Qualifikationsrunde, in der 24 Teams, darunter auch Deutschland, um zwölf Plätze im Finalturnier spielten. 18 Teams bestreiten vom 18. bis 24. November das neu geschaffene Turnier in Madrid.

"In fünf bis zehn Jahren wissen wir alle, ob wir im Recht sind oder nicht. Wir haben ja auch Punkte, wo wir nicht anderer Meinung sind als die ITF", so Hordorff: "Wenn uns das alles um die Ohren fliegt, dann müssen diejenigen, die dafür dafür gestimmt haben, sich diesen Fehler dann auch eingestehen. Genau wie wir, wenn alle Zahlungen, die angekündigt wurden, auch laufen sollten, dass wir dann Unrecht hatten."

Anfang September hatte die ITF auch die untere Ebene des Nationenturniers reformiert: Von 2020 an wird unterhalb der Finalisten eine Weltgruppe I sowie eine Weltgruppe II etabliert. Diese ersetzen die Gruppen I und II der regionalen Zonen Amerika, Asien/Ozeanien sowie Europa/Afrika. Zwischen den Weltgruppen soll es eine Auf- und Abstiegsregelung geben.

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