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Nach seinem Erstrundenaus in Wimbledon fällt Alexander Zverev in ein Loch. Bei seinem Heimturnier in Hamburg will der 22-Jährige seinen alten Flow wiederfinden.

Alexander Zverev verströmt in seiner Heimat reichlich positive Energie.

Die deutsche Nummer eins flachst beim lockeren Training mit Kumpel Dominic Thiem, er bringt das Publikum beim Spaßdoppel in Wallung. Er betont immer wieder, wie zufrieden er dieser Tage in Hamburg ist. "Ich freue mich unheimlich, wieder einmal zu Hause am Rothenbaum zu spielen", sagt er wieder und wieder. Die Krise scheint plötzlich weit weg.

Alle Augen auf Zverev

Der Weltranglisten-Fünfte setzt alles daran, die European Open an der Elbe zu seiner persönlichen Wohlfühlwoche zu machen. Nach dem krachenden Erstrundenaus von Philipp Kohlschreiber, der am Montag beim 3:6, 0:6 gegen den Ungarn Marton Fucsovics chancenlos war, werden die Augen an der Elbe noch mehr auf Zverev gerichtet sein.

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Doch der angedeutete Stimmungsumschwung bei Zverev scheint noch brüchig. Schon sein Erstrundenmatch gegen Nicolas Jarry hat es in sich. Der Chilene kommt nach seinem Turniersieg in Bastad/Schweden mit breiter Brust nach Hamburg, 2018 schaltete er hier den jetzigen Weltranglisten-Vierten Thiem aus und schaffte es bis ins Halbfinale.

Zverev und Jarry trafen in dieser Saison schon zweimal aufeinander - mit geteiltem Erfolg.

Alexander Zverev genoss das Spaßdoppel mit Barbara Schett-Eagle sichtlich
Alexander Zverev genoss das Spaßdoppel mit Barbara Schett-Eagle sichtlich © Getty Images

Kritik an Trainer Lendl

"Das wird kein leichtes Match", sagte Zverev, dessen Selbstvertrauen nach dem Erstrundenaus in Wimbledon vor dem Heimattrip schwer angeknackst war. Eher gesagt: Es gab keins mehr, der 22-Jährige befand sich mitten in einer Form- und Sinnkrise.

Mit dem Abstand eines Urlaubs in Saint-Tropez machte sich Zverev aber entschlossen daran, die Kurve zu kriegen. Und scheute dabei vor Konflikten nicht zurück.

Er suchte den deutlichen Austausch mit seinem Trainer Ivan Lendl, den er auch beim Pressetermin in Hamburg öffentlich kritisierte. Lendl beschäftige sich zu viel mit seinem Hund und dem Golfspielen, sagte Zverev: "Wir haben darüber gesprochen, und ich habe ihm gesagt, dass er seinen Fokus mehr auf Tennis konzentrieren soll."

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Hamburg als Neustart

Auch den leidigen Streit mit seinem Ex-Manager Patricio Apey will der Gewinner der ATP-Finals 2018 endlich aus dem Kopf kriegen, der Blick soll nach vorne gehen. Er sei in der kraftraubenden Angelegenheit "viel weiter", sagte Zverev, der in der Hansestadt mal wieder in seinem Kinderbett schlief, alte Weggefährten trifft und auch Behördengänge erledigt.

Hamburg könnte, Hamburg soll für den Weltklassespieler ein Stück weit ein Neustart sein. Zverev kehrt zu seinen Wurzeln zurück, um seine schwierigen Situation hinter sich zu lassen. Um zu wachsen und wieder in den Flow zu kommen.

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