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Alexander Zverev ringt Roger Federer in einem spannenden Match nieder. Für Aufsehen sorgen Diskussionen mit dem Schiedsrichter.

Deutschlands Spitzenspieler Alexander Zverev ist beim ATP-Masters in Shanghai nach einer starken Vorstellung gegen Grand-Slam-Rekordchampion Roger Federer ins Halbfinale eingezogen.

Der 22 Jahre alte Hamburger bezwang den Schweizer 6:3, 6:7 (7:9), 6:3 und feierte im fünften Anlauf den ersten Sieg des Jahres über einen Top-10-Spieler. Zverevs Gegner um den Einzug ins Endspiel ermitteln Matteo Berrettini (Italien) und Dominic Thiem (Österreich).

Auch von einem kurzen Nervenflattern im zweiten Satz ließ sich Zverev nicht beirren - beim Stand von 6:5 vergab er bei eigenem Aufschlag drei Matchbälle, im Tiebreak folgten zwei weitere ungenutzte Chancen zum Matchgewinn.

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Ansonsten konnte er sich gegen den 38 Jahre alten Federer aber auf sein wiedererstarktes Service verlassen. 17 Asse gelangen ihm gegen sein Idol bei nur einem Doppelfehler, nach 2:04 Stunden verwandelte er seinen sechsten Matchball.

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"Es war mental schwierig. Wenn man fünf Matchbälle hergibt, ist es schwierig, nochmal zurückzukommen. Aber ich habe gewusst, dass ich noch Möglichkeiten bekomme, wenn ich so weiterspiele wie davor", sagte Zverev bei Sky. "Natürlich", erzählte der ATP-Champion weiter, sei der Sieg gegen den Schweizer "besonders".

Federer zofft sich mit Referee

Für Aufsehen sorgte eine Diskussion zwischen Federer und Schiedsrichter Nacho Forcadell im dritten Satz. Bereits beim Stand von 0:2 und 0:3 im dritten Satz ging der 38-Jährige den Unparteiischen das erste Mal an, weil dieser ihn nicht daran erinnert hatte, dass neue Bälle im Spiel waren und er seinen Schläger hätte wechseln können.

"Ich will nicht wie ein Dummkopf aussehen", schimpft Federer.

Im vierten Spiel pfefferte Federer nach einem Punktgewinn Zverevs zum wiederholten Mal den Ball auf die Tribüne. Dafür wurde er von Forcadell verwarnt.

Da er bereits im ersten Satz eine Verwarnung erhalten hatte, kassierte Federer eine Punktstrafe. Statt 15:30 stand es deswegen 15:40 aus Sicht des Schweizers, Zverev erhielt zwei Breakpunkte.

Federer war damit überhaupt nicht einverstanden und diskutierte mit dem Referee. Auch nach dem Spiel - der 20-fache Grand-Slam-Sieger machte noch den Punkt zum 1:3 - fragte Federer bei Forcadell nach, worin die Strafe begründet war und warum er nicht mit ihm zwischen den Spielen gesprochen habe.

"Ich habe den Punktabzug gar nicht so richtig mitbekommen. Manchmal muss man es ein bisschen rauslassen, das kennt man ja auch von mir. Das ist nichts Persönliches, auch bei Roger nicht, denke ich", meinte Zverev dazu.

Kurioserweise stritt sich auch Zverev wenige Zeit später mit Forcadell, weil der Deutsche nicht der Meinung war, dass sein Aufschlag das Netz berührt hatte. Vor lauter Wut schoss Zverev anschließend ein krachendes Ass ins Feld, das Federer aber challengte. Doch der Ball war im Feld.

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Der ATP-Champion feierte damit seinen zweiten Halbfinaleinzug in Serie. In der vergangenen Woche stand Zverev in Peking in der Runde der letzten Vier, auch in Shanghai hatte er im Vorjahr das Halbfinale erreicht.

"Ich habe das ganze Jahr nicht mein bestes Tennis gespielt, ich war nicht frei im Kopf. Jetzt kommt alles wieder etwas zur Ruhe", erklärte Zverev.

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Im direkten Vergleich mit Federer steht es nun 4:3 für Zverev. Schon das zuvor letzte Duell hatte Zverev im Halbfinale des ATP-Finales im vergangenen November in London für sich entschieden. Dort holte er anschließend mit einem Endspielsieg über Novak Djokovic seinen bislang größten Titel.

Während Zverev immer noch um einen der letzten beiden verbliebenen Startplätze beim Turnier der besten acht Spieler der Saison kämpft, hat Stefanos Tsitsipas sein Ticket für London bereits sicher. Der 21 Jahre alte Grieche bezwang im Viertelfinale von Shanghai überraschend Titelverteidiger Novak Djokovic nach 2:02 Stunden mit 3:6, 7:5, 6:3 und trifft nun auf US-Open-Finalist Daniil Medwedew (Russland).

"Wenn ich gutes Tennis spiele, werde ich es schon irgendwie schaffen", sagte Zverev mit Blick auf das "Race to London".

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