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München - Rafael Nadal erklärt, worin er und sein großer Rivale Roger Federer sich unterscheiden. Zudem verrät er, dass seine Karriere früh auf der Kippe stand.

Egal wie das Grand-Slam-Rennen zwischen Rafael Nadal, Roger Federer und Novak Djokovic letztlich ausgehen wird, alle drei zählen bereits jetzt zu den größten Tennis-Spielern aller Zeiten.

Nadal, der in diesen Tagen beim ATP-Masters in Paris aufschlägt, hat mit dem Triumph bei den French Open erst kürzlich seinen 20. Grand-Slam-Sieg eingefahren und damit die historische Marke von Federer eingestellt. (Weltrangliste der ATP)

Anders als Djokovic, der selbst offen zugibt, dass er unbedingt mit den meisten Titeln seine Karriere beenden will, ist das Rennen für Nadal weniger wichtig. Auf die Frage nach dem besten Spieler aller Zeiten antwortet der Spanier daher fast philosophisch.

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"Jeder von uns hat sein eigenes Talent. Manchen fliegt alles zu, andere halten länger durch als der Rest. Man kann das Talent haben, in einer halben Stunde einen guten Artikel zu schreiben. Wenn es aber einen Kollegen gibt, der sechs Stunden durcharbeiten kann und dann einen exzellenten Artikel schreibt, dann ist er ein Journalist mit mehr Talent als Sie", sagte Nadal dem Corriere Della Sera.

Nadal: Konnte nur im Sitzen trainieren

Nadal weiß, dass all die Erfolge nicht selbstverständlich sind und seine Karriere bereits unmittelbar nach seinem ersten French-Open-Triumph beinahe ein frühes Ende genommen hätte.

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"Als ich 19 Jahre alt war und gerade zum ersten Mal Roland Garros gewonnen hatte, sagten sie mir, dass ich wegen einer Fehlbildung im linken Fuß nie wieder spielen kann", verriet Nadal: "Der Schmerz war so groß, dass ich trainierte, einen Ball sitzend aus der Mitte des Courts zu schlagen."

Nadal erholte sich mithilfe einer Einlegesohle, die die Position seines Fußes verlagerte. Diese begünstigte aber eine Entzündung im Knie, die Nadal jahrelang Probleme bereitete. 

Der inzwischen 34-Jährige ließ sich jedoch auch davon nicht ausbremsen. Im Oktober 2020 gewann er im Finale gegen Djokovic nun seinen 13. French-Open-Titel.

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Karriereende? "Tennis kein mathematisches Spiel"

Sein Karriereende hält sich Nadal, der bisher 86 Einzel-Titel in seiner Karriere gewonnen hat, offen: "Ich weiß es nicht. Tennis ist ein mentales Spiel, kein mathematisches. Wenn der Moment da sein wird, werde ich es wissen."

Ähnlich hält es sein guter Kumpel Federer, der bei den Australian Open auf die Tour zurückkehren will. Dann werden erstmals zwei Spieler mit 20 Grand-Slam-Titeln bei einem Major antreten.

"Für mich ist er einer der Größten des Sports. Er ist ein Kumpel. Er war mein großer Rivale und das hat uns beiden und auch dem Tennis gut getan", sagte Nadal über den 39 Jahre alten Schweizer.

Auch wenn sich Nadal zufolge beide in der Bedeutung von Ruhe und Familie ähneln, seien sie in einigen Dingen sehr unterschiedlich: "Er ist Schweizer. Ich bin Latino. Wir haben verschiedene Charaktere, Kulturen, Lebensweisen."

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